Mein Partner hilft mir nicht im Haushalt – wir arbeiten zusammen

11. Januar 2017 en Kuriositäten 0 Geteilt

„Mein Partner hilft mir im Haushalt.“  Wir alle haben diesen Satz, diesen verhassten Ausdruck, immer wieder gehört. Diesen Satz, der die Geschlechterrollen definiert, weshalb wir ihn unbedingt umformulieren sollten. In einem Haushalt sollte niemand dem anderen helfen, denn alle, die unter einem Dach leben, teilen sich die Verantwortung für die Haushaltsaufgaben – Teamwork ist gefragt.

In unserer Gesellschaft sind trotz der Fortschritte, trotz des Umdenkens und jedes noch so kleinen Erfolges in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern, noch immer die starken Wurzeln des Patriarchats zu spüren. Es ist dieser Schatten, der auch heutzutage noch über dem Verstand vieler Menschen liegt und sich in die Sprache unserer Gesellschaft aus Gewohnheit eingebürgert hat, wo viele weiterhin der Meinung sind, dass der Mann das Geld nach Hause bringt und die Frau sich um Haushalt und Kinder kümmert.

„Männer und Frauen sollten sich frei fühlen, stark zu sein. Die Zeit ist gekommen, beide Geschlechter als eine Einheit anzusehen und nicht als Gegenpole. Wir sollten uns nicht länger gegenseitig herausfordern.“

Rede von Emma Watson bei der UNO

Heutzutage noch zu denken, dass es ausschließlich die Verantwortung der Frau sei, sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder zu kümmern, ist eine veraltete Vorstellung und hat mit der Gegenwart nichts mehr zu tun – oder sollte es zumindest nicht mehr haben. Man sollte es aber auch nicht bis aufs Äußerste verteidigen, dass die Haushaltsaufgaben in jedem Fall 50:50 geteilt werden: Wir dürfen nicht vergessen, dass jedes Paar eine eigene Welt ist, dass jeder Haushalt seine Dynamik hat und es die darin lebenden Menschen sind, die die Aufgaben und Verantwortungen auf Grundlage ihrer Verfügbarkeit aufteilen. Faktoren wie die Berufstätigkeit der Familienmitglieder bestimmen zweifellos die Routine und die Art, wie die besagten Aufgaben, gerecht aufgeteilt, gemeinsam und respektvoll erledigt werden können.

Wir möchten dich dazu einladen, zusammen mit uns darüber nachzudenken.

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Die Zeiten haben sich geändert (zumindest ein bisschen)

Die Zeiten haben sich geändert und wir sind nun andere, neue, mutigere Menschen mit anderen Herausforderungen als jenen, die noch unsere Großmütter und Großväter zu meistern hatten. Zumindest möchten wir das glauben und aus diesem Grund kämpfen wir weiter um Gleichberechtigung. Doch es gibt noch viele Brücken zu überqueren. Streitthemen wie Ungleichheiten bei der Entlohnung für die gleiche Arbeit oder die Gleichheit von Möglichkeiten sind Faktoren, die noch immer vom Geschlecht abhängig sind. Hierbei handelt es sich um schwierige Kämpfe, die eine Frau nach wie vor auszutragen hat.

Doch was die Verantwortung für den Haushalt, die Aufgaben im Haushalt und die Erziehung der Kinder anbelangt, ist der Fortschritt im Hinblick auf die Gleichstellung bemerkenswert. Selbstverständlich hat jeder Mensch seine persönliche Erfahrung damit und in jedem Land, in jeder Stadt und in jedem Haushalt gibt es ganz eigene Realitäten, die unsere Meinung zu diesem Thema beeinflussen.

Die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte vor Jahren eine interessante Studie, die uns hellhörig werden ließ: Wenn eine Frau einen Partner hat, bedeutet das für sie 7 Stunden Mehrarbeit pro Woche. Mit diesem Satz wurde klar, dass die Ungleichheit bei der Verteilung der Haushaltsaufgaben weiterhin an der Tagesordnung ist. Aber vor vielen Jahren unterschied sich auch noch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträchtlich.

hausfrau

Während die Frau vor einigen Jahrzehnten fast ausschließlich die Rolle der Hausfrau einnahm, ist sie heutzutage nicht mehr nur im privaten Bereich sondern auch im öffentlichen anzutreffen, welcher früher Männern vorbehalten war. Aber sich den gleichen Lebensraum mit Männern zu teilen, bedeutet nicht auch zwangsläufig, die gleichen Möglichkeiten oder die gleichen Rechte zu haben.

  • Viele Frauen müssen oftmals für beide Lebensbereiche die Verantwortung tragen: zum einen an ihrem Arbeitsplatz und zum anderen für den Haushalt und die Erziehung der Kinder.
  • Auch wenn der Mann häufig genauso viele Arbeiten im Haushalt erledigt wie die Frau, ist das nicht oft der Fall, wenn es darum geht, sich um andere zu kümmern. Heute sind es fast ausschließlich Frauen, die in der häuslichen Alten-und Krankenpflege tätig sind oder sich um behinderte Kinder kümmern.

Wenn wir unsere Mutter zwar brauchen, sie uns aber daran hindert, uns zu verwirklichen

Den patriarchalischen Einflüssen des emotionalen Erbes ein Ende zu bereiten,
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Die Aufgaben im Haushalt und tägliches Teamwork

Die Haushaltsaufgaben müssen von niemand Bestimmtem erledigt werden, sie können von wirklich jedem bewältigt werden. Es ist weder die Aufgabe einer Mutter, zu bügeln, noch ist es die Aufgabe des Vaters, den Kühlschrank zu reparieren. Sich um einen Haushalt zu kümmern, ganz gleich ob im wirtschaftlichen oder tatkräftigen Sinne, ist Sache all jener, die unter diesem Dach wohnen, vollkommen egal, welches Geschlecht sie haben.

Am interessantesten an dieser Tatsache ist, dass wir trotz allem noch immer diese gängigen Sätze hören, wie „mein Mann hilft mir im Haushalt“  oder „ich helfe meiner Freundin dabei, die Teller abzuwaschen“.  Vielleicht ist es so, wie wir sagen, aus reiner Gewohnheit und in Wahrheit belagern diese patriarchalischen Vorstellungen nicht unseren Verstand, wo jede Aufgabe ihre Farbe hat: rosa oder blau.

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Tägliches Teamwork und eine gleichberechtigte Verteilung der Haushaltsarbeiten bringt Harmonie in diese Routine, in der es so einfach ist, den Klischees zu verfallen„du machst einfach nichts“  oder „wenn ich nach Hause komme, bin ich müde“.  Die Aufgabenverteilung sollte nicht nur wegen der Gleichberechtigung oder der Rollenverteilung der Geschlechter geschehen, sondern aufgrund eines Gemeinschaftssinns.

Wenn mein Partner den ganzen Tag arbeitet und ich arbeitssuchend bin oder mich frei dafür entschieden habe, zu Hause zu bleiben, um meine Kinder zu erziehen, kann ich nicht von ihm verlangen, dass er das Abendessen kocht und meine Wäsche macht. Genauso wenig ist es die Aufgabe einer einzigen Person, sich um ein Kind zu kümmern. Eine Mutter ist nicht dazu verpflichtet, eine „Supermama“ zu sein. Ein Kind ist die Verantwortung beider Menschen, die sich dazu entschieden haben, es zu bekommen, und darüber hinaus müssen wir ihm als Vorbild dienen und ihm beispielsweise zeigen, dass die Küche nicht der Arbeitsbereich einer bestimmten Person ist; dass das Bett zu machen, sich um den Hund und den Abwasch zu kümmern nicht bedeutet, Mama oder Papa zu helfen, sondern die Verantwortung all jener ist, die in diesem Haus leben.

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