Was zeichnet eine offene Beziehung aus? 9 überraschende Aspekte!

· 18. Februar 2016

Offene Beziehungen oder Polyamorie gibt es immer häufiger und sie werden mit mehr Normalität betrachtet. Allerdings ist dieses Beziehungsmodell noch immer mit vielen Klischees behaftet oder es erhält einen geheimnisumwitterten Nimbus. Dies führt dazu, dass viele Menschen solche Beziehungen nicht tolerieren, weder bei sich noch bei anderen.

Es lässt sich feststellen, dass viele Paare sich dafür entscheiden, eine offene Beziehung zu führen. Aktuelle Untersuchungen zu diesem Thema haben äußerst aufschlussreiche Informationen über dieses Beziehungsmodell zu Tage gebracht.

Was offenbart uns die Forschung zum Thema offene Beziehung?

Die interessantesten Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen zum Thema der offenen Beziehung sind vor allem die folgenden:

1 – Offene Beziehungen trifft man häufiger bei homosexuellen Paaren an als in heterosexuellen Beziehungen. Dort sind sie bei schwulen Paaren verbreiteter als bei lesbischen Paaren.

2 – Bis zu 40% der Männer und bis zu 25% der Frauen wären bereit, über eine offene Beziehung nachzudenken. Hier ist es aufschlussreich, dass viele Personen bereit wären, eine solche Beziehung zu führen, wenn sie gesellschaftlich akzeptierter wäre.

3 – Es gibt eine natürliche Veranlagung zur Monogamie oder auch nicht. So gibt es komplett monogam veranlagte Personen und solche, die es überhaupt nicht sind. Andere wiederum befinden sich irgendwo dazwischen.

4 – Das Stigma, das offenen Beziehungen anhaftet, ist sehr stark und heftig. Es ist eine Tatsache, dass Menschen, die in offenen Beziehungen leben, in Bezug auf Verbindlichkeit, Vertrauen, Eifersucht, Großzügigkeit, Bildung und Erfolg grundsätzlich schlechter beurteilt werden als monogam lebende Personen.

Dies führt zu einem sogenannten Halo-Effekt, bei dem man von einer als negativ beurteilten Eigenschaft Rückschlüsse auf andere Charakterzüge und Verhaltensweisen einer Person zieht, obwohl diese gar nichts mit ersterer zu tun haben. Das Stigma ist so stark, dass Menschen, die in offenen Beziehungen leben, sogar ganz allgemein weniger wertgeschätzt werden als monogame lebende Personen.

5 – Aber nicht jede offene Beziehung wird in gleicher Weise abgewertet. So werden zum Beispiel Swinger (Paare, die gemeinsam mit anderen Personen, zu dritt oder in der Gruppe Sex haben) als obszöner, unmoralischer, unverantwortlicher und unreifer eingeschätzt als Menschen, die wechselnde (Sex-) Partner haben.

Menschenkette

Paare, die das Modell einer offenen Partnerschaft leben, in der sie gelegentlich sexuelle Beziehungen mit anderen Personen haben, stehen irgendwo dazwischen.

6 – Menschen, die offene Beziehungen leben, sind häufig verantwortungsbewusster hinsichtlich der sexuellen Gesundheit ihrer Sexualpartner und -partnerinnen. So wurde festgestellt, dass sie weniger Alkohol und Drogen konsumieren und mehr Vorkehrungen ergreifen, um die Übertragung sexueller Krankheiten zu vermeiden.

In diesem Sinn ist die Rate der Erkrankungen dieser Art bei Personen mit offenen Beziehungen genau so hoch wie die bei monogam lebenden Personen.

7 – Swinger geben an, ein emotional und sexuell erfüllteres Leben zu führen als der Großteil der restlichen Bevölkerung, wie bei den Untersuchungen festgestellt wurde.

8 – Menschen in offenen Beziehungen leiden weniger unter Eifersucht als monogame Paare. Das trifft vor allem auf die homosexuellen Paare zu. Dies ist kein überraschendes Ergebnis, denn eine offene Beziehung setzt voraus, dass man es akzeptiert, dass der Partner mit anderen Menschen eine Beziehung eingeht. Eifersucht kommt zwar vor, allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß.

9 – Ein letztes interessantes Ergebnis der Untersuchungen zum Thema offene Beziehungen ist, dass diese Paare eine gleiche oder sogar bessere Qualität der Partnerschaft leben als monogam lebende Paare. Dies betrifft die Zufriedenheit, Intimität, Vertrauen, Verbindlichkeit und Kommunikation, wobei dies von der Art der offenen Beziehung abhängt.