Nicht zu unterschätzen: die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit

23. Oktober 2017 en Psychologie 1 Geteilt
Man bräuchte fünf Arme, um alle Aufgaben zu erledigen.

Unser beschleunigter Lebensrhythmus bringt eine Menge Stress mit sich. Jeden erfahren mehr Menschen die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit, die Folgen dieser dauerhaften Belastung, die die Verpflichtungen mit sich bringen, die man übernommen hat. Wir beschäftigen uns mit so vielen Dingen zur gleichen Zeit. Und noch darüber hinaus wollen wir sie alle gut und schnell erledigen. Und dafür muss ein Tribut gezollt werden.

Es gibt immer mehr Studien, die die Folgen von anhaltendem Stress auf unseren Körper aufzeigen. Die Ergebnisse beweisen, dass es für unsere Gesundheit sehr gefährlich ist, wenn man sich in einem Zustand von Dauerstress befindet. Ein sorgenfreies Leben zu führen, ist zwar äußerst schwierig, aber unsere Einstellung gegenüber Sorgen kann schon vieles ändern, und zwar hin zum Positiven und zum Negativen. Psychosomatische Krankheiten sind nur ein Beispiel dafür, wie wichtig unser mentaler Zustand und die Verbindung zwischen Geist und Körper ist.

Die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit zeigen sich in vielen Berufen, zum Beispiel im Büro.

Kortisol, die Ursache vieler Krankheiten

Kortisol ist ein Hormon, das von der Nebennierendrüse produziert wird. Es wird freigesetzt, wenn wir gestresst sind. Wenn es über längere Zeit ständig ausgeschüttet wird, ist unsere Gesundheit gefährdet. Kortisol regt eine Erhöhung der Blutglukose an, damit die Gewebe mit ausreichend Energie versorgt werden können. Das Ziel ist, dass wir genug Energie zur Verfügung haben, um Notsituationen zu meistern.

Wenn in einem angemessenen zeitlichen Rahmen der Stress wieder nachlässt, geht der Kortisolspiegel wieder zurück. Wenn die Situation länger andauert, treten nachteilige Symptome auf, die die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit zeigen. So zum Beispiel:

  • Veränderungen im Verhalten (Reizbarkeit, Wutanfälle, schlechte Laune)
  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Muskelschmerzen
  • Gedächtnisschwund
  • Beeinträchtigung des Immunsystems

All diese vom Hormon Kortisol verursachten Symptome können zu echten Problemen werden. Kortisol wird mit chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (Angina pectoris, Herzinfarkt)
  • Hautinfektionen (Herpes, Schuppenflechte, Ekzeme)
  • Magengeschwüre

Psychosomatische Krankheiten und Stress

Psychosomatische Krankheiten sind jene Krankheiten, die sich unter Stresseinfluss oder jeder anderen Form von psychologischer Bedrängnis als körperliche Krankheit zeigen. Der US-amerikanische Diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen (seit 2013 DSM-5) führt psychosomatische Krankheiten unter dem Punkt Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen  auf. Da sich keine pathophysiologischen Befunde erheben lassen, die die Symptome erklären würden, ist es schwierig, eine wirksame Behandlungsmethode für das Problem zu finden.

Es treten verschiedene Symptome auf, aber alle bereiten den Betroffenen Kummer, erschweren ihnen ihr Alltagsleben und mindern ihre Lebensqualität. Es ist wichtig, dass in solch einer Situation nach körperlichen Ursachen gesucht wird und dass der Patient an einen Spezialisten für psychische Gesundheit überwiesen wird, wenn diese nicht gefunden werden können.

Psychosomatische Krankheiten

Die Symptome können allgemeiner oder spezifischer Natur sein. Manchmal handelt es sich um weitgehend normale Empfindungen wie zum Beispiel ein verstärktes Hungergefühl. Es treten auch Verwechslungen mit Symptomen auf, die für unbedeutende Krankheiten wie eine gewöhnliche Erkältung typisch sind. Das häufigste Symptom, über das Betroffene klagen, sind Schmerzen.

Psychosomatische Krankheiten kann man in der bildgebenden Diagnostik jedoch nicht erkennen. Darum ist auch das Ausmachen der Ursache so kompliziert. Und deshalb lehnen Patienten die Diagnose auch so häufig ab.

Wissenschaftliche Studien beweisen den Zusammenhang

Dem Texas Heart Institute (Texas, USA) nach sei Stress einer der Faktoren, der die Wahrscheinlichkeit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung am stärksten erhöht. Dort wird behauptet, dass Stress die Herzfrequenz und den Blutdruck nach oben treibe, wodurch der Bedarf des Herzens nach Sauerstoff ansteige.

Im Journal Nature  wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem die These präsentiert wurde, dass es zwischen Stress und Krebs einen direkten Zusammenhang gäbe: In Versuchen, die von Dr. Tian Xu an der Yale University (Connecticut, USA) durchgeführt wurden, zeigte sich, dass „gestresste“ Zellen Signale aussenden können, die die Bildung von Tumoren begünstigen. Dadurch werden benachbarte gesunde Zeilen in Mitleidenschaft gezogen. Das Interessante an dieser Entdeckung ist, dass sie neue Wege der Krebsbekämpfung ebnet, und zwar durch das Blockieren von Stresssignalen, die sich die Zellen gegenseitig zukommen lassen.

Eine Gruppe argentinischer Forscher unter der Leitung des Neurologen Dr. Edgardo Reich stellte in Studien fest, dass Stress ein Auslöser für erste Demenz-Symptome ist. Laut Aussage der Gruppe könne Stress einen degenerativen Prozess im Gehirn anstoßen und ihn auf das Neuroendokrinium und das Immunsystem übertragen. Obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht identifiziert wurde, wäre es interessant, in weiteren Forschungen festzustellen, bis zu welchem Punkt es einen Zusammenhang gibt.

Aber schon längst ist klar, dass die Überaktivierung des Körpers seine Verteidigungsmechanismen schwächt und uns anfälliger für Krankheiten macht. Die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit sind ganz und gar nicht zu unterschätzen.

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