Wie du Reuegefühle verhindern kannst: 6 Tipps

Ein Leben ohne Reue zu führen und fair und freundlich zu dir selbst zu sein, ist möglich, wenn du diese Schlüssel befolgst.
Wie du Reuegefühle verhindern kannst: 6 Tipps

Letzte Aktualisierung: 04. November 2021

Reuegefühle sind meist eine Reaktion auf die Diskrepanz zwischen getroffenen Entscheidungen und den Konsequenzen, die daraus resultieren. Du bedauerst zum Beispiel, dass nicht alles plangemäß abläuft, dass du Fehler machst oder Chancen verpasst.

Wenn du bei einer Entscheidung keine streng moralischen Kriterien berücksichtigt hast, kannst du sie danach bereuen, wenn du dir über die Folgen bewusst wirst. Auch wenn du bei einer Entscheidung nicht risikofreudig warst, bedauerst du vielleicht lange, dass du zu wenig Mut hattest und du musst mit deinen Schuldgefühlen leben.

1. Übe dich in Selbstliebe und Selbstakzeptanz

Wenn du Reue verspürst, solltest du nicht den Fehler machen, zu hart mit dir selbst umzugehen. Wir alle machen Fehler, und das disqualifiziert uns nicht als menschliche Wesen. Versuche, zu dir selbst genauso freundlich zu sein wie zu anderen und konzentriere dich nicht auf Situationen oder Dinge, die du nicht mehr ändern kannst.

Denke daran, dass du deine Entscheidungen anhand jener Informationen getroffen hast, die dir zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung standen. Vielleicht bist du heute erfahrener und denkst klarer, deshalb weißt du, dass du anders hättest handeln sollen.

Aber bedenke, dass die Person, die du heute bist, von den Entscheidungen geprägt wurde, die du heute vielleicht bereust. Dich selbst zu akzeptieren bedeutet auch, die Versionen deines früheren Selbst zu akzeptieren.

Wie du Reue verhindern kannst

2. Konzentriere dich auf die Gegenwart, um Reuegefühle zu verhindern

Schuld- und Reuegefühle gründen meist auf vergangene Ereignisse oder Entscheidungen. Du solltest dich auf die Gegenwart konzentrieren, um die einfachen Alltagsmomente zu genießen, anstatt ständig nur an Vergangenes zu denken. Du kannst es sonst in Zukunft bereuen, besondere Momente im Alltag nicht bewusst erlebt zu haben.

3. Drücke deine Gefühle aus

Wenn du lernst, deine Gefühle auszudrücken, kannst du auch deine Reue äußern. Damit ist es dir möglich, Unterstützung zu finden, um deine negative Wahrnehmung zu verändern und deine Schuld- und Versagensgefühle zurückzulassen.

Wenn du deinen Freunden, deiner Familie oder deinem Partner mitteilst, wie sehr du sie liebst, kannst du gesündere und dauerhaftere Beziehungen pflegen. Wenn du deine Dankbarkeit zum Ausdruck bringst, nimmst du deine Umgebung bewusster wahr und bist mit dir selbst und der Welt zufrieden.

Du solltest in der Lage sein, Ärger oder Unmut auszudrücken, und zwar immer auf selbstbewusste und respektvolle Weise. Viele bereuen Situationen, in denen sie nach den Erwartungen anderer gehandelt haben, anstatt ihre Autonomie auszuüben. Zu lernen, nein zu sagen, ist ein grundlegender Teil des Prozesses.

4. Lerne, Risiken einzugehen, um Reuegefühle zu verhindern

Wie bereits erwähnt, ist die Angst vor Risiken eine häufige Ursache für Reuegefühle, denn dadurch gehen viele Chancen verloren. Die Angst vor dem Scheitern versetzt uns oft in einen Zustand der Untätigkeit, der nur zu Konformismus, Passivität und Apathie führt.

Es ist normal, dass wir dazu neigen, Risiken zu vermeiden und immer den sichersten Weg zu gehen. Es gibt jedoch Zeiten, in denen es sich lohnt, die Lage und die Möglichkeiten eingehend zu prüfen, um Gelegenheiten ergreifen zu können.

In diesem Fall kann es auch wichtig sein, Unterstützung und Rat von Angehörigen zu erhalten, um verschiedene Perspektiven zu haben und die Entscheidung zu treffen, die unseren Wünschen am besten entspricht. Ferner bereichern neue Abenteuer (Aktivitäten, Mahlzeiten, Filme usw.) unser Leben mit Erfahrungen.

5. Schätze deine Leistungen

Du solltest deine alltäglichen und außergewöhnlichen Leistungen schätzen. Versuche, dich auf jene Dinge zu konzentrieren, bei denen du erfolgreich warst.

Vergleiche jene Dinge, die du bereust, mit denen, auf die du stolz sein kannst. Du wirst feststellen, dass du oft gute Entscheidungen getroffen hast. Natürlich hast du wie alle auch Fehler gemacht, doch sie definieren dich nicht, sondern haben deine Persönlichkeit geprägt.

Wie du Reuegefühle verhindern kannst

6. Vergiss deinen Sinn für Humor nicht, um deine Reuegefühle zu kontrollieren

Schließlich solltest du bedenken, dass viele Dinge, die schiefgehen, am Ende zu Anekdoten werden, die den Wert deiner Entwicklung aufzeigen können. Wenn du über deine Fehler lachen kannst, werden sie dir in vielen Fällen bewusster und helfen dir, sie zu überwinden.

Die positive Nutzung von Humor steht im Zusammenhang mit Kontaktfreudigkeit, Affektivität und Offenheit für Neues.

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  • Aidan Feeney, Eoin Travers, Eimear O’Connor, Sarah R. Beck & Teresa McCormack (2018) Knowing when to hold ‘em: regret and the relation between missed opportunities and risk taking in children, adolescents and adults, Cognition and Emotion, 32:3, 608-615, DOI: 10.1080/02699931.2017.1326373
  • Katherine Gasdaglis (2021) Moral regret and moral feeling(s), Inquiry, 64:4, 424-452, DOI: 10.1080/0020174X.2019.1592701