5 verblüffende Zitate von Diogenes, dem Zyniker

· 29. Juli 2018

Die Zitate von Diogenes, dem Zyniker, erzählen uns von einem der ehrlichsten Philosophen aller Zeiten. Das heißt, er war jemand mit einem starken Willen, die Realität zu verstehen und zur Wahrheit zu gelangen, ohne jegliches zusätzliches Interesse, außer der Liebe zur Wahrheit selbst.

In Wahrheit wurden nicht sehr viele Zitate von Diogenes, dem Zyniker, überliefert, da er nie etwas niedergeschrieben hat. Das, was uns heute von ihm bleibt, verdanken wir seinen Schülern. Besonders seinem Namensvettern, Diogenes Laercio, der die Aufgabe hatte, seine Lehren zu sammeln.

„Die Weisheit dient als Bremse für die Jugend, als Trost für die Alten, als Reichtum für die Armen und als Schmuck für die Reichen.“

Diogenes, der Zyniker

Das Hauptmerkmal dieses, in Sinope geborenen und in Athen berühmt gewordenen, Philosophen war seine enorme Freigebigkeit. Er liebte die Freiheit über alles und hatte keine Angst davor, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. Man sagt von ihm, dass er in einem Fass lebte und ihn viele mit einem Bettler verwechselten. Nachfolgend nun einige der bekanntesten Zitate von Diogenes, dem Zyniker.

Frau mit Pfeil und Bogen

1. Eines der Zitate von Diogenes, dem Zyniker, über Beleidigungen

Eines der Zitate von Diogenes, dem Zyniker, besagt Folgendes: „Die Beleidigung entehrt denjenigen, der sie ausspricht, nicht denjenigen, der sie empfängt.“  Das bedeutet, dass der Fehler häufig in der Meinung der beleidigenden Person liegt und nicht im Wesen oder in der Natur der Person, die das Ziel der Beleidigung ist.

Und dies trotz der Tatsache, dass Diogenes bekannt dafür war, sehr harte Phrasen zu benutzen, um seinen Wahrheiten Ausdruck zu verleihen. Seine Anklage hatte jedoch mehr mit der Doppelmoral und ethischen Fehlern zu tun, als mit einer bestimmten Person. Er versuchte nicht, eine Person anzugreifen, sondern ihre moralische Position infrage zu stellen.

2. Die Schmeichler

Einer seiner Schüler, Hekaton, hinterließ eines der Zitate von Diogenes, dem Zyniker, das er anscheinend sehr häufig aussprach. Es lautet: „Die Gesellschaft der Krähen ist jener der Schmeichler vorzuziehen, denn die einen verschlingen die Toten und die anderen die Lebenden.“

Wenn dieser Philosoph etwas verabscheute, dann waren es Schmeichler. Er wurde für eine Episode bekannt: Alexander der Große suchte ihn auf, angezogen von seinem Prestige. Er stellte sich ihm vor und fragte, ob er ihn um etwas bitten dürfe. Diogenes bat ihn, sich abzuwenden, da er ihm das Sonnenlicht verdeckte.

3. Die totale Loslösung

Man erzählt sich, dass Diogenes einmal ein Kind beobachtet habe, das das Wasser mit den Händen aufgesammelt und dann getrunken habe. Der Philosoph hatte selbst sehr wenige Habseligkeiten, aber unter anderem eine Schüssel. Doch als er das Kind sah, sagte er: „Ein Kind übertraf mich in Einfachheit„,  und legte die Schüssel weg.

Bei einer anderen Gelegenheit beobachtete er, dass ein anderes Kind sein Essen von einem Blatt aß. Es waren Linsen und es verwendete Brot, anstatt eines Löffels, um sie zu seinem Mund zu führen. Diogenes beschloss daraufhin, auf die gleiche Art und Weise zu essen.

Mädchen, das Tropfen des Mondes sammelt

4. Über das Schweigen und Sprechen

Dies ist ein Zitat, das meist Diogenes, dem Zyniker, zugeordnet wird, bei dem es aber keine vollständige Gewissheit zur Urheberschaft gibt. Es lautet wie folgt: „Schweigend lernt man zuzuhören, zuhörend lernt man zu sprechen, und sprechend lernt man zu schweigen.“

Auch wenn dieses Zitat nicht von Diogenes sein sollte, so stimmt es jedenfalls mit seiner Art zu Denken überein. Es handelt davon, dass die Kommunikation ein komplexer Prozess ist, bei dem das Zuhören grundlegend ist. Das ist es, was uns erst ermöglicht, sprechen zu lernen. Und zu wissen, wie man spricht, impliziert, zu verstehen, wenn man am Besten schweigen sollte.

Diogenes in einem Fass

5. Die Nächstenliebe und ihre Interessen

Die Geschichte besagt, dass einer der Bewohner Athens beeindruckt von dem Grad der Armut, in dem Diogenes lebte, an ihn herantrat und ihn fragte: „Warum geben die Menschen Geld an die Bettler und nicht an die Philosophen?“

Diogenes dachte einen Moment lang darüber nach und antwortete dann: „Weil sie denken, dass sie eines Tages behindert oder blind werden könnten, jedoch niemals Philosophen.“  Eine geniale Art zu sagen, dass die Nächstenliebe von einer Art der Selbstsucht inspiriert wird, die vor allem zur von Egoismus gespeisten Hilfe motiviert. In diese Gleichung treten nicht die Tugenden ein, sondern die Mängel; es erscheint keine Empathie, sondern Angst.

In der Zeit, zu der Diogenes lebte, wurden Philosophen sehr geschätzt. Er hätte beschützt von den Adeligen leben können, inmitten von Luxus und Privilegien. Er entschied sich jedoch dafür, sich von allem zu trennen, um ein Höchstmaß an wahrhaftiger Authentizität zu erreichen. Aus diesem Grund erinnert man sich auch noch Jahrtausende später an ihn.