Welche Rechte gibst du auf, wenn du nicht selbstbewusst bist?

· 10. Juni 2018

Durchsetzungsvermögen ist eine soziale Fähigkeit, auf die Menschen manchmal freiwillig verzichten, um Konflikte zu vermeiden. Andere Leute tun das, weil sie nicht gern bestimmt auftreten. Generell schätzen Menschen Durchsetzungsvermögen sehr, solange sie Kinder sind, aber wenn sie erwachsen werden, tun sie sich schwer, wenn sie ihre eigenen Rechte verteidigen sollen. Allerdings ist Durchsetzungsvermögen notwendig, wenn wir an dieser Welt teilhaben wollen, ohne ständig verletzt zu werden. Andernfalls werden wir zum Opfer anderer Menschen, welche wir nicht aus unserem Leben streichen können, selbst wenn das für unser Wohlbefinden erforderlich wäre.

Frau streckt Wunderkerze mit beiden Händen vor sich

In diesem Beitrag werden wir einige Grundrechte auflisten, die du verteidigen kannst, indem du selbstbestimmt auftrittst. Wenn du dies nicht tust, werden andere Leute deine Grundrechte einschränken – weil du es zulässt.

Das Recht, sein eigener Richter zu sein

Du hast das Recht, dir deine eigene Meinung zu bilden und sie zu verteidigen. Andere Leute sollen dich nicht dafür verurteilen oder dich einschüchtern, um dich in der Meinungsbildung zu beeinflussen. Du solltest fähig sein, deine eigenen Ansichten und Urteile unabhängig von der öffentlichen Meinung zu entwickeln.

Dieses Recht bedeutet, dass du deine eigenen konsistenten Meinungen haben und dein eigenes Glaubenssystem artikulieren darfst. Wenn du das Recht verteidigst, zu beurteilen, wer du bist und was du tust, kannst du das nach deinen eigenen Überzeugungen tun und musst dich nicht nach anderen richten. Daraus ergibt sich auch: Widersprüche zwischen dem, was du glaubst, und dem, was du tust, können dir Unbehagen bereiten, wenn du sie nicht auflösen kannst. Ein Beispiel dafür sind Leute, welche wissen, dass Rauchen schädlich für die Gesundheit ist, aber Zigaretten konsumieren oder gar verkaufen. Du musst für dich entscheiden, welche Maßstäbe du ansetzt und wie hoch du die Messlatte legst.

Fischernetz vor roter Sonne

Laut Smith sind es folgende Denkmuster, die dieses Recht sabotieren können:

  • „Wenn ich andere nicht davon überzeugen kann, dass es sich lohnt, meine Ziele zu verfolgen, dann liege ich falsch oder meine Wünsche sind inakzeptabel.“
  • „Wir müssen unsere Meinung für uns behalten. Unsere Mission ist es, zuzuhören und zu lernen.“

Das Recht, zu wählen, wofür du Verantwortung übernimmst

Zu den Aufgaben, für welche du verantwortlich bist, gehört es, für dich und deine Kinder zu sorgen, falls du Kinder hast. Alle anderen Aufgaben kannst du nach deinen eigenen Kriterien übernehmen oder auch nicht, und niemand sollte dich dafür verurteilen. Du kannst deinem Arbeitskollegen helfen, wenn du siehst, dass er Mühe hat, aber du bist nicht dazu verpflichtet, es sei denn, es ist Teil deiner beruflichen Verpflichtungen oder du hast es vorher versprochen. Sowohl den Arbeitsvertrag als auch das Versprechen hast du aber aus freiem Willen unterschrieben bzw. gegeben.

Du hast das Recht, deine eigenen Interessen über diejenigen der anderen zu stellen. Wenn du das nicht tust, verdienst du zwar Anerkennung dafür, dass du jemandem anderen den Vorrang einräumt, obwohl du es nicht tun musst, aber du versäumst deine vielleicht wichtigste Pflicht der Selbstpflege.

Frau in rosa Kleid im Wald

Manche Menschen wissen, wie man anderen dieses Recht verwehrt. Denke zum Beispiel an Kinder, die ihr Zimmer ständig unordentlich verlassen, weil sie genau wissen, dass ihre Mutter es nachher aufräumen wird. Oder denke an diesen Arbeitskollegen, der jemand anderen um Hilfe bittet und ihn dann für alle Fehler verantwortlich macht.

Das Recht, auf Erklärungen zu verzichten

Dieses Recht wird am häufigsten in romantischen Beziehungen verletzt. Menschen erzählen anderen, was diese gern hören wollen, um sie zum Schweigen zu bringen, oder weil sie Angst haben, sie wütend zu machen, weil sie davon ausgehen, sie seien verpflichtet dazu, sich zu erklären.

Erklärungen sind eine Gefälligkeit, die du geben kannst oder auch nicht. Niemand muss wissen, was, wie und warum du etwas tust. Wenn Menschen als Angeklagte im Gerichtssaal vom Recht Gebrauch machen dürfen, die Aussage zu verweigern, warum gewähren wir uns selbst nicht dieses Recht vor jeder anderen Art von Urteilen?

Es gibt bestimmte Situationen, die Menschen dazu veranlassen, eine Erklärung zu verlangen. Zum Beispiel fordern eifersüchtige Menschen oft Erklärungen, weil sie sich der Beziehung nicht sicher sind. Aber du musst wissen, dass du nicht verpflichtet bist, nachzugeben, selbst dann nicht, wenn aus einer harmlosen Frage eine aggressive Forderung wird. Du hast die Macht, zu entscheiden, was du mit anderen teilst. Das ist sehr schön, weil es dir erlaubt, deine Privatsphäre zu verwalten und zu entscheiden, wem du dich womit anvertraust.

Andere Rechte, die du verteidigen kannst, indem du selbstbestimmt bist

Bisher haben wir einige der wichtigsten Rechte beschrieben, die du mit deiner Durchsetzungsfähigkeit verteidigen kannst. Hier ein kurzer Überblick über einige weitere wichtige Rechte:

  • Das Recht, deine Meinung zu ändern
  • Das Recht, unvollkommen zu sein und Fehler zu machen
  • Das Recht zu sagen: „Ich weiß es nicht.“
  • Das Recht, Dinge ohne die Zustimmung anderer zu tun
  • Das Recht, Optionen zu wählen, die nicht logisch, konsistent oder populär sind
  • Das Recht, die Erwartungen anderer Menschen nicht zu verstehen oder zu erfüllen

Es gibt Menschen, die versucht sein werden, diese Rechte bewusst oder unbewusst zu verletzen. Es liegt jedoch an dir, dich respektvoll durchzusetzen und deine Rechte zu verteidigen.