Wieso wir anderen vertrauen

2. Mai 2016 en Kuriositäten 0 Geteilt

Vertrauen ist in der Liebe, in Geldangelegenheiten und anderen Teilen unseres täglichen Lebens wichtig, in denen es ein Risiko gibt. Eine wissenschaftliche Untersuchung gibt nun Aufschluss darüber, was uns dazu bewegt, anderen zu vertrauen: Die von einem Forscherteam am Dartmouth College (New Hampshire, USA) durchgeführte Studie wurde in der Zeitschrift Journal of Neuroscience  veröffentlicht.

Vertrauen in menschlichen Beziehungen

Für das menschliche Leben ist die Zusammenarbeit ein essenzieller Bestandteil. Zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen ist grundsätzlich etwas Erfreuliches. Außerdem ist es wichtig, grundlegende soziale Bedürfnisse zu befriedigen, lang anhaltende Beziehungen zu entwickeln, sowie auch physisch und mental gesund bleiben.

Ein fundamentaler Aspekt dieser Zusammenarbeit ist das Vertrauen, welches immer ein gegenseitiges Risiko im Bezug auf die andere Person in sich birgt.

Vertrauen bedeutet, ein Risiko einzugehen

Die Entscheidung, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, ist zwar mit einem Risiko verbunden, stellt aber gleichzeitig auch die Grundlage für eine gefestigte Beziehung und für eine Beziehung mit Zukunft dar.

Die Forscher des Dartmouth College wollten die Mechanismen untersuchen, die in diesem Prozess zusammenarbeiten. Aus diesem Grund stellten sie ein Computermodell, das im Bezug auf soziale Werte arbeitet, auf die Probe, um die Entscheidungsfindung in der Zusammenarbeit vorherzusagen.

Freund hilft Freund

Welche Rolle spielen soziale Werte bei der Entscheidungsfindung?

An der Studie nahmen 26 Probanden teil, die wiederholte Male ein Vertrauensspiel spielten. Die Probanden dachten, dass sie ein ökonomisches Investitionsspiel spielen würden, einige Male mit einer vertrauten Person, andere Male mit einem Fremden und wiederum ein paar Male mit einem Computer. Doch in Wahrheit spielten sie immer mit einem einfachen Algorithmus, durch den ein gegenseitiges Vertrauen in 50% der Fälle möglich war.

Die Forscher entwickelten ein Modell, das die Entscheidung jedes einzelnen Spielers in jeder einzelnen Spielrunde aufgrund zuvor gemachter Spielerfahrungen vorhersagte. Die Ergebnisse belegten, dass die Probanden positive Interaktionen mit einem nahestehenden Freund erfreulicher fanden als die mit einer Maschine oder sogar einer unbekannten Person. Auch konnten die Forscher beobachten, dass das auf soziale Werte ausgelegte Modell dabei besser half, die Investitionsentscheidungen vorauszusagen als die Modelle, die nur den finanziellen Input in Betracht zogen.

Das Verhalten wurde durch das Modell und aufgrund der Tatsache, wie nahe sich zwei Personen stehen, vorhergesagt.  Bei den Testpersonen reagierte das Belohnungszentrum im Gehirn auf den sozialen Wert der Gegenseitigkeit bei gemeinsamen, von Bedingungen abhängigen Entscheidungen. Diese Reaktion bezüglich des sozialen Wertes wurde auf eine erhöhte Aktivität im ventralen Striatum und im präfrontalen medialen Cortex zurückgeführt, die die Parameter der Belohnung des Modells im Bezug auf den sozialen Wert bedeutend vorhersagten.

Mann sitzt vor Computer

Vertrauen und Belohnung

Der neurologische Befund zeigte, dass bestimmte Reaktionen die im Gehirn im ventralen Striatum und im präfrontalen medialen Cortex beobachtet wurden, im Zusammenhang mit dem sozialen Wert standen, als die Probanden Entscheidungen trafen. Das ventrale Striatum spielt beim Belohnen eine entscheidende Rolle, während hingegen der präfrontale mediale Cortex im Zusammenhang mit dem mentalen Zustand einer Person steht. Im Allgemeinen haben diese Gehirnareale auch gezeigt, dass das soziale Belohnungszentrum der Spieler mehr angeregt wurde als sie sich bewusst waren, als sie mit ihrem Freund zusammen spielten. Das passierte trotz der Tatsache, dass die Testpersonen lernten, dass jeder Spieler nur zu 50% der Zeit eine alternative Bewegung vornimmt. Aber gerade weil das Belohnungszentrum der Spieler angeregter war, vertrauten sie ihrem Freund letztendlich mehr als allen anderen Spielern des gesamten Spiels.

„Diese Ergebnisse belegen die Wichtigkeit von sozialen Beziehungen bezüglich unserer täglichen Entscheidungsfindung und besonders im Bezug darauf, wie Beziehungen unseren erhaltenen Wert, verbunden mit einer bestimmten Lösung, verändern“,  erklärt Lucas Changel, Coautor der Studie. Die Forscher sind der Meinung, dass aufgrund dessen die Kalkulation des sozialen Wertes das Verhalten bei einer Zusammenarbeit bei wiederholten Interaktionen begünstige.

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