Thombran: Anwendungsbiete und Nebenwirkungen

· 22. Juli 2018

Thombran ist ein Antidepressivum der zweiten Generation mit dem Wirkstoff Trazodon. Es wird bei der Behandlung von chronischen Depressionen, Schlaflosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. Obwohl die mehr oder weniger schnelle Wirkungsweise zweifellos ein Vorteil dieses Arzneimittels ist, kommen wir nicht umhin, auf die Nebenwirkungen einzugehen, die man, wie bei jedem anderen Medikament auch, kennen sollte.

Trazodon ist seit fast 60 Jahren als Wirkstoff bekannt. Es wurde 1961 in Italien entdeckt und zu kommerziellen Zwecken weiterentwickelt, als man versuchte, eine weitere therapeutische Alternative zu finden, ein Medikament der zweiten Generation, das als Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wirkt. Das Ergebnis war diese Kapsel, die meist rosa ist und bis vor Kurzem noch recht häufig verschrieben wurde.

Trazodon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Phenylpiperazine, das als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Serotoninrezeptorantagonist eine angstlösende und hypnotische Wirkung zeigt. 

Der Hersteller weist in der Packungsbeilage auf den wesentlichen Vorteil dieses Medikaments hin: seine Wirksamkeit während der ersten Anwendungswoche. Zusätzlich wird auf eine weitere Tatsache verwiesen, nach der in der Vergangenheit viele Patienten suchten, nämlich nach der Möglichkeit zur Einnahme eines Antidepressivums, das die Gewichtszunahme nicht begünstigt. Zu diesen Punkten gesellt sich noch ein weiterer Vorteil, der Thombran zu einem der meistverkauften Arzneimittel der 70er und 80er Jahre machte: Es war eines der günstigsten Medikamente, die in dieser Wirkstoffgruppe verfügbar waren.

Allerdings zeigte sich in den ersten Jahren des Verkaufs eine seiner stärksten Nebenwirkungen: die orthostatische Hypotonie, wobei dieser Terminus einen sich beim Aufstehen aus der sitzenden oder liegenden Position ungewöhnlich stark abfallenden Blutdruck beschreibt. Mit der Zeit entdeckte man, dass Trazodon in kleineren Dosen viel wirksamer und sicherer ist. Diese Anpassung hat dazu geführt, dass Thombran heute noch immer bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt wird.

Depressive Frau sitzt zusammengekauert in einem Stuhl

Thombran: Wie wirkt es und wann wird es eingesetzt?

Neurologen und Psychiater bestätigen uns immer wieder, dass das Gehirn ein äußerst komplizierter Apparat ist. Bis heute ist unbekannt, wie Antidepressiva wirklich wirken, und es ist nicht immer möglich, vorherzusagen, welches Medikament für den einzelnen Patienten am besten geeignet ist. So hat Thombran, obwohl es schon seit Jahrzehnten auf dem Markt ist, nach wie vor Befürworter, aber auch Kritiker. Manche warnen vor den Nebenwirkungen, die oft unvorhersehbar sind. Es gibt jedoch viele Studien, die die enorme Wirksamkeit dieses Medikaments bei der Behandlung verschiedener psychischer Störungen belegen.

Schauen wir uns nun an, unter welchen klinischen Bedingungen Thombran normalerweise verschrieben wird:

  • Depression mit oder ohne Angstzuständen
  • Übermäßige Besorgnis
  • Chronische Schlaflosigkeit
  • Fibromyalgie begleitet von Schlafstörungen
  • Albträume und andere Schlafstörungen
  • Schizophrenie
  • Alkoholismus

Wir sollten auch nicht unerwähnt lassen, dass Thombran laut mehreren Studien eine große Wirksamkeit bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zeigt. Alle Studienteilnehmer, die im Zusammenhang mit ihrem Trauma unter Schlaflosigkeit, Albträumen und starken Angstzuständen litten, zeigten eine beträchtliche Verbesserung dieser Symptome unter Einnahme dieses Medikaments.

Wie wirkt Thombran?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Thombran um ein Antidepressivum der zweiten Generation, das als Antagonist an Serotoninrezeptoren und als Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirkt. Was dieses Medikament zum Beispiel von Fluoxetin unterscheidet, ist die Tatsache, dass es sich bei Thombran um ein Phenylpiperazin handelt. Das hat einige Vorteile, aber auch Nachteile. Der Vorteil ist, dass es eben auch als Antagonist der 5-HT2-Rezeptoren, was eine bestimmte Art von Serotoninrezeptoren bezeichnet, wirkt. Das bedeutet, dass seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen derjenigen von alleinigen SSRI überlegen ist.

Darüber hinaus blockiert es die α1-Adrenozeptoren und Serotonin transportierende Proteine. All das kann zu zahlreichen Nebenwirkungen führen, wobei es sich meist um Unruhe, Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit handelt.

Neuronen im Gehirn eines Menschen

Nebenwirkungen von Thombran

Es gibt Patienten, bei denen sich während der Einnahme von Thombran keinerlei Nebenwirkungen zeigen. Andere hingegen leiden unter einer der zahlreichen Nebenwirkungen, besonders bei entsprechenden Vorerkrankungen. Daher sollte berücksichtigt werden, dass Menschen mit Herz-, Leber- oder Nierenproblemen Thombran besser nicht einnehmen sollten.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Unruhe
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Rhythmusstörungen
  • Orthostatische Hypotonie
  • Gastrointestinale Beschwerden
  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit
Frau mit Kopfschmerzen langt sich an den Kopf

Zusammengefasst können wir sagen, dass es heutzutage bereits neuere Medikamente gibt, die sicherer sind und weniger Nebenwirkungen haben. Nichtsdestotrotz werden Alternativen wie Thombran in der Psychiatrie immer noch häufig eingesetzt, und das aus einem ganz bestimmten Grund: Wenn wir es mit Patienten zu tun haben, die unter einer chronischen Depression leiden, das heißt, unter einer Depression, die mit Begleiterkrankungen wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Albträumen und psychischem Unbehagen einhergeht, ist dieses Arzneimittel nach wie vor eines der effektivsten.