3 Mythen über romantische Liebe

26. April 2019

Diese drei Mythen über romantische Liebe gehören zu den größten Lügen der Menschheit. Sie entspringen aus der Tendenz, das „perfekte Paar“ zu idealisieren. Das heißt, wir zeichnen uns gegenseitig in den allerschönsten Farben, um die Mängel des anderen zu vertuschen. Diese Ideen finden wir auch heute noch überall: Selbst animierte Filme zeigen Kindern, dass das Rezept zur Überwindung von Widrigkeiten die perfekte Liebe sei.

Das Hauptproblem dieser Ideen von romantischer Liebe ist, dass in der Regel die Männer zu Protagonisten und die Frauen zu Preisen, in jedem Fall aber beide zu unwirklichen Helden werden. Wir haben darauf vielleicht noch nicht geachtet, aber in vielen Filmen, Fernsehsendungen und anderen Medien wird Liebe genau so falsch dargestellt.

Mythen über romantische Liebe

Die folgenden drei Mythen über romantische Liebe wirken sich negativ auf unsere Beziehungen aus. Sie können dazu führen, dass wir unrealistische und daher schädliche Erwartungen an unseren Partner hegen.

1. Seelenverwandte

Schon als wir unseren ersten Disney-Film sahen, wurden wir mit der Idee konfrontiert, dass es irgendwo auf der Welt die eine Person für uns geben müsste. Solche Filme, aber auch die Gesellschaft im Allgemeinen, lassen uns glauben, dass wir für diese Person bestimmt wären. Wenn wir sie sehen, würden wir uns also sofort verlieben. Derartige Filme gaukeln uns vor, dass unsere Beziehung perfekt sein würde, dass wir immer gut miteinander auskommen würden und dass diese Person unsere Pläne bis ins kleinste Detail teilen würde. Die Gesellschaft lässt uns glauben, dass Liebe treu und exklusiv sein müsste und dass wir am besten keine anderen Beziehungen eingehen, bevor wir unseren Seelenverwandten finden.

Ein Paar hält gemeinsam ein Herz aus Pappkarton.

Aber ist Erfahrung in Beziehungen nicht eine gute Sache? Zahlreiche Studien bejahen das. In unterschiedlichen Beziehungen können wir herausfinden, was wir wollen und wo unsere Grenzen sind. Außerdem können wir für uns selbst festlegen, welche Kompromisse wir bereit sind, einzugehen. Das bedeutet nicht, dass wir unzählige Partner haben müssten. Es heißt aber, dass es nicht unbedingt notwendig ist, im Laufe des Lebens nur einen einzigen zu haben.

2. Liebe versetzt Berge

Die meisten Geschichten, Filme sowie andere Medien malen uns ein Bild von Liebe, die allmächtig ist. Sie lassen uns glauben, dass Liebe jedes Hindernis überwinden könnte und dass wir unendlich stark und belastbar würden, wenn wir bloß den richtigen Partner hätten. Das Problem an diesem Mythos ist, dass viele Menschen Beziehungen eingehen, in der ihr Partner ihre Würde mit Füßen tritt, sie aber trotzdem in diesen Beziehungen bleiben, weil sie überzeugt sind, dass ihre Liebe alles richten würde.

Aber Liebe kann nicht alles. In der Tat ist sie nichts anderes als ein soziales Konstrukt, das wir abzulehnen neigen, wenn es nicht mit unseren Interessen in Einklang steht. Nicht jeder ist auf eine dauerhafte Beziehung vorbereitet. Auch ist nicht jeder bereit oder willens, nur eine einzige Beziehung zu haben.

Es gibt Paare, die zusammen wohnen. Andere möchten mehr Raum haben, also leben sie in verschiedenen Wohnungen. Einige Paare beschließen, gemeinsam ein Hindernis zu überwinden, und andere entscheiden sich, sich zu trennen. Alle diese Optionen sind gleichermaßen respektabel. Das Wichtigste ist, dass beide Partner glücklich sind – gemeinsam oder getrennt.

3. Gegensätze ziehen sich an

Wir sagen Kindern oft, dass ein Klassenkamerad sie necke, weil er sie möge. Dies ist ein Mythos und geht Hand in Hand mit der Idee, dass sich Gegensätze anziehen würden. Dieser Mythos kann Beziehungen auf zwei verschiedene Arten beeinflussen: Zum einen bezieht er sich auf die Allmacht von Liebe und das Konzept der Seelenverwandtschaft, wie wir sie in den vorherigen Punkten erläutert haben. Hier akzeptieren beide Partner ihre Unterschiede und glauben, dass ihre Liebe alle Hindernisse ganz von allein überwinden würde.

Die traurige Wahrheit ist, dass Paare mit sehr unterschiedlichen Überzeugungen ständig streiten. Debatten sind ein sehr wichtiger Aspekt in einer Beziehung, aber ständige Konflikte wirken sich negativ auf Einheit und Wohlbefinden aus.

Ein Paar unterhält sich auf der Couch.

Der zweite Punkt wird häufig in Literatur, Film und Fernsehen dargestellt. Es ist die Idee, dass Liebe eine Person verändern könnte. Wir kennen die Geschichte: Jemand trifft auf einen Menschen, der eigentlich nicht der Richtige für ihn ist. Anstatt jedoch nach jemandem zu suchen, der besser zu ihm passt, unternimmt er alles in seiner Macht Stehende, um den anderen auf den „richtigen Weg“ zu bringen und eine Beziehung mit ihm einzugehen.

Die Wahrheit ist, dass sich die Menschen nicht einfach so ändern. Der Fehler, den wir diesbezüglich häufig machen, ist, uns einen Partner vorzustellen, den wir in der Zukunft lieben wollen. Dieser hat aber wenig mit dem Partner des Hier und Jetzt zu tun.

Kompatibilität, Toleranz, Respekt und eine gesunde Anziehung sind wichtig und können zu einer starken, dauerhaften Beziehung führen, wenn wir diese denn wollen. Wenn wir versuchen, die Beziehungen anderer zu kopieren, werden wir auf lange Sicht unrealistische Erwartungen entwickeln, die nur zu Frustration führen.