Stelle dich deinen dunkelsten Gefühlen und werde glücklich!

· 20. Januar 2019

Fühlst du dich traurig? Bist du wütend? Kritisch eingestellt? Oder machst du dir Sorgen? Hier kommt die gute Nachricht: Das ist völlig in Ordnung. Du musst stark sein, um dich deinen dunkelsten Gefühlen zu stellen. Und das ist wirklich wesentlich für deine geistige Gesundheit.

In Wahrheit ist das Leben nämlich nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Da scheint es zwar logisch, dass wir versuchen, unsere negativen Gefühle und Erinnerungen zu vermeiden und den positiven den Vorrang zu geben, aber diese dunklen Gefühle und unangenehmen Erinnerungen sind ein Teil von uns – ein Teil unserer Vergangenheit.

Ja, es ist wichtig, dass du dich deinen dunkelsten Gefühlen stellst. Das öffnet den Raum, um sie zu heilen. Dann erst kannst du laut gängiger Meinung der Forschung glücklich werden, denn ein Gefühl ist nicht nur ein bloßes Substantiv – da hängt viel mehr dran.

Stelle dich deinen negativen Gefühlen

Tatsächlich mag unser Körper unsere dunkelsten Gefühle als „Schmerzstellen“ einlagern. Indem du dich ihnen stellst, finden sowohl der körperliche als auch der psychologische Schmerz ein Ende. Das heißt, wenn du versteckte und unterdrückte negative Gefühle wie Hass, Zorn oder Groll verstehst und mit ihnen zurechtkommst, kannst du jegliche Art von Schmerzen womöglich erträglicher machen.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse besagen: Will ein Mensch wahrhaft glücklich sein, dann muss er seine dunkelsten Gefühlen akzeptieren. Er muss Verständnis dafür entwickeln, dass das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist.

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Drei Arten, deine Gefühle zu kontrollieren

Eine Studie, die im Fachmagazin Australian Journal of Psychology  veröffentlicht wurde, geht der Frage nach, wie du dich deinen dunkelsten Gefühlen stellen und mit ihnen umgehen kannst. Die Autoren beschreiben drei Vorgehensweisen, die beim Umgang mit dunklen Gefühlen hilfreich sind: Akzeptanz, kognitive Distanz schaffen und kognitiven Wandel herbeiführen.

  • Techniken zur Akzeptanz helfen Menschen dabei, ihre Gefühle und ihre körperlichen und kognitiven Eindrücke zu verstehen. Akzeptanz stellt den ersten Schritt auf dem Weg zum Umgang mit dunklen Gefühlen dar.
  • Schafft man eine kognitiven Distanz, kann man die Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen. Du beobachtest die Ereignisse in etwa wie ein Geschichtenerzähler. Also wirst du zu einer Art dritten Partei.
  • Die Technik des kognitiven Wandels nutzt ein Quäntchen Selbstmitleid. Stelle dir vor, du erzählst einer Person, der du etwas bedeutest, von deinen dunkelsten Gedanken und Gefühlen. Du kannst auch mit einem Zuhörer sprechen, den du dir nur vorstellst. Dies könnte dich an deine eigenen Stärken erinnern. Und an deine Fähigkeit, selbst zurechtzukommen.

Wie du dich deinen dunkelsten Gefühlen stellst

Wenn wir unseren emotionalen Zustand ablehnen oder ihn als inakzeptabel bewerten, dann verleugnen wir einen Teil von uns selbst. Anders ausgedrückt, wir ziehen es vor, nicht mit dem umzugehen, was uns soviel Schmerz verursacht. Wir blenden es aus. Was wir dabei vergessen ist, dass ein Teil unserer Identität damit verschwindet.

Selbst wenn wir es vielleicht nicht schaffen, unsere Gefühle zu kontrollieren, wenn wir uns schämen, können wir diese dennoch akzeptieren. Wenn wir uns dabei jedoch schlecht fühlen, spalten wir diese Gefühle ab, damit wir sie nicht noch einmal erleben müssen. Aber wie wir zuvor bereits sagten: Wenn wir unsere negativen Gefühle verleugnen, können wir auch nicht glücklich sein.

„Ein Gefühl verursacht keinen Schmerz. Der Widerstand gegen ein Gefühl oder die Unterdrückung eines Gefühls erzeugt den Schmerz.“

Frederick Dodson

Frau mit buntem Regenschirm

In diesem Sinne bestätigten Wissenschaftler der University of California in Berkeley (Kalifornien, USA) die folgende Hypothese: Die Akzeptanz unserer dunkelsten Gefühle stehe in Beziehung zu einer besseren mentalen Gesundheit. Der Grund hierfür sei, dass diese Akzeptanz uns dabei helfe, uns gegen negative psychologische Erfahrungen zu wehren.

Wenn wir also negative Gefühlszustände akzeptieren, hält uns das davon ab, sie als solche zu bezeichnen. Wir nehmen sie nämlich so an, wie sie sind, und beurteilen sie nicht als gut oder schlecht. Auf diese Weise verringern wir die negativen Assoziationen, die wir mit diesen Gefühlen verbinden. Dies verbessert unsere psychologische Gesundheit.

Was machen glückliche Menschen anders?

Glückliche Menschen können ihre Gefühle und Gedanken akzeptieren, ohne sie zu beurteilen. Diese Leute sind dazu in der Lage, sowohl die Natur ihrer Emotionen zu erkennen als auch die Gefühle, die damit einhergehen. Sie verhalten sich aber deswegen nicht auf eine impulsive Art und Weise. Sie schenken ihrer Wut, ihren Ängsten und ihren Eifersüchteleien Anerkennung – genauso wie ihren Ressentiments und ihrer Enttäuschung. Anstatt ihnen das Ruder zu überlassen, akzeptieren sie sie.

Wir sehen also: Das Akzeptieren unsere dunklen Gefühle macht uns nicht zu schlechten Menschen. Es gibt uns vielmehr Hinweise über uns selbst. Genau genommen ist eine Akzeptanz der dunklen Gefühle nicht möglich, wenn wir nur unsere positiven Emotionen betrachten. Denn selbst unsere Schatten sind ein Teil von uns. Es ist erforderlich, dass wir alles akzeptieren.

„Es ist unmöglich, negative Gefühle ganz zu vermeiden. Leben heißt, Rückschläge und Konflikte durchzumachen.“

Dr. Shannon Sauer-Zavala