"Normal People": romantische Liebe begeistert Kritiker und Publikum

Die Serie "Normal People" erinnert uns daran, wie schwierig die Veränderungen in der Jugendzeit sein können.
"Normal People": romantische Liebe begeistert Kritiker und Publikum
Cristina Roda Rivera

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Cristina Roda Rivera.

Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2022

Die Serie “Normal People” wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommen. Die Verfilmung scheint sogar das gleichnamige Buch von Sally Rooney  zu übertreffen, was bei Literaturverfilmungen selten vorkommt. Die Wahl der Hauptdarsteller Marianne (Daisy Edgar-Jones) und Connell (Paul Mescal) ist sicherlich mitverantwortlich für diesen Erfolg, denn sie verführen das Publikum mit ihrem Magnetismus.

“Normal People” ist ein Genuss für die Sinne. Du wirst mitgerissen von den warmen, aufrichtigen und tiefen Gefühlen, von den Reflexionen über das Leben und der Suche nach dem Selbst. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die sich mit den Emotionen der Jugend vermischt.

Normal People: eine ernste Jugendliebe

Die Serie beschreibt eine Jugendliebe auf explizite, reale und gleichzeitig künstlerische Art. Eine Geschichte, die nicht nur für Jugendliche von Interesse ist, auch Erwachsene unterhalten sich damit bestens. Die Serie spielt in einer irischen Kleinstadt im Jahr 2010: Die Klassenkameraden Marianne – ein reiches Mädchen – und Connell – Sohn der Haushälterin von Mariannes Familie – stellen zwei Außenseiter dar, die sich ineinander verlieben.

Die Klassendynamik ist für die Geschichte jedoch kaum relevant. In der langatmigen, melancholischen Serie geht es um das Erwachsenwerden, das Finden der eigenen Identität, das als schmerzlicher Prozess beschrieben wird. Die beiden Außenseiter spüren sofort gegenseitige Anziehungskraft und laufen sich immer wieder über den Weg. Marianne möchte ihre Jungfräulichkeit verlieren und lässt sich auf eine geheime Beziehung mit Connell ein.

Es handelt sich um eine Beziehung, in der sie mit Freude und in Stille ihre Sexualität entdecken, auf ehrliche, keinesfalls unanständige Weise. Das junge Paar experimentiert auf dem Weg des Erwachsenwerdens mit seiner Identität. Es ist bereit, alles für seine Geschichte aufs Spiel zu setzen. Connell tut sich schwer damit, seine Gefühle zu äußern, ist jedoch ein talentierter Schreiber. Marianne hingegen hat ein geringes Selbstwertgefühl, was immer wieder zu Komplikationen in der Beziehung führt.

"Normal People"  - eine romantische Liebe

Die Wege trennen sich…

Das junge Paar ist sich einig darin, die Beziehung zu verheimlichen. Connell ist an der Schule sehr beliebt, Marianne als überkompliziertes Mädchen bekannt. Am Ende der Schulzeit, geht auch die Beziehung auseinander. Marianne findet bei ihrem Studium am Trinity College in Dublin schließlich Gleichgesinnte, die ihrem kulturellen Niveau entsprechen. Beide entwickeln sich zu komplett unterschiedlichen Menschen und ihre Wege trennen sich, doch sie kommen nie richtig voneinander los.

Eine konventionelle Beziehung scheint für das Paar eine Utopie zu sein. Während der Studienzeit kämpft Connell mit Geldsorgen und Depressionen, Marianne mit ihrer Familie. Beide erleben Erfolge und Rückschläge, beide suchen ihren Weg. Wer diese Serie im Schnelldurchlauf ansieht, braucht danach einige Tage, um sie zu verdauen. Ein romantisches Vergnügen, absolut empfehlenswert.

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