Wie sehen Schüler mit Schulangst die Schule?

18. Dezember 2018

Was halten Schüler von der Schule? Diese wesentliche Frage hilft uns, die Einstellung der Schüler zum Lernen zu verstehen. Wenn sie die Schule in einem positiven Licht sehen, werden sie selbst motiviert sein, hart zu arbeiten. Es wird auch einfacher sein, sie zu unterrichten. Im Gegensatz dazu sind negative Gefühle und Schulangst mit ineffektivem Lernen und einer Ablehnung der Schule verbunden.

Verschiedene Studien kamen zu alarmierenden Ergebnissen bezüglich der Gedanken und Gefühle zur Schule, die die Schüler hegen. Einige Untersuchungen zeigten, dass bis zu 35 % der Schüler nicht in den Unterricht gehen will. Diese Resultate sind umso beunruhigender, wenn wir davon ausgehen, dass die meisten von uns, einschließlich der Kinder, eine angeborene Motivation zum Erwerb von Wissen und zur Selbstverwirklichung haben. Die Schule ist eine Institution, die im Prinzip dazu bestimmt ist, diesem Bedürfnis gerecht zu werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, was uns zu dem Schluss führt, dass es bestimmte Faktoren geben muss, die die Wahrnehmung der Schüler von der Schule negativ beeinflussen.

Warum Schüler die Schule ablehnen

Schulangst ist einer der Hauptgründe, warum einige Schüler die Schule ablehnen.

Die Angst vor der Schule ist der zentrale Faktor, der die Ablehnung der Schule durch die Schüler weitgehend erklärt. Der Schulbesuch führt zu hohem Stress bei den Schülern, und damit zu einer Vermeidungsreaktion. Dies geschieht, wenn die Angst, die beim Schulbesuch wahrgenommen wird, größer wird als die Befriedigung, die beim Lernen erreicht wird, als die Selbstverwirklichung, die im Unterricht möglich ist. Wir müssen bedenken, dass negative Aspekte wie Schulangst eine größere Kraft haben als langfristige Impulse, auch wenn letztere positiv sind.

Warum leiden Schüler unter Schulangst? Um dieses Problem zu analysieren, ist es am besten, ihre Perspektive nachzuvollziehen. Wir müssen uns in die Lage der Kinder versetzen, die in den Unterricht gehen. Wenn wir das tun, werden wir bald feststellen, dass sie einen zu langen Stundenplan, hohen Leistungsdruck, langweilige Fächer und wenig Motivation haben.

Kind mit Schulangst

Stundenplan

Kinder stehen von Montag bis Freitag jeden Morgen sehr zeitig auf, um 6 bis 8 Stunden im Unterricht zu sein. Darüber hinaus müssen sie jeden Tag, wenn sie nach Hause kommen, eine Reihe von Hausaufgaben erledigen. Dies dauert weitere 2 bis 4 Stunden, je nach Leistung und Klassenstufe. Und wenn sie in Klassenarbeiten gute Noten erreichen wollen, müssen sie dann auch noch lernen.

Wenn wir alles zusammenrechnen, kommen wir auf ein Soll von etwa 50 bis 65 Stunden pro Woche, was viel länger als eine gesetzliche Arbeitswoche ist. Darüber hinaus belegen viele Eltern den Rest der Zeit ihrer Kinder mit außerschulischen Aktivitäten. Die Kinder ersticken förmlich zwischen all ihren Aufgaben und Verpflichtungen.

Dies führt unweigerlich zu Angst, zur Ablehnung der Schule und allem, was sie repräsentiert. Die Schule wird für die Kinder zu einem Ort des Grauens, egal wie sehr sie mit Wissenserwerb verbunden ist. Daher ist Freizeit für jedes Kind unerlässlich.

Hoher Leistungsdruck

Unser Bildungssystem verwendet ein Bewertungssystem, das auf Berichten in Form von Buchstaben oder Zahlen im Zusammenhang mit der gezeigten Leistung basiert. Es ist ein sehr kompetitives System. Diejenigen, die gute Noten schreiben, werden gelobt, während diejenigen mit schlechten Noten getadelt werden.

Darüber hinaus erkennen wir eine starke Tendenz, diese Misserfolge oder Erfolge allein den Schülern zuzuschreiben. Tatsächlich sind die Lehrer zumindest mitverantwortlich, und diese Situation führt zu Spannungen. Die Schüler fühlen sich unter Druck gesetzt, die besten Noten in der Klasse zu bekommen. Sie vergessen, dass ihr ultimatives Ziel darin besteht, zu lernen, Wissen zu assimilieren und die Fähigkeit zu erwerben, Informationen und Ressourcen zu finden, zu nutzen und zu verwalten. Aus diesem Grund werden sich diejenigen Schüler, die die von Dritten gestellten Erwartungen nicht erfüllen, ängstlich fühlen.

Stellen wir uns eine Schule vor, die sich, anstatt die Schüler zum Bestehen von Prüfungen zu drängen, auf ihre Schwächen konzentriert und ihre Stärken fördert. Es ist leicht vorstellbar, dass die mit der Leistung verbundene Angst verschwinden würde. Sie müssten keine hohen Standards mehr erfüllen und würden Bewertungen oder Tests nicht mehr als Bedrohungen betrachten.

Langeweile und Unterricht, der auf passivem Lernen basiert

Dieser Faktor hat keinen direkten Einfluss auf die Schulangst, aber er ermutigt die Schüler indirekt, die Schule abzulehnen. Wenn der Unterricht nicht interessant genug gestaltet wird, sind sie weniger motiviert zu lernen. Das bedeutet, dass bei einem Minimum an Angst der Wunsch des Schülers nach Lernerfolgen schwinden wird.

Viele Lehrer halten nach wie vor Frontalunterricht und die Schüler müssen sich die vermittelten Inhalte merken, ohne diese infrage stellen zu können. Tatsächlich ist die Reflexion mancherorts noch verpönt. Die Schüler lernen also oberflächlich. Diese Art des Lernens ist wirklich langweilig und nicht sehr motivierend.

Frontalunterricht in Physik

Damit sich die Schüler zum Lernen motiviert fühlen, muss das neue Wissen für sie relevant erscheinen. Das wird durch aktives Lernen erreicht. Ihre Lehrer, Eltern und sonstige Betreuer sollten sie ermutigen, intuitive Theorien zu erforschen, um die Realität auf eine neue Weise zu sehen. Ein gutes Bildungssystem ist eines, das die Schüler nicht ängstlich werden lässt. Da wir sie nicht zwingen können, zu lernen, muss die Selbstverwirklichung die intrinsische Motivation sein, die sie antreibt.