3 politische Propagandataktiken

· 24. April 2019

Obwohl politische Propaganda in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in demokratischen Staaten weniger häufig verwendet wurde, sind ihre Auswirkungen bis heute spürbar. Heutzutage werden Propagandakonzepte in den sozialen Netzwerken und anderen Internetplattformen als Überzeugung oder Werbung getarnt.

Was ist politische Propaganda?

Politische Propaganda ist eine Art der Kommunikation, die Teil sozialer und politischer Systeme ist. Im Laufe der Zeit haben sich wohl viele Menschen mit dem Konzept der Propaganda beschäftigt, aber es mag schwierig sein, Informationen dazu zu finden, die nicht selbst der Propaganda dienen.

Um es wirklich verstehen zu können, müssen wir die folgenden drei Kriterien beleuchten:

  • Inhalt: Der Propagandainhalt ist politischer Natur. Die Botschaft kann auf den ersten Blick unpolitisch wirken, aber wenn wir sie ein wenig genauer betrachten, können wir durchaus politische Assoziationen herstellen.
  • Kontrolle: Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass der Sender zu 100 % die Kontrolle über die Nachricht hat. Dies gilt sowohl in der Produktionsphase als auch für die Verbreitung.
  • Ziel: Das Ziel der Nachricht ist es, die Interessen und Ideen des Senders zu propagieren. Außerdem soll die Nachricht beim Empfänger eine bestimmte Reaktion zu einem vorher bestimmten Zweck auslösen.

In diesem Artikel werden wir einige Techniken diskutieren, die in der politischen Propaganda zum Einsatz kommen.

Sprecher wählt unter verschiedenen Masken

Techniken der Etikettierung

Diese Techniken verwenden eine Art Etikett. Die Idee ist, dass bestimmte Begriffe angewandt werden, die eine emotionale Resonanz haben. Die Botschaft wird so mit positiven oder negativen Aspekten in Verbindung gebracht. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Technik in der politischen Propaganda anzuwenden:

  • Verwendung von negativ konnotierten Begriffen: Hierbei bezeichnet man etwas als negativ, obwohl nicht genügend Informationen vorhanden sind, um dieses negative Zuschreibung zu rechtfertigen. Ein gutes Beispiel ist, eine Gruppe von Menschen als „böse“ zu bezeichnen, nur weil sie andere Ideen haben als man selbst.
  • Asymmetrische Definition: Hier geht es darum, die Mehrdeutigkeit von Wörtern ausnutzen, um sicherzustellen, dass das Publikum eine Botschaft erhält, die von der Realität abweicht. Das lässt sich beobachten, wenn Politiker sagen, dass das Ziel des Krieges die Erreichung des Friedens wäre. Hier definieren ein gewöhnlicher Bürger und ein Regierungsorgan den Frieden sicher nicht auf dieselbe Weise.
  • Widerhallende Verallgemeinerungen: Die Verwendung von vagen Phrasen, die eine große emotionale Reaktion bei der Zuhörerschaft auslösen, sind ebenfalls Techniken der Propaganda. Wenn ein Politiker verspricht, einem Land „große Veränderungen“ zu bringen, dann ist das wenig spezifisch und deshalb auch wenig bindend.

Assoziationstechniken

Diese Strategien werden verwendet, um sicherzustellen, dass der Empfänger die Merkmale einer bestimmten Botschaft mit einer anderen verbindet, die ihm zunächst neutral erscheint.

  • Nebeneinanderstellung: Politiker verknüpfen hier verschiedene Ideen, die tatsächlich unabhängig voneinander sind, um beim Empfänger eine Assoziation herzustellen. Dies funktioniert auch, ohne die beiden Ideen implizit in Beziehung zu setzen. Zum Beispiel: „Person X ist sehr verlässlich und Person Y spielt jeden Donnerstag mit Person X Golf.“ Die Idee ist hier, Person X so zuverlässig wie Person Y aussehen zu lassen. Es geht aber auch umgekehrt: „Der Anteil der Menschen mit Eigenschaft Z wächst und die Einbruchsrate steigt.“ Hier wird impliziert, dass die zuerst genannte Gruppe für das letztgenannte Phänomen verantwortlich wäre.
  • Virtuose Wörter: Politiker verwenden bestimmte Wörter, die im Publikum positive Emotionen erzeugen. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung von Wörtern wie „Freiheit“, „Sicherheit“ und „Wahrheit“ in Reden.
  • Gewöhnliche Menschen: Hier verwenden Politiker sprachliche Bilder, die der Empfänger mit dem Alltag, den Gepflogenheiten und der Sprache seiner Umwelt identifizieren kann. Dies vermittelt dem Empfänger ein Gefühl der Zugehörigkeit. Ein Beispiel hierfür ist die Darstellung von jungen, mittelständischen Paaren in politischen Anzeigen.
Durch gezielte Wortwahl kann man Menschen manipulieren.

Techniken, die auf der Zuverlässigkeit der Quellen beruhen

Das Hauptziel dieser Techniken ist es, auf eine scheinbar zuverlässige Quelle zu verweisen, um die Idee oder den Wahrheitsgehalt eine Nachricht zu unterstreichen. Einige Beispiele hierfür sind:

  • Die Nutzung geheimer Quellen: Personen nutzen Quellen, deren Identität niemals enthüllt wird. Gleichzeitig sprechen diese Personen auch immer in sehr allgemeiner Form, indem sie angeben, dass Experten eine Nachricht übermittelt hätten. Dabei unterlässt es der Sender stets, konkrete Namen zu nennen. Die Anonymität der Quelle dient ihm dazu, das Überprüfen einer Nachricht zu vermeiden. Ein Beispiel dafür ist eine Nachricht im Sinne von „Zu schützende Quellen bestätigen, dass Partei X illegal finanziert wird“.
  • Kluge Köpfe können sich nicht irren: Der Sender zitiert anerkannte Persönlichkeiten, die eine Idee oder eine Botschaft bestätigen. Zum Beispiel: „Person X hat gesagt … und wenn diese Person das gesagt hat, kann es niemand ignorieren.“
  • Die Quelle verurteilen: Der Sender bestreitet die Richtigkeit einer Idee, indem er deren Quelle angreift. Hier wird jemand als Lügner bezeichnet, um seine Botschaft zu diskreditieren. In der Rhetorik ist dieser Kniff bekannt als argumentum ad hominem. Es handelt sich um ein Scheinargument, wobei der lateinische Terminus „Beweisrede zum Menschen“ bedeutet.

Zusammenfassung

In diesem Artikel haben wir einige politische Propagandataktiken angesprochen. Es gibt jedoch noch viele mehr. Es wäre naiv, zu glauben, dass wir von dieser politischen Propaganda nicht beeinflusst würden. Deshalb ist es wichtig, diese Techniken zu kennen, damit wir unsere Entscheidungen bewusst treffen können und nicht der Manipulation zum Opfer fallen.