Wer seine Angst nicht versteht, kennt seinen Gegner nicht

Deine Ängste sind deine Gegner, die dich lähmen. Sie hindern dich daran, im Alltag leistungsfähig zu sein, voranzukommen und Motivation zu finden.
Wer seine Angst nicht versteht, kennt seinen Gegner nicht
Fátima Servián Franco

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Fátima Servián Franco.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Oft unbegründete Ängste vor der Zukunft zählen zu den Hauptgründen für Unzufriedenheit. Angst beeinflusst viele Situationen unseres Lebens und führt oft zu Vermeidungsverhalten, deshalb ist sie der größte Gegner, das mächtigste Hindernis auf unserem Weg.

Negative Lebenserfahrungen in der Kindheit oder im Erwachsenenalter können fördern und uns (unbewusst) beeinflussen. Eltern, die selbst von Ängsten geprägt sind, geben diese an ihre Kinder weiter, die dasselbe Vermeidungsverhalten entwickeln.

Wenn wir diese Ängste mit uns herumtragen und ihnen immer mehr Raum geben, verändern sie unsere Realität und unsere Interpretation der Wirklichkeit. Um dies zu verhindern, solltest du deinen Gegner kennen, die Ursachen für diese Ängste herausfinden und selbst die Kontrolle in die Hand nehmen. 

Wer seine Angst nicht versteht, kennt seinen Gegner nicht

Du stehst vor der Herausforderung, deinen Gegner zu identifizieren, der in dir selbst verborgen liegt.

Angst als Motivation

Wir sprechen von einer primitiven Emotion, einem Überlebensmechanismus, der in bedrohlichen Situationen wesentlich ist. Wenn jedoch die Angst die Kontrolle über dein Leben übernimmt und zu Vermeidungsverhalten führt, wird sie zu deinem größten Gegner. Sie treibt dich zu irrationalem Verhalten an und kann auch eine ernste depressive Störung auslösen.

Wenn du dich von deinen Ängsten leiten lässt, konzentrierst du dich darauf, das dadurch hervorgerufene Unbehagen zu unterdrücken. Es gibt viele Arten von AngstManche Menschen fürchten sich vor Hunden, vor Vögeln oder Spinnen. In anderen Fällen handelt es sich um diffuse Ängste, beispielsweise im sozialen Bereich. Manche Menschen haben Angst davor, in der Öffentlichkeit zu sprechen oder neue Wege einzuschlagen.

Für jeden Menschen hat Angst eine andere Bedeutung und Ausprägung, doch sie ist immer ein Gegner, ein Hindernis auf dem Weg. Die Bewältigungsstrategien in einer Therapie sind immer ähnlich: Betroffene müssen lernen, sich zu entspannen, zu beruhigen, die Situation objektiv zu betrachten und sich den Ängsten zu stellen. Sie müssen lernen, angemessen zu reagieren, nach dem Motto: Wenn du das Monster nicht loswerden kannst, musst du es zähmen.

Frau hat Angst, ihr schlimmster Gegner

“Die Angst ist immer bereit, die Dinge schlechter zu sehen, als sie sind.”

Titus Livius

Erkenne deine Angst, zähme deinen Gegner

Um deine Ängste zu überwinden, musst du deinen Gegner kennen und verstehen. Meditation und Selbsteinschätzung helfen dir auf deinem Weg. Versuche zu verstehen, woher deine Ängste kommen, welche Erfahrungen dazu geführt haben. Welche Überzeugungen stützen sie?

Glaubenssätze der Angst sind übertriebene Gedanken, die auch ohne echte Bedrohung aktiviert werden. In diesen Situationen ist eine emotionale Verzerrung zu beobachten, die durch deine eigenen Überzeugungen verursacht wird.

Erkenne deine Angst, zähme deinen Gegner

Deine Ängste sind deine Gegner, die dich lähmen. Sie hindern dich daran, im Alltag leistungsfähig zu sein, voranzukommen und Motivation zu finden. Wenn du sie identifizierst und dich mit ihnen auseinandersetzt, erkennst du, dass die meisten dieser Ängste übertrieben sind und deine Unsicherheit verbergen.

Wenn du in einer unangenehmen Situation weglaufen möchtest, kannst du eine Reise in dein Inneres unternehmen, um richtig zu handeln. Dabei solltest du die äußeren Bezüge nicht aus den Augen verlieren. Analysiere zuerst, ob deine Ängste real sind oder nicht. Sollten sie tatsächlich begründet sein, musst du Handlungsalternativen entwickeln und eine Entscheidung treffen. Wenn die Angst jedoch unbegründet ist, weißt du, dass es sich um einen inneren Gegner handelt, der in dir selbst entsteht. Du musst lernen, ihn zu zähmen.

“Keiner hat den Gipfel in Begleitung von Angst erreicht.”

Publius Siro

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