Zitate von Martin Heidegger

Anhand verschiedener Zitate dieses kontroversen Philosophen betrachten wir sein Leben in Kurzform.
Zitate von Martin Heidegger

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2022

Martin Heidegger (1889-1976) zählt zu den wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er leistete bedeutende Beiträge zum Existentialismus, zur Hermeneutik und zur Phänomenologie und prägte ein neues Weltverständnis. Dieser bedeutende deutsche Philosoph ist kontrovers, denn er bekannte sich offen zum Nationalsozialismus und war Mitglied der NSDAP.

Anhand verschiedener Zitate dieses Philosophen betrachten wir sein Leben in Kurzform.

Zitate von Martin Heidegger

Folgende Zitate von Martin Heidegger geben einen Einblick in seine Ideen.

1. “Sagen Sie mir, wie Sie lesen, und ich sage Ihnen, wer Sie sind.”

Martin Heidegger wurde am 26. September 1889 in Meßkirch geboren und starb am 26. Mai 1976 im Alter von 86 Jahren in Freiburg im Breisgau.

Zitate von Martin Heidegger
2014 erschienen die Schwarzen Hefte des Philosophen. Es handelt sich um persönliche Schriften, welche die Debatte um Heideggers antisemitische Haltung erneut entfachten. 

2. “Das alltägliche Sein zum Tode ist als verfallendes eine ständige Flucht vor ihm.”

Der deutsche Philosoph studierte an der Universität Freiburg Theologie und Philosophie. 1914 reichte er seine Doktorarbeit ein, die stark vom Neukantianismus und Neuthomismus beeinflusst war.

3. “Das Gedächtnis ist die Versammlung des Denkens.”

Martin Heidegger diente im Ersten Weltkrieg als Soldat. Wie er in seinen Schriften festhält, tat er dies allerdings erst in den letzten 10 Kriegsmonaten.

4. “Die Sprache ist das Haus des Seins.”

1923 erhielt der Philosoph den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Marburg. Zu seinen prominentesten Schülern zählte Hannah Arendt.

5. “Die umsichtige Überlegung erhellt die jeweils faktische Lage des Daseins in seiner besorgten Umwelt.”

1927 veröffentlichte er sein bahnbrechendes Werk: “Sein und Zeit”. Ein Jahr später ging Husserl in den Ruhestand und Heidegger wurde Nachfolger des Lehrstuhls für Philosophie an der Universität Freiburg.

6. “Jedes Fragen ist ein Suchen.”

Am 21. April 1933 wurde Heidegger zum Rektor der Universität gewählt. Wenige Tage später, am 1. Mai, wurde er Mitglied der nationalsozialistischen Partei.

7. “Dass die Wissenschaft nicht denken kann, ist kein Mangel, sondern ein Vorzug.”

Martin Heidegger war bis 1945 Mitglied der NSDAP und 1934 Gründungsmitglied des Ausschusses für Rechtsphilosophie der nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht.

8. “Wer groß denkt, muss groß irren.”

Die Schwarzen Hefte, die 1014 veröffentlicht wurden, entfachten die Debatte über die antisemitische Haltung des Philosophen erneut. Sie spiegeln einen metaphysischen, jedoch weniger einen biologischen oder rassistischen Antisemitismus wider.

9. “Wir kommen nie zu Gedanken. Sie kommen zu uns.”

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Philosoph aufgrund seiner Teilnahme am Nationalsozialismus vom Lehramt suspendiert. Dieses Verbot endete 1951 mit seiner Emeritierung.

10. “Der Mensch ist nicht der Herr des Seienden. Der Mensch ist der Hirte des Seins.”

Neben “Sein und Zeit” (1927) zählen “Die Grundbegriffe der Metaphysik” (1929-1930), “Beiträge zur Philosophie” (1936-1938), “Identität und Differenz” (1955-1957) sowie “Unterwegs zur Sprache” (1950-1959) zu den wichtigsten Werken.

11. “Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.”

Am 21. März 1917 heiratete Heidegger Elfride Petri in einer katholischen Zeremonie und eine Woche später in einer protestantischen Zeremonie.

12. “Das Leben ist diesig, es nebelt sich immer ein.”

Ihr erster Sohn, Jörg, wurde 1919 geboren. Im August 1920 brachte Petri Hermann zur Welt, der zwar nicht Heideggers leiblicher Sohn war, den er aber als solchen aufzog.

13. “Das Gewissen redet einzig und ständig im Modus des Schweigens.”

Er hatte eine Liebesbeziehung mit Hannah Arendt und Elisabeth Blochmann, die beide hervorragende Schülerinnen des Philosophen waren.

14. “Der Schmerz verschenkt seine Heilkraft dort, wo wir sie nicht vermuten.”

Martin Heidegger wurde von verschiedenen Denkern beeinflusst: Parmenides, Heraklit, Platon, Aristoteles, Augustinus, Thomas, Luther, Kierkegaard, Dilthey, Nietzsche und Husserl sind einige davon.

15. “Kunst ist das Wesen alles Wollens, das Perspektiven öffnet und sie besetzt.”

In einem der herausragendsten Interviews im Spiegel sprach Martin Heidegger im September 1966 offen über seine politische Vergangenheit.

16. “Der Mensch ist der Nachbar des Seins.”

Die Philosophie Heideggers hat viele Denker weltweit geprägt, besonders erfolgreich war sie jedoch in Frankreich. Große Denker wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Jean Paul Sartre wurden direkt von ihm beeinflusst.

18. “Man stirbt am Ende auch einmal.”

Das philosophische Grundlagenwerk von Martin Heidegger wurde vielfach kritisiert, unter anderem von Bertrand Russell, Rudolf Carnap, Roger Scruton, Herbert Marcuse und Theodor Adorno.

Zitate von Martin Heidegger
Martin Heidegger ist für seine Wortschöpfungen und seine besondere Sprache bekannt, die die Lektüre seiner Werke erschwert.

19. “Das Bleibende im Denken ist der Weg. Und Denkwege bergen in sich das Geheimnisvolle, dass wir sie vorwärts und rückwärts gehen können, dass sogar der Weg zurück uns erst vorwärts führt.”

Das Gedankengut Heideggers diente als Inspiration für mehrere Filmproduktionen, unter anderem “The Ister” (2004) und der Kurzfilm “Die Entnazifizierung des MH” (2006).

20. “Der Tod ist die Möglichkeit der schlechthinnigen Daseinsunmöglichkeit.”

Heidegger wurde auf dem Friedhof seines Heimatortes in einer christlichen Zeremonie beigesetzt. Sein philosophischer Nachkomme, Bernhard Welte, hielt die Grabrede.

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  • Stolorow, R. D., Atwood, G. E., & Orange, D. M. Heidegger’s Nazism and the hypostatization of being. International Journal of Psychoanalytic Self Psychology. 2010; 5(4), 429-450.