Wie man mit dem Tod eines Haustieres fertig wird

· 13. August 2018

Der Umgang mit dem Tod eines Haustieres ist eine Erfahrung, die wir alle, die Tiere lieben, irgendwann erlernen müssen. Aber erleben wir Trauer und Verlust alle auf die gleiche Weise? Die Antwort ist nein. Obwohl Trauer ein universelles Phänomen ist, ist die Art und Weise des Umgangs mit Trauer von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt unter anderem von kulturellen und religiösen Faktoren ab.

So wie Trauer beim Verlust von Menschen aufkommt, so entsteht sie auch, wenn wir unsere Haustiere verlieren. Aber wieso erfahren Menschen Trauer beim Tod eines Tieres? Ganz einfach, weil die Verbindung, die zwischen den Menschen und dem Haustier bestand, das Tier zu einem Teil der Familie machte.

Und als mir klar wurde, dass du nicht zurückkommen würdest, merkte ich, dass das Atmen wehtut.

Menschen, die das Leiden nicht akzeptieren, werden ihr ganzes Leben lang leiden

Thelma Duffey von der University of Texas (Texas, USA) bestätigt, dass der Tod eines Tieres als eine wirklich schmerzhafte Erfahrung erlebt wird. Zu diesem Leiden kommen die kulturellen Tabus hinzu, die mit der Trauer um den Verlust eines Tieres verbunden sind. Dieser Schmerz wird von einem großen Teil der Bevölkerung nicht verstanden, was den Trauerprozess umso schwieriger macht.

Frau sitzt mit ihrem Haustier am Strand

Obwohl viele Menschen eine besondere Bindung zu ihren Haustieren aufbauen, gibt es andere, die diese Bindung nicht entwickeln und daher nicht in der Lage sind, die Beziehungen zwischen Mensch und Tier zu schätzen. Wer diese Beziehung nicht versteht, unterschätzt oft den Verlust und macht sogar Bemerkungen wie „Es war doch nur ein Hund“, „Hole dir einen anderen“  und „Warum bist du so traurig wegen eines Tieres?“.

Der Verlust eines Haustieres kann einer der schwierigsten Momente im Leben eines Menschen sein, auch wenn er auf sozialer Ebene nicht die gleichen Folgen hat, die mit dem Tod eines Menschen einhergehen. Laut einer Studie des Department of Animal Sciences der University of Hawaii (Hawaii, USA) empfinden 30 % der Besitzer sechs Monate oder länger Schmerz, während der Tod des Tieres für 12 % gar ein lebenslang prägendes traumatisches Ereignis ist.

Sage auf Wiedersehen, wenn du nicht verletzt werden willst; was wehtut, ist das, was du nach diesem Abschied vermissen wirst.

Wie können wir mit der Trauer um den Tod eines Haustieres umgehen?

Der Trauerprozess besteht aus vier Phasen; dieselben, die wir erleben, wenn ein Mensch, der uns nahesteht, stirbt:

  • Leugnung. Zu diesem Zeitpunkt können wir uns noch nicht mit dem Verlust abfinden und nutzen die Leugnung des Geschehens als Abwehrmechanismus, um die Auswirkungen aufzuschieben. Um diese Phase voranzubringen, ist es empfehlenswert, das Spielzeug unseres Haustiers, Näpfe etc. wegzustellen.
  • Ausdruck von Emotionen: Traurigkeit, Depression oder Wut. Wir können viele Emotionen als Folge unseres Verlustes verspüren. Um diese Emotionen zu lindern, sollten wir nicht versuchen, unsere Tränen zurückzuhalten. Wir müssen nicht so tun, als wäre alles in Ordnung, wenn dem nicht so ist; wir müssen unsere Emotionen rauslassen und sie erleben. Was wir tun sollten, ist, uns den Verlust spüren und die Tränen fließen zu lassen, denn das ist alles Teil des Heilungsprozesses.
  • Rekonstruktion. In diesem Stadium kommen wir mit der Leere zurecht, die unser Haustier hinterlassen hat, und wir erkennen all die täglichen Routinen, die wir mit unserem Haustier geschaffen haben. Routinen, von denen wir vielleicht nicht wussten, dass sie ein so wichtiger Teil unseres Lebens geworden waren. Routinen, wie z. B. mit unserem Hund spazieren gehen, mit ihm im Park spielen, sich auf dem Sofa entspannen. Was wir jetzt tun müssen, ist, neue Routinen zu schaffen.
  • Mit der Erinnerung an unser Haustier anders umgehen. Es geht darum, in die Zukunft zu blicken und auf dem Weg der Besserung voranzukommen. Dadurch werden wir uns an die ungeheure Liebe erinnern, die wir ihm gegenüber empfunden haben.

Zu überwinden heißt nicht, zu vergessen; zu überwinden bedeutet, zu erkennen, dass er nicht mehr für uns da sein wird, sondern dass er uns so glücklich gemacht hat, als er es war.

Silhouette einer Frau und ihres Hundes

Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächele, weil es passiert ist

Wir alle durchleben ähnliche Situationen auf eine andere Art und Weise. Wir werden nicht alle die gleiche Zeit brauchen, um uns von der Trauer über den Tod eines Haustieres zu erholen.

Einige von uns entscheiden sich für ein anderes Haustier, andere für ein Leben ohne tierische Begleitung. Wir sollten uns nicht schlecht fühlen, wenn wir uns für ein anderes Haustier entscheiden. Wir müssen erkennen, dass es nicht darum geht, zu ersetzen, sondern eine neue Straße voller neuer Routinen und wunderbarer Erfahrungen mit einem neuen Herz an unserer Seite zu beginnen.