3 entscheidende Faktoren, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen

13. März 2018 en Psychologie 44 Geteilt
einen guten ersten Eindruck hinterlassen - Frau in Weiß mit Schmetterling

Es ist schon etwas Wahres dran, dass der erste Eindruck geheimnisumwoben sei. Es gibt Menschen, die gleich einen guten ersten Eindruck hinterlassen, aber einen grauenvollen zweiten, dritten und vierten. Auch das Gegenteil kann der Fall sein: Auf den ersten Blick kommt es uns so vor, als wäre derjenige, der uns gegenübersteht, nicht gerade vertrauenswürdig oder als würden wir nicht gut mit ihm auskommen können, im Nachhinein aber fällt uns auf, dass wir uns mit dieser Einschätzung geirrt haben.

In zwischenmenschlichen Beziehungen fällt der erste Eindruck nicht ganz so schwer ins Gewicht, dafür allerdings in beruflichen Situationen oder Kontexten, in denen es um die Sozialisierung geht. In diesen Fällen gehen wir innerhalb kürzester Zeit Beziehungen ein, weshalb es unmöglich ist, dass man uns wirklich kennenlernt, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Und deshalb ist der erste Eindruck ausschlaggeben. Wir alle haben schon einmal das Bedürfnis verspürt, einen guten Eindruck zu machen, als es zum Beispiel davon abhing, ob man uns Türen öffnete oder Hindernisse in den Weg stellte.

Berufliche Situationen oder öffentliche Beziehungen sind normalerweise berechenbarer als Beziehungen im privaten Umfeld. Gegenüber einem Vorgesetzten verhalten wir uns nicht wie in unserem Wohnzimmer. Das hat nichts mit Scheinheiligkeit zu tun, sondern mit der angemessenen Einschätzung, dass es gewisse Erwartungen gebe, die wir erfüllen müssen.

„Du bekommst nie eine zweite Chance, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.“

Oscar Wilde

Laut Meinung des Psychologen John Bargh von der Yale University (Connecticut, USA) würden wir uns innerhalb von zwei Zehntelsekunden einen ersten Eindruck über jemanden verschaffen. Dieser entstehe im limbischen System. Aus dem ersten Eindruck resultiere eine Neigung oder ein Interesse, dass wir zeigen, um eine Verbindung zu jemandem herzustellen. Wenn der erste Eindruck gut sei, zeigen wir uns offener, und wenn nicht, geben wir uns verschlossener.

Um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, sollten wir drei entscheidende Faktoren berücksichtigen.

Natürlichkeit

Uns natürlich zu verhalten soll nicht heißen, dass wir uns schamlos, unverschämt oder wild geben sollen. Selbstverständlich erfordert ein Vorstellungsgespräch ein anderes Auftreten als eine Party mit unseren Freunden, ein ruhiger Abend, an dem wir uns ins Bett verkriechen und fernsehen: Wenn du dich hier zu spontan gibst, wirst du vielleicht als unhöflich oder als selbstgefällig abgestempelt werden.

Frau umgeben von Herbstblättern

Natürlich zu sein, bedeutet, einen Eindruck der Geradlinigkeit zu vermitteln, der mit unserem Sein übereinstimmt. Das heißt, wenn wir ein chaotischer Mensch sind, sollten wir nicht versuchen, uns so zu geben, als wären wir eine ordentliche Person. Was wir tun können, ist, zu versuchen, diese Eigenschaft zu kontrollieren, falls wir denken, dass sie uns schaden könnte. Wir sollten nicht vergessen, dass Natürlichkeit wie ein Duft ist, den man schnell erkennt und assoziiert.

Für einen guten ersten Eindruck sollten wir unsere Stärken hervorheben und nicht unsere Schwächen. In anderen Worten können wir uns ein bisschen Make-up auflegen, aber nicht so viel, dass unser Gegenüber denkt, dass wir ein anderer Mensch seien, oder dass wir uns selbst nicht wiedererkennen, wenn wir uns abschminken. Um das in die Tat umzusetzen, müssen wir sowohl unsere Stärken als auch unsere Schwächen gut kennen.

Vertrauenswürdigkeit und Vertrauen

Man wird uns nur schwer vertrauen, wenn wir nicht ehrlich sind. Wenn wir einen guten ersten Eindruck hinterlassen wollen, dafür aber lügen oder beschönigen, kann es gut sein, dass wir nicht vertrauenswürdig erscheinen. Außerdem erzeugen wir dann zusätzliche Spannungen. Wenn wir lügen, sind wir dazu gezwungen, sehr aufmerksam zu sein, damit unser Schwindel nicht auffliegt.

Mann, dessen Gesicht unter bunten Farben nicht mehr erkennbar ist

Wir sollten auf uns bauen, unserem Gegenüber vertrauen und auf die Realität setzen. Besser gesagt, sollten wir nicht über ein bestimmtes Thema reden, wenn wir nicht genügend darüber wissen, was uns dazu brächte, in dem Versuch zu spekulieren, dass uns der andere unsere Improvisation abkauft. Besser ist es, zuzugeben, dass wir ein wenig nervös sind, als uns verstellt sicher zu geben, wo wir doch offensichtlich angespannt sind.

Wir müssen nichts erzwingen. Wir sollten darauf vertrauen, dass, ganz gleich, wie die Situation ausgeht, es am besten ist, wenn wir ehrlich sind.

Direkte Kommunikation

Wir müssen das, was wir ausdrücken wollen, konkretisieren. Wenn man uns eine Frage stellt, sollten wir dem Fragesteller antworten und nicht das Thema wechseln. Wir sollten versuchen, keine großen Umschweife zu machen oder lange Reden vollgepackt mit Nebensächlichkeiten zu schwingen. Deswegen sollten wir uns immer ins Gedächtnis rufen, dass die ersten Gespräche einen besseren Eindruck hinterlassen, wenn der Gesprächsfluss dynamisch ist.

Es ist wichtig, kommunikativ zu sein. Wir sollten weder darauf warten, dass andere unsere Gedanken erraten, noch davon ausgehen, dass wir direkt seien, wenn wir mit unseren Worten sparsam umgehen. Wer den Wortwechsel scheut, zeigt sich seiner selbst unsicher, und genau das wollen wir ja vermeiden.

Paar nimmt sich bei der Hand

Wenn wir eine neue Beziehung eingehen, geht es darum, sie so wenig komplex wie möglich zu gestalten. Diese neue Bindung ist wie ein leeres Blatt Papier: Wir haben die Chance, es mit einer schönen und deutlichen Schrift zu beschreiben. Bindungen, die auf Einfachheit basieren, sind in der Regel bereichernder für beide Seiten.

Ein guter erster Eindruck hilft dabei, beiden Parteien das Gefühl zu vermitteln, dass die Beziehung positiv gestartet ist. Aus diesem Grund können wir gern ein wenig Make-up benutzen, aber auf intelligente Weise und im Einklang mit unserem wahren Charakter. Wir sollten niemals vorgeben, jemand zu sein, der wir nicht sind.

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