3 unangenehme Gespräche, die jedes Paar führen sollte

· 10. April 2018

Unangenehme Gespräche können eine Beziehung zum Rande des Abgrunds führen, wenn man sie nicht gut handhabt. Aber früher oder später müsst ihr es tun. Entweder, weil euch eine alltägliche, bedeutungslose Unterhaltung dorthin führt, oder weil es ein Thema betrifft, dass ihr einfach klären müsst. Wenn ihr dann herausfindet, dass ihr gegensätzliche Standpunkte vertretet und niemand von euch Spielraum lässt, kann die Beziehung daran zerbrechen.

Jedoch ist es nicht gut, solche Gespräche ganz und gar zu vermeiden. Stattdessen sollten sich die Partner bereits im Voraus fragen, was sie vermitteln und tun möchten. Welche aber sind diese unangenehmen, heiklen Gespräche, die Paare führen sollten? Und wie sollten sie diese angehen, damit sie nicht im Unglück enden?

Ex-Partner: Die Vergangenheit kommt zurück

„Ich verstehe nicht, was du in ihm gesehen hast?“  oder „Wie konntest du mit jemandem wie ihm zusammen sein?“  sind nur zwei der Vorwürfe, die aufkommen, wenn Partner über vergangene Beziehungen sprechen. Möglicherweise sind diese Gespräche harmlos, allerdings haben sie die Macht dazu, die Büchse der Pandora zu öffnen.

Paar, das ein Gespräch führt

Dementsprechend ist es wichtig, etwas klarzustellen, damit diese Gespräche nicht zur Qual werden oder in einen Streit ausarten. Und zwar, welchen Platz dieser Ex-Partner im Kopf und im Leben des Partners einnimmt. Wenn sie einige Jahre verheiratet waren und gemeinsame Kinder haben, muss mit der Situation anders umgegangen werden, als wenn ihre Beziehung nur wenige Monate gehalten hat. Und der einzige Weg, um das zu klären, ist es, nachzufragen. Doch tu das in Ruhe. Sei ehrlich, respektvoll und auf der Suche nach Verständnis.

Und achte in der Antwort deines Partners auf drei Schlüsselaspekte.

  • Wie er über den Ex-Partner spricht: Ist sein Tonfall voller Wut, Schmerz, Verachtung oder Gleichgültigkeit? Dies gibt dir ein Hinweis über die Gefühle, die dein Partner vielleicht noch immer für den Ex-Partner hat.
  • Wenn er seinen Namen in alltäglichen Gesprächen erwähnt: Achte darauf, ob dein Partner über vergangene Ereignisse spricht, die er mit dem Ex-Partner erlebt hat. Aber auch darauf, ob er es selbstverständlich tut, ohne dem mehr Bedeutung zu geben, als es verdient.
  • Ob und wie oft sie noch immer miteinander in Kontakt sind: Achte darauf, ob sie sehr oft miteinander sprechen und welche Kommunikationswege sie nutzen. Darauf, ob der Ex-Partner zum Freundeskreis deines Partners gehört oder ob er dessen Nummer gelöscht hat.

Wenn du diese manchmal unangenehmen Gespräche mit deinem Partner führst, darfst du etwas nicht vergessen. Und zwar, dass die Vergangenheit immer als das gesehen werden sollte, was sie ist. Versuche deshalb nicht, die Erfahrungen deines Partners basierend auf deinen eigenen zu interpretieren. Sicher hättest du in vielen Situationen einige Dinge anders gemacht. Sei aber trotzdem verständnisvoll.

Und wenn dennoch Eifersucht aufkommt, ist es gut, sich an etwas zu erinnern. Nämlich daran, dass dein Partner nun mit jemandem zusammen ist, der ihn noch besser ergänzt. Und diese Person ist niemand anderes als du.

Die Zukunft: Die Ungewissheit kann euch die Luft abschnüren

Denkt mein Partner, dass ich die Liebe seines Lebens sei? Denkt er daran, mich eines Tages zu heiraten? Möchte er mit mir eine Familie gründen? Wird sein Elterninstinkt jemals geweckt werden? Werden mein Partner und ich gute Eltern sein?  Dies sind nur einige der Fragen, die wir uns stellen, wenn wir beginnen, zu jemandem eine ernsthafte Beziehung aufzubauen. Eine Beziehung zum Partner fürs Leben.

Es ist nicht leicht, diese Fragen zur Sprache zu bringen. Während die Antworten bedeuten könnten, dass wir uns noch mehr verlieben, könnten sie uns auch schwer enttäuschen.

Wir haben nicht immer alle Mittel parat, um die Dämonen und Ängste der Vergangenheit davon abzuhalten, zurückzukommen. Und wenn wir nicht antworten können, geraten wir in Panik – oder fühlen uns wie gelähmt. Wenn dir dein Partner diese Fragen stellt und du keine Zeit hattest, darüber nachzudenken, könntest du daher in eine Starre verfallen. Denke stattdessen folgendermaßen: Je eher du die Situation erkennst, desto mehr Macht wirst du über deine eigene Zukunft haben. Die Ungewissheit ist kein guter Reisepartner.

Information ist Macht.

Wenn Unterschiede bezüglich eurer Sicht auf die Zukunft ersichtlich werden, ist es an der Zeit, über diese zu diskutieren. Selbst wenn es scheint, als hättet ihr komplett unterschiedliche Ansichten. Ihr wollt wirklich nicht unter den Teppich kehren, ob ihr Kinder haben möchtet oder nicht.

Wenn die Zeit kommt, in der ihr eure Zukunft organisiert, fangt ihr am besten mit den Bereichen an, in denen sich Standpunkte ähneln. Anschließend könnt ihr langsam die Schwierigkeit erhöhen und die Dinge besprechen, über die ihr euch noch nicht einig seid. Es wird dann an der Zeit sein, darüber zu sprechen, wo ihr bereit seid nachzugeben und wo nicht. In welchen Bereichen seid ihr damit einverstanden, dem anderen entgegenzukommen und wo bleibt ihr standhaft? Dabei müsst ihr lernen, dass niemand von euch beiden mehr nachgeben muss als der andere. Auf diese Weise werdet ihr mit eurer Vereinbarung am Ende zufrieden sein.

Teilen gehört zum Leben

Trautes Heim, Glück allein… ist das so? Wenn du gerade mit deinem Partner zusammengezogen bist, werdet ihr der Gleichung früher oder später geteilte Kosten hinzufügen müssen. Oder besser noch, ihr werdet die Vorstellung eines geteilten Lebens hinzufügen müssen.

Doch Zusammenleben ist schwer. Nicht nur, weil es die Beziehung letztlich mit kleinen, banalen Konflikten belasten kann. Sondern auch, weil kleine Hausarbeiten in Konfrontationen enden können, wenn sich nicht beide Seiten Mühe geben. Du kannst noch so liebevoll, süß und fürsorglich sein – wenn du im Haus keinen Beitrag leistest, dann ist das ein Problem!

Das größte Problem besteht darin, der anderen Person zu sagen, dass es ein Problem gibt. Es ist der Moment, in dem ihr euch hinsetzen und du ihm sagen musst: „Wir müssen reden.“  Wie solltest du dieses Gespräch angehen? Nun, ehrlich und natürlich.

Du kannst damit beginnen, eine Liste mit all den Hausarbeiten zu erstellen, die jede Woche erledigt werden müssen, falls die Hausarbeit das Problem ist. Diejenigen, die dein Partner erwähnt, sind die, die er am meisten schätzt oder als unbedingt notwendig ansieht. Dies wird dir auch dabei helfen, ihn etwas besser kennenzulernen und seinen Standpunkt zu verstehen. Anschließend kannst du die Aufgaben zwischen euch beiden so verteilen, dass es euch beiden gegenüber fair ist. Zum einen ist es gut, gleichermaßen in den Prozess involviert zu sein. Zum anderen wird die Vereinbarung dann von beiden Seiten gewürdigt.

Paar, das am See sitzt

Es gibt keine unangenehmen Gespräche, die standhalten können

Wie du sehen kannst, sind bei all diesen unangenehmen Gesprächen, die Paare haben, zwei Dinge wesentlich. Erstens, die Situation zu verstehen, und zweitens, zu einer einvernehmlichen und beide Seiten zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Doch dies wird nicht von heute auf morgen erreicht. Zudem solltet ihr dieses Ziel nicht ansteuern, wenn ihr die Person, mit der ihr euer Leben verbringen wollt, noch nicht wirklich kennt.

Ein Paar mit einer Zukunft ist eines, das offen über seine Träume, Vorstellungen, Probleme und Sorgen spricht. Es ist ein Paar, das nicht versucht, Konflikte zu vermeiden oder sich ihnen zu entziehen. Eines, das weiß, dass Kommunikation etwas ist, in dem der Ausdruck und das Verständnis für den anderen wesentlich sind.

Eine gesunde Beziehung basiert auf Vertrauen, Respekt und Hoffnung. Deswegen ist es bei diesen unangenehmen Gesprächen essenziell, diese drei Elemente nicht zu vergessen. Denkt an sie, wenn es an der Zeit ist, sich hinzusetzen und zu reden. Dies ist der einzige Weg, auf dem ihr in der Lage sein werdet, euer Ziel zu erreichen. Einen Punkt, an dem ihr sowohl als Paar als auch individuell glücklich zusammenleben werdet.