Schleudertrauma: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ein Schleudertrauma kann auch langfristige Folgen haben, doch meist bleiben keine schweren Schäden zurück. Solltest du nach einem Unfall jedoch emotionale Probleme haben, ist eine Psychotherapie empfehlenswert.
Schleudertrauma: Symptome, Ursachen und Behandlung
Gema Sánchez Cuevas

Geprüft und freigegeben von der Psychologe Gema Sánchez Cuevas.

Geschrieben von Alejandro Rodríguez

Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2022

Jedes Jahr sind Tausende von Menschen in Autounfälle verwickelt. Vorfälle im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen sind in vielen Ländern nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen. Selbst wenn ein Autounfall nicht zum Tod führt, können die Folgen dennoch schwerwiegend sein. Eine der häufigsten und lästigsten Folgen von Autounfällen ist das Schleudertrauma. Heute sprechen wir daher über die einzelnen Symptome des Schleudertraumas und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Das Schleudertrauma ist ein Nackenschmerz, der auftritt, wenn dieser empfindliche Körperteil plötzlich beschleunigt und abgebremst wird. Als solches manifestiert es sich in der Regel nach Autounfällen, bei denen plötzlich jemand hart bremsen musste. Bei Auffahrunfällen kommt es besonders häufig zu einer derartigen Verletzung, die unangenehm und gefährlich sein kann.

In diesem Artikel erfährst du Wissenswertes über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Zwei Skelette mit roten Wirbelsäulen.

Wie kommt es zu einem Schleudertrauma?

In vielen Fällen sind Auffahrunfälle dafür verantwortlich, der eine starke, unerwartete Bewegung des Kopfes nach vorne und hinten auslöst. Durch die beschleunigte Kraft entspricht die kurzzeitige Belastung durch das Gewicht des Kopfes, das im Normalfall rund 8 Kilo aufweist, ungefähr 50 Kilo. Die Konsequenzen für die Halswirbel können sehr unangenehm sein. 

Die Überstreckung des unteren Nackenbereichs führt gleichzeitig zur Überdehnung der Bänder, Sehnen und Muskeln. In der Folge entstehen intensive Schmerzen im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich.

Einige Studien zeigen, dass die Symptome des Schleudertraumas nicht mit einer Verstauchung zusammenhängen, wie wir sie an anderen Körperteilen (zum Beispiel bei Sportunfällen) erleiden können. Einige Experten meinen, dass es sich tatsächlich um ein psychosomatisches Problem handelt. Mit anderen Worten, es könnte eher ein Produkt von Stress als von körperlichem Schaden sein.

Im Allgemeinen ist dies kein sehr gefährlicher Zustand. In leichteren Fällen verschwinden die Symptome bereits nach wenigen Tagen. Doch sie können auch länger anhalten und ernste Folgen haben. In diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um größere Probleme auszuschließen.

Die häufigsten Symptome

  • Nackenschmerzen zeigen sich meist sofort nach dem Vorfall oder in den darauffolgenden Stunden.
  • Nackensteifheit, welche die Beweglichkeit stark beeinflusst
  • Kopfschmerzen, meist im oberen Kopfbereich
  • Schwindel und das Gefühl, das Gleichgewicht zu verlieren
Eines der Symptome von Schleudertrauma sind Nackenschmerzen.

In manchen Fällen treten andere Symptome auf: Zum Beispiel klagen manche Menschen mit Schleudertrauma über Schmerzen, die sich bis zu den Armen oder in den Rücken erstrecken. Darüber hinaus können sie unter Tinnitus (einem störenden Klingeln in den Ohren) leiden.

Manche Menschen leiden sogar an emotionalen Symptomen, wie Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen.

Wie wird ein Schleudertrauma behandelt?

Die Behandlung ist in den meisten Fällen einfach. Lange rieten Experten Betroffenen an, ihren Nacken zu schonen und Bewegungen zu meiden, um die Genesung zu beschleunigen. Doch neuere Studien zeigen, dass ein Halskrause zur Stabilisierung die Genesung verzögert. Dadurch verlieren nämlich die Muskeln an Kraft, werden stärker belastet und verspannen sich.

Deshalb empfehlen Fachärzte heute nach einem Schleudertrauma oft, ein ganz normales Leben zu führen. Eine Halskrause kann allerdings für bestimmte Zwecke (z. B. beim Autofahren) nützlich sein. Spezifische Übungen können die Genesung verkürzen, doch der Facharzt empfiehlt im Einzelfall die beste Therapie. Es können auch Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente nötig sein, um die Symptome zu lindern.

Ein Schleudertrauma kann auch langfristige Folgen haben, doch meist bleiben keine schweren Schäden zurück. Solltest du nach einem Unfall jedoch emotionale Probleme haben, ist eine Psychotherapie empfehlenswert.


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