Was sind die Gründe für eine Lift-Phobie und woran erkenne ich sie?

14 November, 2020
Die meisten Menschen fühlen sich in Aufzügen nicht wohl. Aber wusstest du, dass einige sogar eine Lift-Phobie haben? Lies diesen Artikel, um mehr darüber herauszufinden.

Angst ist eine natürliche menschliche Reaktion, die dir dabei hilft, eine gefährliche Lage zu vermeiden. Daraus ergibt sich, dass Menschen in neuen Situationen, über die sie keine Kontrolle haben, häufig Angst empfinden. Aber auch profane alltägliche Dinge können bei manchen Leuten Angst auslösen. Sie haben vielleicht indirekt gelernt, sich zu ängstigen oder sie hatten ein traumatisches persönliches Erlebnis. Wenn diese Erfahrung nicht vollständig verarbeitet wurde, kann die Angst irrationale Züge annehmen und sich dann zu einer Phobie entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Lift-Phobie.

Der übliche moderne Aufzug stellt für viele eine Quelle der Angst dar. Sein kleiner, geschlossener Raum erzeugt bei den meisten Leuten zumindest ein schwaches klaustrophobisches Gefühl. Bei anderen Menschen entsteht allerdings eine Panikattacke. Die damit verbundenen heftigen Ängste beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen, weil sie dadurch nicht in einen Lift einsteigen können.

Das Innere eines Fahrstuhls. Lift-Phobie

Die Symptome einer Lift-Phobie

Zu den üblichen Symptomen einer jeden Phobie zählen Schweißausbrüche, Zittern, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Herzrasen. Betroffene Menschen hyperventilieren oder übergeben sich sogar. Damit ein Psychologe eine Phobie offiziell diagnostizieren darf, müssen die Symptome mindestens ein halbes Jahr lang aufgetreten sein. Der betreffende Gegenstand muss zudem erdrückende Angstgefühle auslösen.

Bei einer Lift-Phobie gibt es eine Besonderheit. Obwohl man sie wie eine allgemeine Phobie behandelt, ist sie eigentlich eine Verbindung von zwei Phobien – der Klaustrophobie und der Akrophobie. Klaustrophobie ist die irrationale Angst vor geschlossenen Räumen und eingeschränkten Ausmaßen. Akrophobie ist auch als Höhenangst bekannt.

Aufzüge passen zufällig in das Schema beider Phobien, obwohl bei vielen Leute eine Angst ausgeprägter ist als die andere. Leute mit einer Lift-Phobie durchleben körperlich alle Symptome einer Angststörung, wenn sie bereits daran denken, in einen Lift zu steigen oder damit in den höchsten Stock eines Gebäudes zu fahren.

Was sind die Auslöser für eine Lift-Phobie?

Im Allgemeinen sind traumatische Ereignisse in Verbindung mit Fahrstühlen für diese Phobie verantwortlich. Es überrascht also nicht, dass eine Person wahrscheinlich eine Lift-Phobie ausbildet, wenn sie in einem Fahrstuhl schon einmal für längere Zeit feststeckte. Möglicherweise entwickelst du eine Lift-Phobie, wenn ein dir nahestehender Mensch eine traumatische Erfahrung in einem Aufzug hatte. Dann treten bei dir in Folge heftige Ängste auf.

Du kannst sie auch geerbt haben. Das ist allen Phobien gemein. Anders ausgedrückt könnte man sagen, dass du eine Lift-Phobie hast, weil dir deine Eltern dein Leben lang erzählten, dass Aufzüge sehr gefährlich wären. Möglicherweise gibt es auch keinen klar erkennbaren Grund für deine Phobie.

Wenn du eine Angststörung hast und intensive Angstsymptome in einem Fahrstuhl verspürst, könntest du eine Phobie entwickeln. Eine Angststörung funktioniert schließlich durch eine Assoziationskette. Wenn du bereits einmal Symptome in einem Aufzug erlebt hast, könntest du Angst davor haben, abermals in einen Lift einzusteigen.

Eine Frau verspürt große Angst und birgt ihr Gesicht in beiden Händen.

Ist diese Phobie heilbar?

Wenn deine Phobie schwach ausgeprägt ist, könnte es genügen, dass du Atem- und Entspannungstechniken anwendest, ehe du in einen Aufzug steigst. Es ist wichtig, Aufzüge nicht vollkommen zu vermeiden oder zu versuchen, wieder aus ihnen herauszukommen, wenn du schon drinnen bist. Ein plötzliches oder zwanghaftes Verhalten vor oder in Aufzügen könnte deine Phobie verschlimmern.

Willst du dich sicherer und beschützter fühlen, dann versuche den Fahrstuhl mit einer vertrauten Person zu benutzen. Dieser Mensch kann zudem für dich da sein, wenn es dir schlecht geht oder du Hilfe brauchst. Ein weiterer Vorteil, mit einem Freund Aufzug zu fahren, liegt darin, dass er dich von deinen Ängsten ablenken kann.

Wenn du diesen Vorschlag ausprobierst und er bei dir nicht funktioniert, solltest du dir professionelle Hilfe suchen. Damit kannst du die geeignete psychologische Behandlungmethode für dich finden. Es gibt drei bekannte Strategien, mit Phobien umzugehen: kognitive Restrukturierung, Entspannung und systematische Desensibilisierung.

Bei der ersten Strategie wird versucht, die Glaubenssätze oder negativen Gedanken zu verändern, die dich daran hindern, zu einem Aufzug ein “normales Verhältnis” zu haben. Du holst also zum Beispiel Informationen darüber ein, wie viele schwere Unfälle in Aufzügen im Durchschnitt passieren. Ähnlich hilfreich könnte es vielleicht sein, die Wahrscheinlichkeit nachzuschlagen, in einem Fahrstuhl stecken zu bleiben.

Entspannungsübungen zielen darauf ab, die Angstsymptome kleiner werden zu lassen, ehe du in einen Lift steigst oder während du dich in ihm befindest. Zur Systematischen Desensibilisierung gehört, dass du dich Stück für Stück dem aussetzt, wovor du dich fürchtest.