Wie kannst du eine gesunde Work-Life-Balance erreichen?

20. September 2019
Es ist sehr wichtig, dass du dir eine gesunde Work-Life-Balance schaffst. Die damit verbundenen Anstrengungen werden sich auf jeden Fall für dich lohnen, denn du wirst zufriedener und viel produktiver werden.

Eine gesunde Work-Life-Balance im Leben zu erreichen ist nicht immer ganz einfach. Durch den technologischen Fortschritt sind wir heutzutage oftmals rund um die Uhr beruflich verfügbar. Wenn du diese Situation kennst, dann weißt du, dass eine gesunde Work-Life-Balance dadurch noch schwerer zu erreichen ist. Daher ist es sehr wichtig, dass du dir selber Grenzen setzt, um einen Ausgleich zwischen deinem Beruf und deinem Privatleben zu schaffen.

Zunächst einmal solltest du verstehen, dass eine stärkere Vernetzung nicht gleichbedeutend mit höherer Produktivität ist. Daher ist es nicht zielführend, wenn du deine Freizeit oder deine Hobbies vernachlässigst, um stattdessen noch mehr zu arbeiten. Deine Produktivität wird sich dadurch nicht steigern.

Ganz im Gegenteil. Wenn du dich zu sehr auf dein berufliches Leben fokussierst, dann kann das viel Stress verursachen. Außerdem wirst du unzufriedener und unglücklicher werden. Daher ist es extrem wichtig, dass du eine gesunde Balance zwischen deinem Berufs- und deinem Privatleben schaffst. So wirst du den nötigen Ausgleich und genügend Erholung bekommen und dich insgesamt besser und gesünder fühlen.

“Ich glaube, dass Erfolg darin besteht, dass man in allen Lebensbereichen Erfolgsgeschichten vorweisen kann. Du kannst nicht wirklich als beruflich erfolgreich gelten, wenn dein Privatleben in Trümmern liegt.“

-Zig Ziglar-

Work-Life-Balance - Frau am Computer

Anzeichen dafür, dass du an deiner Work-Life-Balance arbeiten solltest

In einer seiner Veröffentlichungen hat Tom Fryers drei Arten von Menschen beschrieben, die zu viel arbeiten:

  • Diejenigen, die selbständig sind und das Gefühl haben, dass ihr Unternehmen nicht ohne sie erfolgreich sein kann.
  • Angestellte, die sich so sehr mit ihrer Arbeit identifizieren, dass sie sich praktisch rund um die Uhr dafür engagieren. Manche Akademiker und viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen und sozialen Bereich haben dieses Problem.
  • Diejenigen, die sehr viel arbeiten, weil ihre Kultur, das Unternehmen, in dem sie arbeiten oder die Gesellschaft dies so von ihnen erwartet. Oftmals sind sie davon überzeugt, dass sie 150% leisten müssen, um ihre Anstellung zu behalten oder befördert zu werden.

Die ersten beiden Gruppen bestehen aus Menschen, die sich selber für ihr berufliches Umfeld entschieden haben. In der dritten Gruppe ist das meistens nicht der Fall. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Menschen dieser Gruppe die negativen Auswirkungen einer schlechten Work-Life-Balance weitaus deutlicher spüren und mehr unter ihnen leiden.

Der Grund ist, dass Unternehmer und Angestellte, die sich sehr mit ihrem Beruf identifizieren, freiwillig diesen Lebensstil für sich gewählt haben. In der dritten Gruppe ist dies nicht der Fall. Sie arbeiten, weil sie die Erwartungen ihres Umfeldes erfüllen müssen. Daher werden sie wohl auch wesentlich seltener Erfüllung und Zufriedenheit bei ihrer Arbeit finden. Außerdem haben sie oftmals das Gefühl, dass sie ihr Leben nicht wirklich selber bestimmen können.

Nachfolgend findest du einige Anzeichen dafür, dass deine Work-Life-Balance nicht wirklich ausgeglichen ist:

  • Du arbeitest viel mehr als deine Kollegen.
  • Du kannst nur schwer oder gar nicht nach der Arbeit abschalten, sie beschäftigt dich permanent.
  • Außerdem hast du das Gefühl, dass dein persönlicher Wert ausschließlich von deinem beruflichen Erfolg abhängt.
  • Dein Privatleben leidet unter dieser Situation.
  • Deine Gesundheit ist durch dein Arbeitspensum beeinträchtigt.
  • Darüber hinaus vernachlässigst du deine Hobbies und Freizeitaktivitäten, die du früher gerne unternommen hast.
  • Unabhängig davon, wie viel du arbeitest, hast du dennoch stets das Gefühl, nicht genug getan zu haben.

Fünf Tipps, wie du deine Work-Life-Balance wieder herstellen kannst

Um deine Work-Life-Balance wieder herzustellen, musst du dein Berufsleben anders organisieren. Denke daran, dass dieses einen sehr großen Einfluss auf dein gesamtes Leben hat. Letztendlich entscheidest du selber, wie viel Stunden du arbeitest und welche Aufgaben du nach Arbeitsende zusätzlich noch erledigst. Du triffst auch alle Entscheidungen darüber, was sonst noch in deinem Leben wichtig ist. Es liegt also in deiner Hand, wenn du etwas ändern möchtest.

Daher ist es durchaus realistisch und machbar, sich eine gesunde Work-Life-Balance zu erschaffen. Bedenke dabei auch, dass der Ausgleich der einzelnen Lebensbereiche dazu führen wird, dass du dich insgesamt besser und ausgeglichener fühlen wirst.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sehr lange Arbeitswochen nicht unbedingt deine Produktivität steigern. Im Gegenteil: wenn du mehr als 49 Stunden pro Woche arbeitest, dann wirkt sich das negativ auf deine Produktivität und Effektivität aus.

1. Führe ein Tagebuch und dokumentiere, wie du deinen Tag verbringst

Wie verbringst du deine Tage? Bist du im Autopilot und arbeitest Dinge einfach systematisch ab oder bist du dir über alle Dinge bewusst, die passieren? Es ist sehr wichtig, dass du einmal gründlich darüber nachdenkst.

Der erste Schritt ist der, dass du erkennst und akzeptierst, wo du gerade stehst, was du tust und wie sich all das auf dich auswirkt. Es gibt verschiedene Instrumente, wie du dies analysieren kannst. Eine der einfachsten Möglichkeiten ist es, ein Tagebuch zu schreiben.

Dadurch erhälst du eine sehr genaue Beschreibung der Gefühle, die du während deines Tages empfindest. Welche Aktivitäten tun dir gut und welche machen dich eher unzufrieden? Wenn du diese Fragen beantworten kannst, dann kannst du damit beginnen, dein Arbeitsleben neu zu organisieren.

Work-Life-Balance Buch

2. Organisiere, priorisiere und streiche manche Aktivitäten

Das Verständnis darüber, womit du dich tatsächlich beschäftigst, ist ein weiterer Aspekt, der dir zu einer besseren Work-Life-Balance verhelfen kann. Wenn du weißt, was du genau tust, dann kannst du entscheiden, welche Aktivitäten sinnvoll sind und welche du künftig vermeiden solltest.

Bei der Auswahl der sinnvollen Aktivitäten solltest du konsequent sein. Priorisiere die Aufgaben nach Wichtigkeit und nach ihrem Nutzen und vermeide künftig alles, was dir nur Energie raubt oder dir keinen Nutzen bringt.

“Es genügt nicht, beschäftigt zu sein. Das sind Ameisen auch. Die Frage ist: Womit beschäftigen wir uns?“

-Henry David Thoreau-

3. Digitale Entgiftung für eine gesunde Work-Life-Balance

Wenn du während deiner Arbeit sehr oft digitale Medien und Technik benutzt, dann kann es sehr hilfreich sein, wenn du dich regelmäßig digital entgiftest. Das bedeutet, dass du Phasen einlegst, in denen du völlig auf technische Geräte verzichtest. Du kannst beispielsweise während einer bestimmten Tageszeit einfach dein Handy abstellen und beiseitelegen.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde belegt, dass die permanente Verfügbarkeit für zusätzliche Arbeitsaufgaben dazu führen kann, dass wir unruhiger sind und uns nicht so gut entspannen können. Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen der Stimmung und dem Energielevel, den wir haben, gefunden.

Der bloße Gedanke, dass du in deiner Freizeit eventuell auf ein berufliches Email antworten musst, kann dir das Gefühl vermitteln, dass du immer noch bei der Arbeit bist.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass Stunden, die du zwar nicht am Arbeitsplatz verbringst, in denen dein Arbeitgeber aber dennoch von dir erwartet, dass du verfügbar bist, nicht als Freizeit anzusehen sind. Dieses Ungleichgewicht ist eine Hauptursache für Arbeitsstress.

Vielleicht hast du das Bedürfnis, dich von den Technologien, die dich permanent an deinen Arbeitsplatz binden, zu befreien. Wenn das nicht geht, dann solltest du zumindest versuchen, nicht permanent verfügbar zu sein.

4. Es muss nicht immer alles perfekt sein

Sehr häufig arbeiten wir übermäßig viel und beeinträchtigen dadurch unsere Work-Life-Balance, weil wir glauben, unseren Job stets absolut perfekt erledigen zu müssen. Viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie mehr leisten müssen, da sie andernfalls den Erwartungen in der heutigen Arbeitswelt nicht gerecht würden und sich das nachteilig auf sie auswirken würde. Manche Menschen fürchten sogar, sie würden ansonsten ihren Job verlieren.

Eines der Probleme, unter denen perfektionistische Menschen leiden, ist die Überzeugung, dass jeder ihrer Fehler ein persönliches Versagen darstellt. Gesünder wäre es, wenn sie akzeptieren würden, dass Fehler ganz normal und ein Teil unseres Lern- und Wachstumsprozesses sind. Daher kann es passieren, dass perfektionistisch veranlagte Menschen zu folgenden Verhaltensweisen neigen:

  • Aufschieben von Aufgaben aus Angst davor, sie könnten diese nicht so erledigen, wie sie das selber von sich erwarten.
  • Sie haben das Gefühl, die Erwartungen anderer übertreffen zu müssen und engagieren sich daher über die Maßen, um die Aufgaben zu erledigen.
Work-Life-Balance Entspannung

5. Reduziere Aktivitäten und Beziehungen, die deine Zeit verschwenden

Um eine ausgewogene Work-Life-Balance zu erreichen, genügt es nicht, deine beruflichen Aktivitäten von deiner Freizeit zu trennen. Wichtig ist außerdem, dass du dich sowohl in beruflicher als auch privater Hinsicht zufrieden und ausgeglichen fühlst.

Wenn du in deinem Job sehr produktiv bist und viel leistest, dann kann dir das durchaus das Gefühl vermitteln, dass du eine bedeutungsvolle Arbeit leistest. Allerdings besteht hier auch die Gefahr, dass du dich übermäßig stark in deinem Job engagierst und dadurch dein Privatleben vernachlässigst. Dies wird auf Dauer zu einem Ungleichgewicht führen, das dich unzufrieden machen wird.

Daher ist es wichtig, dass du darauf achtest, in deiner Freizeit die notwendige Erholung zu bekommen. Gestalte sie, indem du Dinge unternimmst, die dir wirklich Freude bereiten. Außerdem solltest du die Zeit mit den Menschen verbringen, mit denen du dich wohl fühlst und mit denen du wirklich gerne zusammen bist.

Wenn du in deiner Freizeit Dinge unternimmst, bei denen du das Gefühl hast, deine Zeit zu vergeuden oder sie mit Menschen verbringst, die dir nicht gut tun, dann kann das sehr ermüdend sein. Und dann besteht die Gefahr, dass du dich stattdessen wieder mit beruflichen Themen beschäftigst.