Philanthropie ist nicht nur für Reiche

9. Juni 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Philanthropie - Papiermännchen in zwei Händen

Philanthropie bedeutet, deinen Mitmenschen um ihrer selbst willen zu helfen. Mit anderen Worten, du verlangst nichts im Gegenzug und erwartest in Zukunft auch keine Gefälligkeiten. Sie ist wie bedingungslose Liebe, und sie ist gemeinnützig. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Liebe zur Menschheit“. Daher ist Philanthropie nicht nur etwas für Menschen mit viel Geld, sondern eine Einstellung, die jeder annehmen, eine Philosophie, nach der jeder leben kann.

Viele bekannte Persönlichkeiten sind Botschafter gemeinnütziger Organisationen. Sie unterstützen humanitäre Projekte und arbeiten für die Gesundheit und Bildung benachteiligter Kinder, unter anderem. Aber bei der Philanthropie geht es weniger um Geld als um Großzügigkeit, Bereitschaft, Bewusstsein und Mitgefühl.

Empathie und Nächstenliebe

Philanthropie ist ein Gefühl, das aus dem ehrlichen Wunsch entsteht, zu helfen. Philanthropische Hilfe umfasst soziale Aktionen oder Spenden, die anderen Menschen wirklich zugutekommen. Aber wie bereits gesagt, diese Hilfe wird angeboten, ohne auf irgendeine Belohnung zu hoffen.

Es braucht weniger, als du denkst, um deinen Mitmenschen zu helfen. Wir können alle dazu beitragen, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Es gibt viele einfache Dinge, die du tun kannst und für die du kaum Geld ausgeben musst, wie Wasser sparen, recyceln und Kleidung oder Essen spenden. All diese Maßnahmen stützen die bedürftigsten Schichten der Gesellschaft. Man kann keinen Ozean ohne Tropfen füllen!

Leute packen Spenden ein

Das psychologische Profil von Philanthropen

Experten sagen, dass es zwei persönliche Situationen gebe, die relativ häufig dafür sorgen, dass jemand das Bedürfnis habe, sich in andere Menschen einzufühlen und ihnen zu helfen. Von diesen beiden Szenarien ausgehend gibt es zwei verschiedene Arten von Philanthropen:

  • Eine komplizierte emotionale Situation. Mit anderen Worten, Menschen werden großzügiger, weil sie psychische oder mentale Veränderungen durchlaufen haben, die sie zur Hilfe motivieren. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls, was zwar der Auslöser der Philanthropie ist, sie aber nicht langfristig aufrechterhält. Und dennoch, derjenige, der am Ball bleibt, wird mit einem erhöhten Selbstwertgefühl belohnt.
  • Empathie durch Ähnlichkeit. Mit anderen Worten, diese Menschen verspüren die Gefühle andere, lassen sie ihre Seelen berühren. Sie fühlen ihren Schmerz, also versuchen sie, sich mit ihnen zu verbinden, ihnen zu helfen, ihn zu überwinden – vielleicht, nachdem sie ihn selbst überwunden haben.

Voraussetzungen für Philanthropie

Wenn du dir selbst nicht das geben kannst, was du brauchst, wird es nicht einfach sein, anderen Menschen zu helfen. Deshalb ist es wichtig, zu reflektieren, wie du dich in die Lage versetzen kannst, zu helfen. Du brauchst gute Absichten. Aber du musst auch die richtigen Mittel haben, um mit den Problemen anderer umzugehen. Du musst angemessen vorbereitet sein und vielleicht auf eine Gruppe von Experten zählen können, die dir helfen kann. Du musst also über die notwendigen Werkzeuge, Fähigkeiten und mentale Stärke verfügen.

Du kannst nicht philanthropisch sein, wenn du kein gesundes Selbstbewusstsein hast. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du das soziale Gleichgewicht verbessern kannst, ist es besser, es sein zu lassen. Schließlich könntest du am Ende das Gegenteil bewirken und die Situation verschlimmern.

Ausgestreckte Hand

Was ist Philanthropie nicht?

Viele Firmen definieren ihre soziale Rolle in der Unternehmensphilanthropie. Allerdings verfolgen diese Unternehmen mit ihren sozialen Aktionen und Spenden Interessen, meist wirtschaftliche, weshalb wir ihre Handlungen offensichtlich nicht als völlig selbstlos betrachten können. Philanthropie hat tatsächlich mehr mit dem zu tun, was als „dritter Sektor“ bezeichnet wird. Mit anderen Worten, sie beruht auf freiwilligen Bemühungen, nicht auf privaten oder staatlichen Interessen.

Dann gibt es noch den falschen Altruismus. Es ist eine Art sozialer Unterstützung, die jemand aus einer voreingenommenen Machtposition vergibt. Sie basiert auf einer korrumpierten Vorstellung von Überlegenheit: „Da ich mehr Geld oder Macht als du habe, überlasse ich dir meine Lumpen. Und vergiss nicht, mir zu danken, denn ohne sie wärst du nichts.“  Das hat nichts mit Philanthropie zu tun. Es ist einfach eine arrogante, grausame und tyrannische Haltung.

Ein interessantes Beispiel war die Kontroverse um den ehemals reichsten Mann der Welt: Bill Gates, der Gründer von Microsoft. Viele Leute zweifelten an seinen guten Absichten. Sie dachten, sein einziges Ziel sei es, das Image seines Unternehmens zu verbessern. Aber mit dieser extremen Bewertung tun wir ihm vielleicht auch unrecht. Wir können nicht wissen, was in seinem Kopf vor sich geht. Fest steht, nicht jede Wohltätigkeit ist Philanthropie und nicht alles Philanthropische ist wohltätig.

Gib einem Mann einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann, zu fischen, und du ernährst ihn ein Leben lang.

Eine Hand hilft der anderen

Misanthropie: der erste Schritt?

Das Gegenteil von Philanthropie ist Misanthropie. Es ist die Neigung, sich von anderen Menschen zu distanzieren. Misanthropen empfinden gegenüber anderen Menschen Abscheu, eine allgemeine Abneigung, manchmal sogar Hass. Aber es wurde schon vorgeschlagen, dass Misanthropie der Philanthropie vorausgeht. Diese Idee rührt daher, dass man die Ungerechtigkeiten der Welt zunächst erkennen muss, wenn man anderen helfen will. Misanthropen verstehen, dass es Menschen gibt, die für ihr Handeln, für ihren Egoismus und ihre Gier, nur Abneigung verdienen. Nur mit diesem Bewusstsein kann die Ungleichheit bekämpft und die Welt verändert werden!

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