Erschaffe deinen eigenen Baum der Sorgen

13. Februar 2017 en Psychologie 375 Geteilt

Kannst du dir vorstellen, deinen eigenen Baum der Sorgen zu haben? Einen ganz persönlichen Ort, wo du all diese Gedanken, die bei dir Unbehagen, Unruhe und Angst auslösen, einfach an die Äste hängst und du somit die Möglichkeit bekommst, sie aus größerer Entfernung zu betrachten? Das würde dir einen großen Teil der Last von deinen Schultern nehmen, die du jeden Tag mit dir herumschleppst und die von Mal zu Mal größer wird.

Es ist unvermeidbar, sich zu sorgen. Unser Verstand arbeitet die meiste Zeit auf Grundlage unserer Ängste und Zweifel wegen dem, was wir getan haben, was wir tun oder tun werden. Doch vielen Menschen gelingt es nicht, diese so störenden Gedanken, die wir hin und wieder nur schwer ignorieren können, auch einmal abzuladen. Die Konsequenz daraus ist eine schreckliche Last, die uns überallhin verfolgt.

„Es gibt zwei Arten von Sorgen: diejenigen, gegen die Sie etwas tun können, und die, gegen die Sie machtlos sind. An letztere sollte man keine Zeit verschwenden.“

Duke Ellington

Der Baum der Sorgen

Um zu verstehen, wie der Baum der Sorgen funktioniert, möchten wir dich dazu einladen, die folgende Geschichte über einen Schreiner und seinen Chef zu lesen.

„Ein reicher Geschäftsmann beauftragte einen Schreiner, ein altes koloniales Haus zu restaurieren. Da der Geschäftsmann einer dieser Menschen war, die am liebsten immer alles unter Kontrolle haben, und er sich Sorgen darüber machte, dass die Arbeit nicht richtig ausgeführt werden würde, entschied er sich dazu, einen Tag im Haus zu verbringen, um sich davon zu überzeugen, wie die Arbeiten vorangehen.

Am Ende des Arbeitstages fiel ihm auf, dass der Schreiner sehr viel gearbeitet hatte, trotz der Tatsache, dass Einiges nicht nach Plan lief. Um auf diesen Tag voller Unglücke noch eins draufzusetzen, wollte sein Auto nicht anspringen, weshalb der Unternehmer ihm anbot, ihn nach Hause zu fahren.

Der Schreiner sprach während der gesamten Fahrt über kein Wort, war sichtlich verärgert und besorgt wegen all der Missstände, die er im Laufe des Tages beheben musste. Doch als er zu Hause ankam, lud er den Geschäftsmann dazu ein, seine Familie kennenzulernen und mit ihm zu Abend zu essen, doch bevor er die Tür öffnete, blieb er vor einem Baum stehen und streichelte ein paar Minuten lang die Äste des Baumes.

baum

Als er die Tür öffnete und ins Haus hineinging, war seine Veränderung deutlich spürbar: Er schien ein glücklicher Mann zu sein. Während des Abendessens wurde viel gelacht und es wurden interessante Gespräche geführt. Nach dem Abendessen begleitete der Schreiner den Geschäftsmann zum Auto. Als sie am Baum vor dem Haus vorbeigingen, fragte der Unternehmer den Schreiner: „Was hat dieser Baum so besonderes an sich? Bevor wir ins Haus gingen, waren Sie sehr verärgert und besorgt, aber nachdem Sie ihn berührt hatten, waren Sie ein anderer Mensch.“

„Das ist der Baum der Probleme, oder der Baum der Sorgen“, antwortete ihm der Schreiner. „Ich weiß, dass ich unglückliche Geschehnisse am Arbeitsplatz nicht vermeiden kann, aber warum sollte ich meine Sorgen mit nach Hause nehmen? Wenn ich die Äste berühre, hänge ich meine Sorgen daran und lasse sie dort bis zum nächsten Morgen hängen, wenn ich wieder zur Arbeit gehe. Das Interessante daran ist, dass ich jeden Morgen weniger Gründe dafür habe, mich um das zu sorgen, was ich am Vortag an den Baum gehängt habe.“

In dieser Nacht lernte der reiche Geschäftsmann eine der wertvollsten Lektionen seines Lebens.

Ein wertvolle Lektion

Sorgen sind wie ein Heimtrainer: So sehr du dich auch abstrampelst, du kommst doch nirgends hin. Der Baum der Sorgen ist nichts weiter als ein Ritual, dem wir mithilfe der Meditation jeden Tag nachgehen können. Wir sollten tief durchatmen, wenn wir extrem frustriert sind, und dadurch diese Entspannung finden, die es uns erlaubt, uns von unseren negativen Gefühlen zu befreien.

Manchen Menschen hilft es, wenn sie joggen gehen, einen Spaziergang machen oder Musik hören. Du entscheidest dich für die Art deines Baums der Sorgen, an dessen Äste du all diese unnütze Last hängst. Das Gefühl gleicht dem, wenn wir unsere Schuhe nach einem langen Arbeitstag ausziehen. Wir fühlen uns erleichtert.

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Die Geschichte vom Baum der Sorgen zeigt uns, dass uns klar wird, dass wir wesentlich weniger Gründe haben, uns wegen etwas den Kopf zu zerbrechen, wenn wir Sorgen einmal beiseite lassen und sie am nächsten Tag überdenken. Das kommt daher, weil wir sie aus einer anderen Perspektive betrachten, mit einem klaren Verstand, weil wir uns entspannt haben. Sobald wir uns selbst die Zeit dafür geben, unsere Sorgen und Probleme zu überdenken, wird uns klar, dass sie nicht so groß sind, wie sie uns zuvor erschienen.

Aber was können wir tun, wenn wir einen Gedanken nur schwer loslassen können?

Dann ist es unabdingbar, dass wir ihm einen Teil unserer Zeit widmen. Das können ein paar Minuten oder eine halbe Stunde sein. Denke über das nach, was dir solch ein Kopfzerbrechen bereitet und mache dir deine Gedanken über dessen Ursprung und die möglichen Konsequenzen, wenn du diesbezüglich etwas tust oder eben nicht. Wenn du mit deiner Überlegung fertig bist, kannst du eine Lösung für dein Problem suchen, wenn es eine gibt. Wenn nicht, dann befreie dich von dieser Sorge.

Keine Sorge: Alles kommt, alles ändert sich, alles geht vorbei.

Furcht, Angst, Unbehagen – all das lässt du hinter dir zurück, wenn du lernst, heute deinen Baum der Sorgen zu pflanzen und ihn als Methode zur mentalen Entspannung benutzt. Mithilfe dieser Methode wird es dir gelingen, all diese Gedanken aus deinem Verstand zu verbannen, die zur Folge haben, dass du dich schlecht fühlst und dass du nicht in Frieden leben kannst. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, all das, das es uns unmöglich macht, die Gegenwart zu genießen, woanders abzuladen.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Amy Giacomelli

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