Lexotanil: Wirkungsweise und Nebenwirkungen

· 17. März 2018

Lexotanil mit seinem Wirkstoff Bromazepam ist ein Tranquilizer aus der Gruppe der Benzodiazepine, die häufig verschrieben werden, um schwere Angstzustände zu behandeln. Es verringert Anspannungen, Nervosität und in hoher Dosis wirkt es als Muskelrelaxans. Im Allgemeinen sollte die Behandlung mit dieser Art der Psychopharmaka punktuell erfolgen und von kurzer Dauer sein.

Obwohl medizinische und pharmakologische Einrichtungen davor warnen, dass Benzodiazepinenicht länger als zwölf Wochen verabreicht werden sollte (einschließlich des Zeitraums, in dem die Behandlung mit diesem Medikament schrittweise abgesetzt wird), ist es dennoch so, dass Lexotanil tatsächlich länger eingenommen wird als empfohlen. Manche Patienten kombinieren Lexotanil auch mit anderen Medikamenten und Beruhigungsmitteln, wie zum Beispiel Alkohol oder sogar Diazepam, ohne ihren Arzt zu konsultieren. Dieser Medikamentenmissbrauch hat Folgen, vor allem bezüglich einer Abhängigkeit.

Lexotanil, so wie alle anderen Arzneimittel auch, sollte in Übereinstimmung mit den Hinweisen zur Einnahme konsumiert werden. Gleichzeitig sollten Ärzte die Einnahme dieser Art von Medikamenten überwachen, deren Wirkungsweise an sich sehr positiv ist: die im Zusammenhang mit Angststörungen stehende Symptomatik zu lindern.

Verängstigte Frau

Wie wirkt Lexotanil?

Der Wirkstoff in Lexotanil ist Bromazepam, das zur Gruppe der Benzodiazepine gehört. Bromazepam, in niedrigen Dosen verabreicht, lindert Anspannung, Angst und Nervosität; in hohen Dosen wirkt es als Muskelrelaxans.

Lexotanil ist der Handelsname eines der Präparate, die Bromazepam enthalten. Vor allen Dingen sollten wir über den Wirkstoff wissen, dass er zur Gruppe der Benzodiazepine gehört. Wir haben es hier mit einem Präparat zu tun, dessen Wirkung auf einer Bindung an Gamma-Aminobuttersäure-Rezeptoren, den sogenannten GABA-Rezeptoren, im Gehirn beruht. Es hat eine sedierende, hypnotische, angstlösende, krampflösende und muskelentspannende Wirkung.

In erster Linie ist es ein Beruhigungsmittel, das in einem ganz bestimmten Bereich unseres Gehirns wirkt, nämlich im limbischen System. Aus diesem Grund entspannt es nicht nur unseren Körper mitsamt seinen Muskeln, sondern reduziert auch psychische Anspannung, Stress, Angst und Furcht.

Nachfolgend möchten wir uns anschauen, welche Anwendungsgebiete Lexotanil abdeckt:

  • Symptomatische Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen
  • Behandlung von Zwangsstörungen, Hypochondrie, Phobien und Panikattacken
  • Reduktion aggressiver oder selbstzerstörerischer Verhaltensweisen
  • Darüber hinaus ist Lexotanil auch ein sehr effektives Beruhigungsmittel vor kleineren chirurgischen Eingriffen
Verängstigter Mann sitzt im Dunkeln

Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf Lexotanil

Lexotanil enthält weniger potente Benzodiazepine als das altbekannte klassische Valium. Obwohl der Wirkmechanismus von Bromazepam dem des Diazepams gleicht, sind die mit einer Therapie verbundenen Nebenwirkungen sowie seine Toleranz gegenüber diesem Medikament und die Gefahr der Abhängigkeit etwas vermindert. Aber es gibt nach wie vor Risiken von Nebenwirkungen, Entwicklung von Toleranz und Abhängigkeit. Das heißt, dass wir es mit einem Arzneimittel zu tun haben, das auf psychologischer und organischer Ebene negative Wirkungen haben kann, wenn wir es missbrauchen.

Daher ist es notwendig, dass wir folgende Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf dieses Medikament ergreifen:

  • Die Einnahme sollte zu jeder Zeit von unserem Arzt überwacht werden.
  • Wenn wir Lexotanil vom einem auf den anderen Tag absetzen, können wir einen Rebound-Effekt erleiden. Das bedeutet, dass die ursprünglichen Symptome der Angst schlimmer werden. Wenn uns Benzodiazepine verabreicht werden und wir sie absetzen müssen, sollten wir das schrittweise tun.
  • Während der Therapie ist es nicht ratsam, Aufgaben auszuführen, die hohe Aufmerksamkeit und gute Reaktionsfähigkeit erfordern. Aus diesem Grund sollten wir während dieser Zeit auf das Fahren von Fahrzeugen oder das Arbeiten an gefährlichen Maschinen verzichten.
  • Schwangere Frauen sowie Patienten mit Nieren- oder Leberproblemen sollten nur niedrige Dosen Bromazepam einnehmen oder besser Alternativen in Betracht ziehen, die ihren derzeitigen Umständen und Bedürfnissen gerecht werden.

Nebenwirkungen von Lexotanil

Lexotanil ist kein Medikament, das langfristig eingenommen werden kann. Nach ein paar Wochen entwickelt der Körper eine Toleranz hinsichtlich dieses Arzneimittels und die hypnotischen Effekte lassen so stark nach, dass höhere Dosen benötigt werden, um dieselbe Wirkung zu erreichen. Wenn wir es länger als drei Monate oder in zu hoher Dosis einnehmen, kann das zu folgender Symptomatik führen:

  • Kopfschmerzen
  • Koordinations- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gefühl der Trägheit
  • Ermüdung
  • Albträume
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
Frau mit Magenschmerzen

Ebenso sollte berücksichtigt werden, und damit möchten wir zum Ende unseres Artikels kommen, dass Lexotanil mit vielen anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten kann, insbesondere mit solchen, die auf das zentrale Nervensystem wirken, wie Antidepressiva, Antipsychotika, Opioid-Analgetika und sogar sedierende Antihistaminika. Deshalb sollten wir es niemals vergessen, den Anweisungen unserer Ärzte zu folgen und Lexotanil als kurzfristige Lösung in der Therapie von Angststörungen zu betrachten.