Wie du mithilfe dieser 3 Geschicklichkeiten einer Depression vorbeugen kannst

· 22. Juli 2017

Über das Thema Depression, wie sich diese äußert und auch wie den Symptomen die Stirn geboten werden kann, wird viel geredet. Doch ich bin der Meinung, dass auf einen wichtigen Punkt zu wenig eingegangen wird: Einer Depression kann man vorbeugen. Doch damit einem das gelingt, ist es notwendig, bestimmte Geschicklichkeiten zu entwickeln.

Jeder weiß, dass die Prävalenz der Krankheit Depression weltweit zunimmt und hunderte Studien belegen das auch. Diese Erkrankung ist sogar schon zu einem Zustand geworden, von dem viele so reden, als wäre er vollkommen normal. Man hört immer wieder Sätze wie: „Ich bin schon deprimiert aufgewacht“,  als wäre das etwas, dem man keine Beachtung schenken müsste.

„Wie wunderschön war mein Leben, ich hätte es nur früher merken müssen.“

Colette

Für viele ist der Unterschied zwischen Traurigkeit und einer Depression noch immer nicht klar, auch wenn sie selbst anderer Meinung sind. Letztere ist kein normaler Zustand, der vorübergehend ist – die Depression dauert an und verlangt nach gezielten Maßnahmen, um ihr ein Ende zu bereiten. Traurigkeit ist ein Gefühl und die Depression ist eine Krankheit. Und wie bei den meisten Krankheiten ist eine Prophylaxe möglich, wenn rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden.

Erkenne deine eigenen Gefühle an, um einer Depression vorzubeugen

Häufig ist es so, dass wir Menschen unsere Gefühle nur ungenau beschreiben. Dieses Problem hat nicht mit der verbalen Ausdrucksweise, sondern mit der Denkweise zu tun. Oftmals bemühen wir uns nicht genug, um herauszufinden, was wir wirklich fühlen, und diesen Gefühlen einen Namen zu geben.

Die Wahrheit ist doch, dass es keinesfalls einfach ist, Gefühle beim Namen zu nennen und Grenzen zu setzen. Das gelingt uns nur, wenn wir immer wieder daran arbeiten. Es hilft, zu versuchen, Gefühle aufzuschreiben, um deren Natur ausfindig zu machen. Bist du wütend oder frustriert? Bist du glücklich oder eher euphorisch? Manchmal sind die Unterschiede sehr subtil, aber von Bedeutung.

Wenn du lernst, deine eigenen Gefühle anzuerkennen, hast du schon einen großen Schritt gemacht, um einer Depression vorzubeugen. Diese Anerkennung hilft uns dabei, unseren Verstand „aufzuräumen“. Folglich können wir Probleme besser verstehen und es ist einfacher, uns Lösungswege zu erarbeiten.

Sei mitfühlender

Ein Schlüsselfaktor, um der Erkrankung an einer Depression vorzubeugen, ist die Entwicklung von Mitgefühl. Dabei handelt es sich um eine Geschicklichkeit, die es dir ermöglicht, die Gefühle anderer zu verstehen und dich in ihre Lage hinein zu versetzen. Durch Empathie kannst du die Wahrnehmung der Realität einer anderen Person verstehen, die in anderen Umständen lebt, andere Interessen und eine andere Denkweise hat.

Doch inwieweit kann Mitgefühl dazu beitragen, einer Depression vorzubeugen? Ohne dass dir das vielleicht bewusst ist, entwickelst du ein größeres Verständnis für dich selbst, wenn du versuchst, jemand anderen zu verstehen. Außerdem kannst du dadurch deiner eigenen Sichtweise entfliehen und die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten, was selbstverständlich deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen angenehmer gestaltet.

Empathische Menschen sind weniger einsam und flexibler. Das führt dazu, dass sie auch toleranter sind und letztendlich weniger Konflikte bewältigen müssen. Ein Mensch mit einem gut entwickelten Mitgefühl wird daher nicht so schnell an einer Depression erkranken.

Lerne, dich zu behaupten, wenn du mit anderen kommunizierst

Die Art, wie du mit anderen kommunizierst, bestimmt die Art und Weise, mit der du dich mit der Welt verbindest. Nur durch unsere Kommunikation können wir andere wissen lassen, was wir denken oder fühlen. Das kann durch Gestik, Worte und sogar durch Schweigen vermittelt werden, aber auch durch künstlerischen Ausdruck.

Die Qualität unserer Bindungen zu unseren Mitmenschen hängt von unserer Kommunikation ab, auch wenn wir das vielleicht nicht wahrhaben wollen. Wenn wir Stillschweigen bewahren, obwohl wir etwas zu sagen haben, ernten wir kein Verständnis, sondern Verwirrung. Wenn du sagst, was du zu sagen hast, aber dabei nicht auf deine Ausdrucksweise achtest, wird deine Botschaft nicht verstanden werden, sondern dein Gegenüber wird beleidigt, beleidigend oder aggressiv reagieren.

Sich bei der Kommunikation mit anderen selbst zu behaupten, bedeutet, seine Gefühle und Gedanken auszudrücken, und das auf eine Art und Weise, die von anderen tatsächlich verstanden wird. Doch damit wir das beherrschen, müssen wir es tagtäglich üben. Du darfst allerdings nicht vergessen, dass du nicht immer beeinflussen kannst, wofür andere Verständnis haben. Doch eines kannst du immer tun, nämlich dich auf eine deutliche, ehrliche und angemessene Weise mitzuteilen. Das erhöht deine Chancen, verstanden zu werden, wesentlich.

Die Anerkennung unserer Gefühle, Empathie und eine Kommunikation, in der wir uns angemessen selbst behaupten, gehen Hand in Hand. Diese drei Geschicklichkeiten tragen auf jeden Fall dazu bei, einer Depression vorzubeugen. Wir können sie uns nicht von heute auf morgen aneignen, da wir sie erst nach und nach entwickeln. Natürlich fällt das nicht leicht, doch es ist es wert, weil sie uns zu einer besseren mentalen Gesundheit und mehr Lebensqualität verhelfen.

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