Packe deinen emotionalen Rucksack aus

· 12. September 2017

Jeder trägt einen emotionalen Rucksack mit sich herum, der das Gewicht von bestimmten Lebenserfahrungen enthält. Der Inhalt umfasst Erinnerungen und Erfahrungen verschiedener Größen, die nicht losgelassen wurden und die sich in den Augen widerspiegeln.

Wenn du nicht lernst, wie du all die toxischen und negativen Erfahrungen aus deinem emotionalen Rucksack nehmen kannst, dann wirst du mit der Zeit immer mehr Gewicht tragen müssen. Und das hat verheerende Auswirkungen auf deine Stimmung und deine Beziehungen.

Deinen emotionalen Rucksack mit dir herumzutragen, ohne ihn von Zeit zu Zeit aufzuräumen, wird in emotionalen Wunden resultieren, die zu schwer zu heilen sind.

Das Gewicht deines emotionalen Rucksacks

In der heutigen Welt neigen wir dazu, uns zu überladen, nicht nur bezüglich der Arbeit, sondern auch emotional. Jede Erfahrung, die wir machen, hinterlässt eine mehr oder weniger tiefe Spur in uns. Wichtig dabei ist, dass uns diese Spuren wachsen lassen, anstatt uns mit ihrem emotionalem Gewicht an die Vergangenheit zu ketten.

Mit emotionalen Wunden voranzuschreiten, die sich immer wieder öffnen und wehtun, ist wesentlich schwieriger, als den Lebensweg mit verheilten Wunden, die dir etwas beigebracht haben, zu gehen.

Sich schuldig, betrogen, verlassen, kritisiert, leer oder frustriert zu fühlen kann dich herunterziehen und davon abhalten, dich selbst zu genießen. Erfahrungen, die dir Narben zufügen und dich verändern, sind Teil deiner Geschichte. Wie kannst du aber dieses Gewicht abwerfen, wenn es von einem formenden Teil deines Lebens herrührt?

Schaue in deinen emotionalen Rucksack und denke darüber nach, was du in ihm trägst. Reflektiere sowohl über die Dinge, die du hineingelegt hast, als auch über jene, die andere eingepackt haben. Nimm dir Zeit. Auch wenn du ihn nicht sehen kannst, trägst du ihn jeden Tag auf deinen Schultern.

Erkenne, dass die meisten deiner Reaktionen mit dem Gewicht, was du mit dir herumträgst, zu tun haben. Um dich davon zu befreien, musst du lernen, zwischen hilfreichen und nicht hilfreichen Dingen zu unterscheiden. Das Überlaufen deines Rucksacks ist ein Hindernis für jede Art von Fortschritt, nach dem du dich sehnst.

Packe deinen emotionalen Rucksack aus und gehe weiter

Lasse nicht zu, dass dein Rucksack so voll wird, dass du dich unter seiner Last kaum mehr bewegen kannst und dich das Leben herunterzieht. Verliere nicht den Willen, weiterzugehen und lasse nicht die Gegenwart in den Händen der Vergangenheit zurück. Und werde nicht davon besessen, zu vergessen, denn das Vergessen ist kein Freund der Absicht.

Wie unbequem und kompliziert es auch immer ist, du musst das herausnehmen, was du in diesem emotionalen Rucksack trägst, sodass du wachsen kannst. Der erste Schritt in die richtige Richtung involviert, zu erkennen, was dich belastet und es zu akzeptieren.

Vielleicht wirst du von Gefühlen der Identität und Bindung überschwemmt, die dich davon abhalten, das Gewicht deines emotionalen Rucksacks zu mindern. Die Angst, die du spürst, wird von der Routine überdeckt. Du hast dich so an diese Wunden gewöhnt, dass du dich wohl merkwürdig fühlen würdest, wären sie nicht da. Eine Leere würde beginnen sich zu entwickeln. Aber glaube mir, es ist nur die Angst vor der Unsicherheit, vorm Unbekannten, vorm Loslassen, die diese Leere gestaltet.

Lerne, alles loszulassen, was dich herunterzieht und dir deine Energie nimmt. Akzeptiere deine Fehler, identifiziere deine Emotionen und lerne sie kennen. Entdecke deine Stärken, schätze dich selbst. Lerne vor allem, dass Wachsen heißt, die Dinge, die dir passiert sind, zu akzeptieren und aus ihnen zu lernen. Denke daran, dass Loslassen nicht immer ein einfaches „Tschüss“ ist. Es heißt, dankbar für das zu sein, was du gelernt hast, und weiterzugehen.

Das Gewicht in deinem emotionalen Rucksack zu mindern, ist ein wichtiger Schritt dahin, neue Gefühle und Erfahrungen zu erlauben. Manche werden dir beim Wachsen helfen und von anderen wirst du dich wieder erholen müssen, aber so ist das Leben.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Lucy Campbell