3 Arten von Lernstrategien

· 27. Dezember 2018

Effektives Lernen hängt ebenso von der Art des Vortrages sowie von der Art und Weise ab, wie die Schüler den Stoff im Unterricht bearbeiten. Pädagogische Psychologen haben viel Zeit damit verbracht, über beide Aspekte nachzudenken und Theorien zu entwickeln, um den Lernprozess effektiver zu gestalten. In diesem Artikel werden wir über Lernstrategien sprechen, die uns helfen können, besser zu lernen.

Das Hauptziel von Lernstrategien ist es, uns dazu zu bringen, effizienter zu lernen. Die Forschung zu diesem Thema hat unterschiedliche Vorgehensweisen definiert, die uns das Lernen erleichtern sollen. Dabei sind die drei bekanntesten Arten von Lernstrategien die mnemonischen, strukturellen und generativen. Und diese wollen wir uns nun genauer anschauen.

Mnemonische Strategien

Mnemonisch bedeutet so viel wie Merkhilfe oder Eselsbrücke. Mnemonische Lernstrategien helfen Schülern, Inhalte wie Fakten oder Begriffe auswendig zu lernen. Zum Beispiel ist diese Strategie nützlich, um sich an Hauptstädte, wichtige Daten, Vokabeln usw. zu erinnern. Wenn wir uns „bedeutungslose“ Informationen merken müssen, sind mnemonische Strategien eine großartige Möglichkeit, die Information in unserem Gedächtnis zu verankern.

Der Wert von mnemonischen Lerntechniken ist weitgehend anerkannt, weshalb sie seit langer Zeit verwendet werden. Der Psychologe Allan Paivio erklärte, dass diese Technik aus drei Gründen funktioniere:

  • Duales codieren: Das bedeutet, dass wir sowohl nonverbale Codes (Bilder) als auch verbale Codes (Wörter) verwenden. Wir benutzen dann zwei verschiedene Codes für den gleichen Inhalt. Gemäß den Prinzipien des Konnektionismus erleichtert dies uns den Abruf der Informationen.
  • Organisation: Eine andere dieser Strategien besteht vorwiegend darin, Informationen zu organisieren. Dies hilft uns, verwandte Informationen zu bündeln, anstatt sie jeweils für sich zu lernen. Beispielsweise können wir uns leichter an eine Liste von Wörtern erinnern, wenn wir aus ihnen einen Satz bilden.
  • Assoziation: Das Herstellen von Verbindungen zwischen verschiedenen Elementen ist auch eine sinnvolle Lernstrategie. Starke Assoziationen sind hilfreich, denn wenn wir uns ein Element dieser Assoziation ins Gedächtnis rufen, können wir uns leichter an die anderen Elemente erinnern.
Eine Frau denkt vor dem Hintergrund einer Tafel nach und auf der Tafel sieht man eine leere Gedankenblase.

Ein Beispiel für eine mnemonische Lernhilfe ist die Schlüsselwortmethode. Diese Methode ist äußerst nützlich, um schwierige Vokabeln in einer Fremdsprache zu lernen. Bei dieser Technik wird Altes mit Neuem assoziiert. Dabei wird ein Wort aus der Muttersprache, das ähnlich wie die zu lernende Vokabel klingt, zum Schlüsselwort. Aus diesem Wort und der Bedeutung der Vokabel wird dann ein Bild geformt, das sich leichter abrufen lässt als die schlicht auswendig gelernte Vokabel.

Strukturelle Strategien

Strukturelle Strategien regen das aktive Lernen an, indem sie uns ermutigen, wichtige Informationen auszuwählen und in einer Struktur zusammenzufassen. Zu diesen Strategien gehören Techniken wie das Erstellen von Mindmaps, Flussdiagrammen oder Gliederungen.

Natürlich reicht es nicht aus, dass der Lehrer seinen Schülern sagt, dass sie Gliederungen und Zusammenfassungen anfertigen sollen. Diese Anweisungen sind nur dann nützlich, wenn der Schüler weiß, wie man diese erstellt. Am schwierigsten ist es, Schülern beizubringen, wie sie die wichtigsten oder sinnvollsten Informationen eines Textes oder einer Präsentation herausfiltern können um sie dann – und erst dann – zusammenzufassen.

Es dauert nicht lange, bis wir sehen, welche Vorteile diese Techniken für das Lernen bringeb. Wenn wir den Lernstoff in kleine, verwandte Ideen organisieren, wird der spätere Zugriff auf das Gelernte vereinfacht. Wenn wir eine starke Verknüpfung zwischen diesen Ideen herstellen, ist es auch einfacher, auf verwandte Informationen in unserem Gehirn zuzugreifen.

Die Forschung zeigt, dass Schüler, die diese Techniken anwenden, im Durchschnitt bessere Ergebnisse erzielen. Diese Strategien helfen dem Lernenden auch, den Inhalt wirklich zu verstehen, im Gegensatz zu reinem, oberflächlichem Lernen. Wir können den Wert dieser Lernstrategien selbst erfahren, wenn wir anfangen, sie zu nutzen!

Generative Strategien

Die vorgenannten Strategien sollen uns helfen, uns an bestimmte Fakten zu erinnern und unser Wissen zu organisieren. Diese Techniken helfen uns beim Erwerb neuen Wissens. Aber ein weiterer wichtiger Teil des Lernens besteht darin, neue Inhalte in vorhandenes Wissen zu integrieren. Hier kommen generative Strategien ins Spiel.

Der Psychologe Ernst Zacharias Rothkpof nannte Aktivitäten, bei denen Schüler auf diese Weise zusätzliches Wissen erwerben, „mathemagenic activities“. Zu diesen Aktivitäten zählen u. a. das Anfertigen von Notizen, das Unterstreichen oder das Stellen und Beantworten von Fragen. Diese Techniken helfen uns, ein tieferes Verständnis zu erlangen, weil sie uns zwingen, die neuen Informationen in bereits vorhandenes Wissen zu integrieren.

Eine Hand hält einen Stift und scheint Notizen zu machen.

Viele Psychologen bezeichnen es als aktives Lernen, wenn wir Verbindungen zwischen Ideen herstellen. Aus diesem Grund sind generative Strategien gut geeignet, um aktiv zu lernen. Wenn wir lernen, wie wir Notizen machen oder auch Fragen stellen können, dann können wir die neuen Informationen besser verstehen und integrieren.

In diesem Artikel haben wir verschiedene Lernstrategien vorgestellt, die für jeden nützlich sein können. Wissenschaftliche Forschung in Lehre und Bildung kann dabei helfen, aktiv zu lernen und dabei langfristige Ergebnisse zu erzielen. Es wäre ein Fehler, die Ergebnisse der Forschung zu ignorieren und nicht zu nutzen – für Menschen allen Alters, denn wir hören niemals auf, zu lernen.