Pferdegestützte Therapie: Alles Wissenswerte!

25 Februar, 2021
Bei der pferdegestützten Therapie werden Pferde eingesetzt, um die verschiedenen Rehabilitationsziele der Patienten zu erreichen. Sie kann u.a. für Kinder mit Autismus, Rett-Syndrom und Zerebralparese hilfreich sein. Erfahre mehr dazu in unserem heutigen Artikel!

Die therapeutischen Möglichkeiten für Menschen mit einer Störung oder Behinderung werden immer vielfältiger. Ein für Patienten hilfreicher Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität ist die pferdegestützte Therapie.

Zwar ist dieser Ansatz nicht neu, aber er ist wichtiger als früher. Einerseits lernen sich mit dieser Art von alternativer Behandlung Patienten selbst besser kennen. Andererseits verbessert diese Behandlung die persönliche Entwicklung und Lebensqualität.

Bei der pferdegestützten Therapie (Equine-Assisted Therapy, EAT) stehen die Pferde im Mittelpunkt. Studien zeigen, dass diese Therapie  Menschen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern hilft. beispielsweise Patienten mit Autismus-Spektrum oder Zerebralparese. Dies sind jedoch nur einige Beispiele. Möchtest du mehr darüber erfahren? Wer hat diesen Ansatz erfunden? Für wen ist es geeignet? Gibt es verschiedene Methoden innerhalb der EAT? Lies weiter, um es herauszufinden!

Mensch und Pferd

Was ist die pferdegestützte Therapie?

EAT, auch Pferdetherapie oder Reittherapie genannt, ist eine großartige Alternative für Menschen mit Einschränkungen. Beispielsweise mit einer Art von Behinderung oder Störung der geistigen Entwicklung. Ein Beispiel hierfür ist Autismus.

Ziel ist es, Patienten bei der geistigen, physischen, emotionalen, sozialen und/oder beruflichen Entwicklung zu helfen. Man erreicht dies durch eine Reihe von Übungen, Spielen und Aktivitäten mit Pferd. Auch kann das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten allgemein verbessert werden.

Während einer EAT-Sitzung kann der Patient das Pferd reiten, bürsten, streicheln oder füttern. Auch kann er mit dem Pferd spielen oder andere Aktivitäten durchführen. Jeder Patient erhält eine auf ihn angepasste Behandlung. Genauer gesagt ist diese abhängig von seinen physischen und psychischen Eigenschaften. Deshalb ermöglicht es ihm die Behandlung, das Beste aus der Zusammenarbeit mit dem Pferd zu machen.

Ursprung

Die Praxis der pferdegestützten Therapie geht auf die alten Griechen zurück. Diese empfahlen das Reiten zur Vorbeugung und Heilung von körperlichen und geistigen Beschwerden.

Die formale Praxis der pferdegestützten Therapie begann 1969 in Mexiko. Genauer gesagt wird ein Trainer des mexikanischen Olympic Athletic Centers namens Rogelio Hernandez Huerta als der ursprüngliche Erfinder angesehen. Noch im selben Jahr wurde das erste spezialisierte Zentrum für Pferdetherapie gegründet und auch die North American Riding for the Handicapped Association (NARHA), deren Aufgabe es ist, Zentren und Einzelpersonen die Pferdetherapie anbieten zu koordinieren und offiziell anzuerkennen.

Für wen ist diese Therapie geeignet?

Wie bereits erwähnt, ist die pferdegestützte Therapie für Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung geeignet. Jedoch kann sie auch bei anderen Arten von Problemen hilfreich sein. Um mehr zu erfahren, lies einfach weiter. EAT ist für Kinder und Erwachsene geeignet. Gesundheitsexperten empfehlen die Pferdetherapie am häufigsten für Menschen mit den folgenden Erkrankungen:

Besonders nützlich kann die Reittherapie für Menschen mit Autismus sein. Des Weiteren hilft sie auch Patienten mit Zerebralparese oder Rett-Syndrom, Wirbelsäulen- und/oder Hirnverletzungen, Multipler Sklerose, Fibromyalgie etc. In jedem Fall nimmt der Therapeut die entsprechenden Anpassungen der Aktivitäten und der Therapieziele an die Bedürfnisse des Patienten vor.

Die Vorteile der pferdegestützten Therapie

Verschiedene psychologische und physische Vorteile der pferdegestützten Therapie sind durch Studien belegt.

Die wichtigsten psychologischen Vorteile sind:

Einige der körperlichen Vorteile der Pferdetherapie sind:

  • bessere Muskelentwicklung und Balance
  • Kraft
  • Muskeltonus
  • Motorik
  • Koordination
  • Ausdauer etc.

Pferdegestützte Therapie und Autismus

Wie wir bereits mehrfach erwähnt haben, ist die pferdegestützte Therapie hervorragend für Kinder mit Autismus geeignet. Eine Studie von Perez, et al. (2008) fand heraus, dass die Pferdetherapie vier Arten von Stimulationen für junge Patienten bietet: vestibulär (sprachlich), propriozeptiv (die Wahrnehmung betreffend), taktil (den Tastsinn betreffend) und motorisch (Bewegungsabläufe).

Eine weitere Studie von De La Prieta (2017) fand heraus, dass die Wärme und die Vibrationen, die das Pferd ausstrahlt, sowie seine dreidimensionalen Bewegungen Nervenstrukturen stimulieren können. Dies ist hilfreich für die Entwicklung der Patienten.

Die 2015 in Mediciego veröffentliche Studie von Delgado und Sanchez (2015) fand heraus, dass Kinder mit Autismus eine emotionale Verbindung zu Pferden aufbauen können. Außerdem gibt ihnen Reiten ein Gefühl der Sicherheit. Das wirkt sich positiv auf ihr Selbstwertgefühl aus.

Kind bei pferdegestützter Therapie

Arten der Pferdetherapie

Innerhalb der pferdegestützten Therapie gibt es verschiedene Richtungen. Hier sind einige der bekanntesten:

  • Therapeutisches Reiten: Dabei werden Übungen auf dem Pferd durchgeführt. Dadurch kann das Gleichgewicht und die Koordination verbessern werden.
  • Hippotherapie: Bei dieser Form der EAT macht der Patient physiotherapeutische Übungen. Diese Übungen macht er sowohl mit als auch auf dem Pferd. Ziel ist es, die vom Pferd übertragene Wärme sowie die rhythmische und dreidimensionale Bewegung des Pferdes zu nutzen. Das alles hilft dem Patienten.
  • Pferdegestütztes Lernen (EAL): EAL ist sehr beliebt. Es besteht aus der Anpassung des Patienten an das Pferd. Weiters auch an alles, was mit der Pflege eines Pferdes zu tun hat. Unter anderem kann es die Motivation steigern. Ebenfalls verbessert es die emotionale Ausdrucksfähigkeit und die Konzentration.
  • Adaptives Reiten: Dies ist für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen geeignet, die bereits Reiten praktizieren. Das Ziel ist, den Sport an die Bedürfnisse des Patienten anzupassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die pferdegestützte Therapie ein therapeutisches Werkzeug mit unbestreitbaren Vorteilen ist. D.h. es ist eine großartige alternative Behandlung für Kinder mit Autismus und anderen Erkrankungen oder Störungen.

Jedoch ist sie auch für Erwachsene geeignet. Die Vielfalt der Möglichkeiten macht sie für Menschen mit allen Arten von Problemen geeignet. Die Person, die den Patienten während der Behandlung begleitet, sollte immer eine qualifizierte und anerkannte Fachkraft sein. Normalerweise ist sie ein spezialisierter Physiotherapeut.

 

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  • García, S. (2010). Equinoterapia: Un binomio con fines terapéutico. Universidad Veracruzana. Médico Veterinario Zootecnista.
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