Von der Gleichgültigkeit passiv-aggressiver Menschen

· 4. November 2018

Passiv-aggressive Menschen sind häufig vermeintlich depressiv. Sie wirken zerbrechlich und brauchen scheinbar Hilfe. Die Wahrheit ist aber, dass hinter ihren Handlungen Absichten stecken, obwohl sie vorgeben, dass diese zufällig ausgeführt würden. Sie zeigen Verhaltensweisen, die darauf abzielen, dass wir uns schlecht fühlen. Die Gleichgültigkeit passiv-aggressiver Menschen ist eine der vielen Waffen, die sie sich zu Eigen gemacht haben und mit denen sie geschickt umzugehen wissen.

Hierbei handelt es sich um Menschen, die oft verbittert sind und ihre Mitmenschen dafür „bestrafen“ wollen. Auf kommunikativer Ebene ist es daher unmöglich, mit passiv-aggressiven Menschen umzugehen. Sie wissen schlicht nicht, wie sie sich ausdrücken sollen, und wollen das meist auch gar nicht. Sie häufen sehr viel Wut und Zorn an. Genau das ist es, was sie im Stillen mit sich herumtragen und was sie motiviert.

Wie sind passiv-aggressive Menschen?

Passiv-aggressive Menschen besitzen eine Persönlichkeit, die sich ausschließlich auf das Negative in ihrem Leben und im Leben anderer konzentriert. Sie sind nicht dazu in der Lage, bereichernde Beziehungen aufzubauen. Sie sind sehr sensibel gegenüber Kritik und für gewöhnlich ziemlich schlecht gelaunt. Sie beschweren sich fortwährend und keine Lösung für ihre Probleme, seien es nun reale oder imaginäre, scheint ihnen eine gute Lösung zu sein.

Mann langt sich angespannt an seinen Kopf

Nur selten haben sie enge Freunde. Fast ausschließlich pflegen sie Beziehungen zu nahestehenden Familienmitgliedern. Im Allgemeinen sind sie sehr vorsichtig im Umgang mit anderen Menschen und haben nur sehr wenige soziale Fähigkeiten. An ihrem Frust sind immer die anderen schuld. Sie wissen ganz genau, welche Knöpfe sie bei ihren Mitmenschen drücken müssen, um ihnen ihr Gift zu injizieren.

Die meisten von ihnen denken, dass sie nicht die Aufmerksamkeit von anderen bekämen, die sie verdienen. Dabei brauchen sie unbedingt die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen. Sie sind der Meinung, dass sie nicht ausreichend wertgeschätzt und regelmäßig ungerecht behandelt würden.

Sie vergessen ihre Aufgaben und weichen Verpflichtungen aus. Wenn sie einer Aufgabe nicht nachkommen können, tun sie so, als würde diese von ihnen mehr Anstrengung abverlangen, als sie es eigentlich tut. Außerdem stellt es für sie immer ein großes Opfer dar, wenn sie jemandem einen Gefallen tun sollen.

Passiv-aggressive Menschen und ihre Gleichgültigkeit

Passiv-aggressive Menschen können nur schwer ein Gespräch mit jemandem führen. Sie besitzen keinerlei Durchsetzungsvermögen und fürchten, dass sie von anderen abgelehnt würden, wenn sie ihre Meinung ausdrücken. Sie fühlen sich wohl, wenn es in einem Gespräch um andere geht, denn während solch einer Konversation fühlen sie sich „sicher“.

Schweigen und abfälliger Sarkasmus sind die Grundpfeiler der Gleichgültigkeit passiv-aggressiver Personen. Sie meiden Gruppenaktivitäten, weil sie eine große Verachtung gegenüber den Talenten anderer Menschen empfinden. Lieber verurteilen sie andere aus der Entfernung, ohne sich an einem Gespräch zu beteiligen, um zu vermeiden, selbst verurteilt zu werden.

Anklage mit Zeigefinger

Die Gleichgültigkeit passiv-aggressiver Menschen ist eine Form von Rache und Manipulation, die denjenigen, die sie zu spüren bekommen, ein sehr schlechtes Gefühl gibt. Sie bestrafen die Menschen in ihrem Umfeld mit einem aggressiven Schweigen und einer gut getarnten psychischen Misshandlung. Diese Art der Interaktion löst großen mentalen Druck aus, denn ihre Opfer rutschen in einen Teufelskreis aus Vermutungen ab, da eindeutige Antworten ausbleiben.

Passiv-aggressive Personen zielen mit ihrer Gleichgültigkeit einzig und allein darauf ab, in anderen Unwohlsein zu generieren, und das wegen ihrer fehlenden zwischenmenschlichen Fähigkeiten. So beschuldigen sie sie unter Umständen für etwas, das sie selbst getan haben, oder um jenen ungesunden Neid, den sie selbst verspüren, zu tarnen. Es handelt sich hierbei um Menschen, die ihrer Umwelt Energie rauben.

Die Opfer passiv-aggressiver Menschen

Meistens zählen zu ihren Opfern großzügige Menschen, die sich von dem Bild täuschen lassen, dass passiv-aggressive Menschen nur zu gut von sich selbst zeichnen können. Eine passiv-aggressive Person sagt immerzu, dass sie Hilfe und Schutz brauche.

Diesem Persönlichkeitstyp gefällt es nicht, wenn sich niemand um seine Angelegenheiten kümmert, aber gleichzeitig macht er seinen Mitmenschen Vorwürfe, wenn sie sich nicht um ihn bemühen. Seine Opfer zeichnen sich für gewöhnlich dadurch aus, dass sie „es brauchen, gebraucht zu werden“. Im Grunde genommen handelt es sich also um Menschen, die sich gut fühlen, wenn sie von anderen gebraucht werden. Genau bei solchen Menschen zieht ihre Masche. Ihr Schweigen und ihre Gleichgültigkeit können Tage andauern. Wenn man sie fragt, warum sie sich so verhalten, antworten sie, dass man sich das nur einbilden würde.

Leider verändern sich passiv-aggressive Personen nur selten. Wir dürfen nicht vergessen, dass solche Menschen häufig aus einem familiären Umfeld kommen, in dem passiv-aggressive Verhaltensweisen vorherrschten. Und das ist der Ursprung für ihr eigenes Verhalten. Aus diesem Grund ist es so schwierig, eine Veränderung bei ihnen herbeiführen. Sie haben die passive Manipulation als einzige Möglichkeit kennengelernt, um in ihren Beziehungen eine Machtposition einzunehmen.

Traurige Frau sieht in Richtung Boden

Wie gehen wir am besten mit der Gleichgültigkeit passiv-aggressiver Menschen um?

Der klügste Ratschlag, wenn wir ihn befolgen können, ist, uns so weit wie möglich von diesen Menschen zu entfernen. Es gibt jedoch Umstände, unter denen wir diese Option nicht wählen können. Wir können weder alle Menschen in unserem Leben selbst auswählen, noch können wir uns so weit von ihnen distanzieren, wie wir es uns wünschen. Es gibt viele Fälle von Kindern, Müttern, Vätern und sehr engen Verwandten, die eine Abhängigkeit von solchen Menschen verspüren.

Die einzige Möglichkeit, mit passiv-aggressiven Menschen zu interagieren, ohne ein Risiko einzugehen, besteht darin, sich nicht von ihnen kontrollieren zu lassen. Wir müssen Grenzen setzen und dürfen uns nicht von ihrer Gleichgültigkeit und bitteren Kritik unterkriegen lassen. Wir müssen versuchen, uns in sie hineinzuversetzen und zu erkennen, dass sich hinter diesem giftigen Auftreten jemand versteckt, der voller Leeren ist. Jemand, der vor allem versucht, seine Frustration auf andere zu übertragen. Und wir müssen das tun, bevor es ihnen gelingt, dass wir uns im gleichen Zustand wie sie befinden.

Ruhe zu bewahren ist die beste Waffe gegen einen passiv-aggressiven Menschen. Was er will, ist, uns zu kontrollieren und uns ein schlechtes Gewissen einzureden, um sein eigenes Unbehagen vorübergehend zu lindern. Der beste Weg, sich davon nicht irritieren zu lassen, besteht darin, solche Menschen als ängstliche Kinder zu sehen, die ein skrupelloses Ego und den Wunsch haben, mit ihrem Verhalten durchzukommen. Denn genau das sind sie in Wahrheit.

Darüber hinaus möchten wir auf die Tatsache aufmerksam machen, dass eine passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung in manchen Diagnosehandbüchern enthalten ist und in anderen wiederum nicht.