Vor- und Nachteile der Delfintherapie

29 Juli, 2020
Die tiergestützte Therapie mit Delfinen macht den Patienten meist großen Spaß, doch wir müssen dabei auch verschiedene Nachteile berücksichtigen.
 

Tiergestützte Therapien haben sich bei vielen Erkrankungen als äußerst hilfreich erwiesen. In unserem heutigen Artikel betrachten wir verschiedene Vor- und Nachteile der Delfintherapie zur Behandlung psychischer und physischer Probleme.

Diese Therapie erfolgt in spezialisierten Zentren und Wasserparks durch ausgebildete Therapeuten. Sie soll auf Patienten beruhigend wirken und ihre geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Erfahre heute mehr darüber. 

Wie funktioniert die Delfintherapie?

Die tiergestützte Therapie mit Delfinen macht den Patienten meist großen Spaß, denn sie findet im Wasser mit einem Delfin statt, mit dem der Patient aktiv zusammenarbeitet. In der Regel kommt diese Art von Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen zur Anwendung, die zum Beispiel an Autismus oder psychomotorischen Behinderungen leiden

Auch Erwachsene mit Depressionen oder posttraumatischer Belastungsstörung können von der Delfintherapie profitieren. Die Dauer der Behandlung variiert entsprechend der Bedürfnisse der Patienten. Die Therapie findet in einem Wasserpark oder spezialisierten Zentren statt, die zum Teil sogar Technologien wie die virtuelle Realität für therapeutische Zwecke einsetzen.

 

Verschiedene Studien mit autistischen Kindern legen nahe, dass das Schwimmen mit Delfinen sehr hilfreich sein kann. Der Forscher John C. Lilly untersuchte die Wirkung der Delfintherapie auf Kinder mit psychischen Problemen. Anhand von Enzephalogrammen stellte er fest, dass sich die Kommunikation, die Stimmung und die Bewegung der Kinder nach dem Schwimmen mit den Delfinen verbessert.

Der Wissenschaftler David Cole geht davon aus, dass die Ultraschallfrequenzen der Delfinlaute das Nervensystem stimulieren. Andere Untersuchungen legen nahe, dass dieses Kommunikationssystem neuronale Netze im menschlichen Gehirn beeinflussen können.

Die Vorteile der Delfintherapie

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Vorteilen sollen die Ultraschallfrequenzen der Delfinlaute beim Menschen auch Endorphine freisetzen. Damit könnte sich die Stimmung des Patienten verbessern, was sich auch bei Aufmerksamkeits- und Angststörungen positiv auswirkt.

Das Wasser und die Begegnung mit dem Delfin können Schmerzen lindern, die durch eine Krankheit oder  Nebenwirkungen von Arzneimitteln verursacht werden.

 

Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass der Kontakt mit Tieren bei der Behandlung verschiedenster Störungen sehr vorteilhaft ist. So soll die Delfintherapie intellektuelle, physische und soziale Probleme verbessern.

Ähnlich wie Hunde oder andere Haustiere haben also auch Delfine viele Vorteile, die therapeutisch genutzt werden können. Kinder können im Umgang mit Tieren auch Verantwortung, ein verbessertes Selbstwertgefühl und Empathie entwickeln. Die Tiere schenken ihnen bedingungslose Liebe, die das Wohlbefinden der kleinen (oder großen) Patienten rundum fördert.

Nachteile

Leider ist nicht alles so positiv, wie wir das gerne hätten. Die Delfintherapie hat auch Nachteile und Gegner:

  • Tierschützer verteidigen die Rechte der Tiere, wobei jede Art von Gefangenschaft inakzeptabel ist. Sie argumentieren, dass die Vorteile einer Therapie keinesfalls den Freiheitsentzug und das Leid eines Tieres rechtfertigen kann.
  • Verschiedene wissenschaftliche Meinungen konnten bis jetzt nicht eindeutig geklärt werden. Nicht alle Forscher sind von der positiven Wirkung der Delfinlaute überzeugt. Es gibt diesbezüglich keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Außerdem konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Symptome von autistischen Kindern mit dieser Therapie langfristig verbessert werden können.
 

Der Kontakt mit Tieren ist auf jeden Fall vorteilhaft und es gibt Forschungsergebnisse, die positive Wirkungen der Delfintherapie nahelegen. Natürlich ist die Reaktion und Wirkung auch bei jedem Menschen anders.