Wie man das Empty-Nest-Syndrom überwindet

7. März 2016 en Psychologie 0 Geteilt

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Kinder das Haus verlassen. Die Kinder werden flügge und treffen irgendwann die Entscheidung, rauszugehen und sich auf ihren eigenen Weg zu machen. Dieser Prozess ist ein ganz normaler Teil des Lebens und doch kann das Verlassen des Hauses auf die Eltern eine Wirkung haben, die man als Empty-Nest-Syndrom bezeichnet. Dieses Syndrom beschreibt die Probleme, auf die Eltern stoßen, wenn auf einmal „das Nest wieder leer ist“.

Wie sollen wir damit umgehen, wenn unsere Kinder ausziehen? Wie können wir wieder zu einem Leben nur mit dem eigenen Partner zurückfinden, nachdem wir so lange mit mehreren Menschen unter einem Dach gelebt haben? Wie können wir verhindern, dass wir uns einfach nur „alt“ fühlen? Das sind einige der Fragen, denen Eltern sich stellen müssen, wenn die Kinder das Haus verlassen.

Für diejenigen, die an dem Empty-Nest-Syndrom leiden, bedeutet das meistens, negative Gedanken und Gefühle zu haben wie zum Beispiel Unsicherheit, Traurigkeit und eine Sehnsucht nach der Vergangenheit. Diesem Phänomen begegnen Eltern, wenn ihre Kinder aus dem Haus ausgeflogen sind. Plötzlich sind sie wieder ganz für sich allein, nachdem sie so lange für ihr Kind bzw. ihre Kinder gesorgt hatten.

Obwohl diese Gefühle normal sind und in der Regel nach einiger Zeit auch wieder verschwinden, können sie auch zum echten Problem werden. Anstatt stetig schwächer zu werden, halten sie sich dann und nehmen chronische Ausmaße an. Zusätzlich verschlimmert werden können sie dadurch, dass man sich zu sehr mit dem Gedanken beschäftigt, dass man „im Herbst seines Lebens“ angekommen ist, was mit dem Phänomen der Wechseljahre zusammenhängt.

Deshalb ist es sehr wichtig, darüber zu reden, was sich im Leben von Eltern abspielt, deren Kinder ausgezogen sind, und wie dieser Umstand die Ehe beeinflussen kann.

Es ist nicht so, dass Eltern mit dem Empty-Nest-Syndrom sich nicht darüber freuen würden, wenn ihre Kinder heiraten oder/und unabhängig werden. Sie haben lediglich Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen, dass das Haus nun ziemlich leer ist und sie ihre gewohnte Routine verändern müssen.

Sagen wir, im Durchschnitt zieht ein Mensch mit etwa 20 Jahren von zu Hause aus, um sein Leben zu leben, um eine eigene Familie zu gründen. Das ergibt dann immerhin zwei Jahrzehnte seitdem die Eltern das letzte Mal ganz für sich allein waren (davon ausgehend, dass sie immer noch verheiratet sind). In dieser Zeit ist sicherlich viel passiert.

In dieser Phase erlebt ein Paar eine Zeit des Wiederentdeckens, eine Zeit, in der ein alter, lange zurückliegender Abschnitt wiederauflebt, der vielleicht sogar schon in Vergessenheit geraten ist. Diesen Vorgang zu erleben, kann schwierig sein, denn beide Partner sind ja reifer geworden und haben sich im Vergleich zu der Zeit, wo die Kinder noch nicht da waren, stark verändert.

Aus diesem Grund ist es besser, diesen neuen Lebensabschnitt ohne Kinder mit Freude zu beginnen, anstatt mit Traurigkeit oder Sehnsucht. Ja, am Anfang mag das ein harter Schritt sein, aber: ç’est la vie! – Das ist das Leben!  Man sollte sich daran erinnern, dass man selbst ja auch mal Kind war und dass irgendwann der Punkt kam, an dem man ausgezogen ist.

Wenn ein Kind geboren ist, schneiden wir zwar seine Nabelschnur durch, aber dann entwickeln wir andere, stärkere Verbindungen, wenn unsere Kinder aufwachsen. Wenn wir dann aber unsere erwachsen gewordenen Kinder weiterhin so behandeln, als seien sie immer noch kleine Kinder, macht das den Prozess des Ausziehens viel schwerer. Ein zu starkes Klammern ist den Kindern gegenüber unfair.

Wie kann man das Empty-Nest-Syndrom überwinden?

Im Folgenden findest du einige unserer Ratschläge, wie sich das Empty-Nest-Syndrom überwinden lässt:

  • Betrachte die Situation aus einer anderen Perspektive. Anstatt sich so sehr auf die negativen Seiten der Situation zu konzentrieren, solltest du dich auf die positiven Aspekte fokussieren. Du könntest zum Beispiel an das Wohlergehen deiner Kinder denken: Und wenn sie glücklich sind, kannst du dich ebenfalls mit ihnen freuen!
  • Arbeite an der Beziehung mit deinem Partner. In dieser Phase ist es gut, die Beziehung durch gemeinsame Aktivitäten zu stärken, die man vielleicht aufgeschoben hat, weil die Kinder da waren.
  • Bringe deine Gefühle zum Ausdruck. Es ist immer gut, zu formulieren, was man gerade fühlt und manchmal kann dir dieser Schritt dabei helfen, sie zu überwinden.
  • Tu Dinge, die dich glücklich machen. Manchmal schieben wir aufgrund der Anforderungen des Lebens Dinge, die wir eigentlich tun wollen, auf. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem du sie endlich angehen kannst! Dadurch lenkst du dich auch von all den negativen Gefühlen ab und erlebst, dass das Leben tatsächlich weitergeht.
  • Arbeite an der Beziehung zu deinen Kindern. Möglicherweise hilft der Auszug der Kinder, die Kommunikation zwischen dir und ihnen wieder in Gang zu bringen und so eine gesunde und glückliche Beziehung zu ihnen zu entwickeln.

Es ist wichtig, dass wir uns vor Augen halten, dass unsere Beziehung zu unseren Kindern nicht beendet ist, weil sie ausgezogen sind. Sie wird sich lediglich verändern und es ist deine Aufgabe, an ihr zu arbeiten wie an jeder anderen Beziehung auch.

Auch interessant