Soziale Phobie: Die krankhafte Angst davor, verurteilt zu werden

Soziale Phobie: Die krankhafte Angst davor, verurteilt zu werden

Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2016

Bei der Sozialen Phobie handelt es sich um eine irrationale Angst, mit der ein großes Unwohlsein bezüglich sozialer Beziehungen einhergeht.

Wer unter dieser Phobie leidet, kapselt sich von der Außenwelt ab und distanziert sich von seinen Mitmenschen, so dass sich der Betroffene vor allen Arten von Beziehungen und vor zwischenmenschlichen Kontakten fürchtet und ihm diese missfallen.

Die Soziale Phobie ist eine Angststörung, die betroffene Menschen stark einschränkt, weil der Kontakt zu anderen ein wichtiger Bestandteil eines jeden Lebens ist.

Wir müssen in allen wichtigen Bereichen unseres Lebens Beziehungen zu unseren Mitmenschen knüpfen, sei es am Arbeitsplatz, innerhalb der Familie, wenn es darum geht einen eventuell zukünftigen Partner kennenzulernen oder um Freunde zu finden und diese Freundschaften aufrecht zu erhalten.

Wer eine Soziale Phobie hat, vermeidet jegliche Art von Umständen, in denen er sich mit anderen Menschen austauschen muss.

Doch in vielen Fällen ist das nicht möglich. Somit bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als sich der Situation zu stellen, die für sie sehr schwierig ist, vor allen Dingen weil sie sich nicht von dem Gedanken lösen können, unaufhörlich verurteilt zu werden.

„Ich lernte, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern der Sieg über die Angst. Mutig ist nicht der, der keine Angst verspürt, sondern derjenige, der diese Angst besiegt.“

Nelson Mandela

Die Soziale Phobie verstehen lernen

Obwohl viele Phobien existieren, ist die Soziale Phobie eine der unverstandendsten und einschränkendsten.

Jedes soziale Event, jede Veranstaltung, jede Versammlung – im Grunde genommen jede Situation, in der sich die Betroffenen mit anderen Menschen umgeben müssen – sind die gefürchtetsten Szenarien.

Schon allein die Vorstellung sorgt dafür, dass sie vor diesen Situationen fliehen möchten, was das Gefühl von Angst noch verstärkt.

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Die schlimmste Angst bei dieser Störung hat damit zu tun, sich in heiklen Situationen wiederzufinden, die beschämend und peinlich sind.

Sei es wegen der Konsequenzen der eigenen Angst und der Ängstlichkeit oder wegen der eigenen Vorstellung davon, sich unfähig zu fühlen, mit solch einer Situation umgehen zu können.

Menschen, die von der Sozialen Phobie betroffen sind, fühlen sich missverstanden und in gewisser Weise ausgegrenzt.

Diese Angststörung ist so komplex, weil der Betroffene den sozialen Kontakt braucht ihn aber zur gleichen Zeit vermeidet.

Aus diesem Grund haben die Betroffenen das Gefühl, dass sie so vielen Kräften ausgesetzt sind, was bei ihnen ein enormes Unbehagen auslöst.

Damit diese Phobie als solche diagnostiziert werden kann, muss bei dem Betroffenen festzustellen sein, dass ihn diese Störung extrem einschränkt.

Außerdem muss sie sein Leben so beeinträchtigen, dass er unfähig ist, soziale Kontakte zu knüpfen, sie muss ein gewaltiges Unbehagen hervorrufen und seine Entwicklung in verschiedenen Bereichen seines Alltags negativ beeinflussen.

Mögliche Ursachen der Sozialen Phobie

Die Ursachen dieser Phobie können sehr unterschiedlich sein. Der Lebensabschnitt, in dem diese Angststörung am häufigsten ihren Anfang findet, ist die Jugend.

Eine mögliche Ursache können Eltern sein, die zu übervorsichtig waren. Auch mangelnde soziale Fähigkeiten können dafür verantwortlich sein.

Es entsteht eine große Ängstlichkeit gegenüber Situationen, in denen sich betroffene Menschen einen sozialen Austausch vorstellen, bei dem irgend eine Art von Kontakt und sozialer Annäherung zustande kommen kann.

Der psychophysiologische Reiz, der in diesen Situationen entsteht, kann folgende Symptome auslösen: Herzrasen, Angst, Zittern, Schamgefühl, Stottern und Schweißausbrüche.

Sobald sich bei jemandem die soziale Phobie bemerkbar macht, ist es am ratsamsten, einen Spezialisten aufzusuchen.

Vorrangig wird dann daran gearbeitet, die irrationale Angst und das dadurch verursachte Unwohlsein zu kontrollieren.

Wir haben Schwierigkeiten damit, unsere Bedürfnisse zu akzeptieren und auszudrücken. Wir haben Angst davor, verurteilt zu werden und deshalb verurteilen wir andere.

Von unserer Angst, verurteilt zu werden

Auf die eine oder andere Weise fürchten wir uns alle davor, von unseren Mitmenschen wegen unserer Fähigkeiten, Handlungsweisen oder Gefühle verurteilt zu werden, ganz gleich ob sie der Vergangenheit angehören, allgegenwärtig oder Zukunftsmusik sind.

Zu einem Problem wird es erst dann, wenn wir von dieser Angst besessen sind, sie uns Grenzen setzt und sie krankhaft wird.

Wir beschweren uns ständig darüber, dass wir von anderen nicht verstanden werden und dass uns niemand verstehen kann.

Wir beschweren uns über die fehlende Empathie ohne dass uns auffällt, dass unsere Einstellung und unsere Taten von dieser Einsamkeit und dieser von uns gewollten Abwesenheit von Zuneigung gelenkt werden.

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Unsere Wahrnehmungsweise und die Selbstkenntnis helfen uns dabei, nicht in die Falle zu tappen und zu denken, dass alles, was uns widerfährt, die Schuld der anderen ist.

Je nach dem wie wir die Dinge betrachten und wie wir handeln, zieht das Konsequenzen nach sich, weshalb wir auch selbst dafür verantwortlich sind, was wir aus unseren Erfahrungen machen.

„Manchmal sind wir zu starrsinnig, um zuzugeben, dass wir Bedürfnisse haben, denn in unserer Gesellschaft wird Bedürfnis gleichgestellt mit Schwäche. Wenn wir unsere Wut in uns hinein fressen, drückt sie sich auf anderem Wege durch Depressionen oder Schuldgefühle aus. Wenn wir in unserem Inneren an der Wut festhalten, verändert das unsere Sicht auf die Vergangenheit und verzerrt unsere Wahrnehmung der jetzigen Realität. Diese alte Wut wird zu einem ständigen Begleiter, nicht nur in Bezug auf andere, sondern auch auf uns selbst.“

Elisabeth Kübler-Ross

Ich habe gelernt, ohne Furcht „Ja“ und ohne Schuldgefühle „Nein“ zu sagen

Ich habe es geschafft. Ich lebe ohne Angst und ich habe die
Scham verloren. Ich fürchte mich nun nicht mehr davor,…
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