3 stille Beziehungskiller, die die meisten Partnerschaften zerstören

· 22. Oktober 2017

Es kommt nicht häufig vor, dass sich ein Paar zusammen an den Tisch setzt und seine Probleme bewertet und gemeinsam entscheidet, dass es nun an der Zeit ist, die Beziehung zu beenden. Es ist dagegen oft so, dass eine Trennung Hand in Hand mit Konflikten, Verwirrung und Zweifeln geht. Das Ende einer Beziehung ist daher oft nur schwer zu verkraften und kann sogar traumatisch für die Betroffenen sein. Die meisten Trennungen kommen für einen der beiden Partner sehr überraschend – weil es in der Regel stille Beziehungskiller sind, die das Paar langsam, aber sicher auf diesen Punkt zutreiben.

„In einem Streit ist es nicht die größte Herausforderung, die eigene Meinung zu verteidigen, sondern sie kennenzulernen.“

André Maurois

In unzähligen Partnerschaften ist es so, dass man sich trennt, obwohl die Liebe noch nicht erloschen ist. Vielleicht ist sie kein himmelhoch loderndes Feuer mehr, vielleicht fühlt sie sich nicht mehr so an wie in den ersten Tagen, aber sie ist noch da. Und dieses Gefühl spüren wir noch intensiver, wenn alles in die Brüche geht und wir feststellen, welche Leere der andere in unserem Leben hinterlassen hat.

Es ist deshalb wichtig, einer Trennung vorzubeugen, besonders wenn wir unseren Partner wirklich lieben und wollen, dass die Beziehung weiterhin besteht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir aufmerksam bleiben und nicht zulassen, dass stille Beziehungskiller unsere Partnerschaft zerstören. Unter ihnen gibt es drei, die besonders häufig eine Trennung herbeiführen. Welche das sind, findest du in den folgenden Zeilen heraus.

Stille Beziehungskiller: übermäßige Kritik

So wie es zu Beginn einer Beziehung hauptsächlich Schmeicheleien gibt, kommen viele Paare irgendwann an einen Punkt, an dem genau das Gegenteil der Fall ist. Ständige Kritik ist an der Tagesordnung. Viele dieser Diskussionen entstehen aufgrund einer gewissen Enttäuschung, die aufkommt, wenn die Phase des Verliebtseins endet und mit ihr auch das Bild des idealen Partners verblasst.

Masken sind stille Beziehungskiller

Viele beschweren sich dann bei ihrem Partner, nicht der „Prinz auf dem weißen Schimmel“ oder die „zauberhafte Prinzessin“ zu sein, in den/die sie sich verliebt haben, nachdem sie den Frosch geküsst hatten. Im Grunde genommen kritisieren sie, dass ihr Partner nicht ihrer ursprünglichen Vorstellung entspricht. Sie sagen dann, dass sich ihre bessere Hälfte verändert habe. Sie fühlen sich sogar hintergangen, wenn sie herausfinden, dass der Partner nicht der Topf zu ihrem Deckel ist, sondern ein menschliches Wesen mit individuellen Bedürfnissen, das auch seine Schwächen hat.

Kritik ist in anderen Bereichen des Lebens, wie am Arbeitsplatz oder auf intellektueller Ebene, wesentlich angebrachter. In der Welt der Beziehungen kann man weitgehend auf sie verzichten. Wir haben immer die Möglichkeit, den anderen zu akzeptieren oder eben nicht. Aber wenn wir unseren Partner nicht in Ruhe lassen und sein Wesen nicht akzeptieren, kann das die Partnerschaft sehr belasten.

Viele Trennungen könnte man vermeiden, wenn man zusammen daran arbeiten würde, den anderen zu akzeptieren, anstatt dafür zu kämpfen, dass sich der andere ändert. Es gibt einen Unterschied dazwischen, dass man uns nicht zeigt, dass man uns liebt, und dass man uns nicht liebt, wie wir es gern hätten.

Stille Beziehungskiller: defensive Haltung

Diese Verhaltensweise kommt häufig vor, wenn ein vorheriger Konflikt nicht gelöst wurde. Jedes Paar hat seine Probleme, jedes Paar erlebt Situationen, in denen es sich vergeben muss, aber manchmal werden diese Konflikte nicht angemessen ausgetragen und es bleibt „etwas“ zurück, das der Partnerschaft weiterhin und im Stillen schadet.

Partner nehmen auch eine defensive Haltung ein, wenn einer der beiden sehr unsicher ist und sich eine Abhängigkeit entwickelt. Sowohl in diesem Fall als auch im vorhergehenden wirkt sich das für beide mehr oder weniger tragisch aus. Der eine fühlt sich bedroht und der andere vereinnahmt den Partner, beginnt Schuldgefühle zu entwickeln oder will seine Gefühle kontrollieren.

Finger stellen wütenden und traurigen Partner dar

Unter diesen Umständen fühlt sich ein Paar nicht mehr durch Liebe, sondern durch den Konflikt vereint. Die Partner werden zu Feinden. Sie vertrauen sich gegenseitig nicht mehr und schützen sich vor dem jeweils anderen. An diesem Punkt angekommen ist es sehr schwierig, eine Lösung für das Problem zu finden, das sich schon tief in die Herzen der Beteiligten gebrannt hat.

Stille Beziehungskiller: Konfliktvermeidung

Die Konfliktvermeidung ist ebenfalls eine defensive Verhaltensweise, drückt sich aber auf andere Art und Weise aus. Hierbei geht es darum, Probleme zu ignorieren, um sich nicht zu streiten, sich nicht voneinander zu entfernen oder, noch schlimmer, sich nicht zu trennen.

Einer der beiden verhält sich vielleicht rücksichtslos oder verletzend. Derjenige, der das abbekommt, schweigt allerdings. Er sagt nichts, weil er weiß, dass seine Worte das Fass zum Überlaufen bringen und zur Trennung führen könnten. Was hier die Verbindung zwischen den Partnern aufrechterhält, sind Abhängigkeit und Angst.

Kommunikation zwischen den Partnern erfordert Offenheit

Das Schlimme daran ist, dass der Konflikt sich nicht in Luft auflöst, so sehr wir uns auch bemühen. Immer wenn wir ein Problem ungelöst lassen, dann verschwindet es nicht, sondern wird noch größer. Häufig macht sich eine große Furcht breit. Auch eine enorme Traurigkeit oder sogar eine Depression können die Folge sein. Und währenddessen wird das zentrale Problem immer schlimmer und schlimmer.

Eine langjährige Partnerschaft zeichnet sich nicht nur durch Zuneigung aus. Probleme, die in jeder Beziehung auftreten, müssen angemessen gelöst werden. Wenn du deine Liebe aufrechterhalten und eine Trennung vermeiden möchtest, solltest du lernen, auf eine zuneigungsvolle, aber auch ehrliche Art zu kommunizieren und die jugendlichen Vorstellungen von Liebe hinter dir zu lassen, die dir mehr Leid als Freude bringen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Darek Puczel