Kuriositäten aus der Welt des Theaters

Die Farbe Gelb bringt im Theater kein Glück. Der Grund dafür ist, dass Molière, der berühmte Theaterdirektor und Dramatiker, in Gelb gekleidet war, als er krank wurde und die Aufführung verlassen musste, um später zu sterben. Interessieren dich weitere Kuriositäten aus der Welt des Theaters? Dann lies weiter ...
Kuriositäten aus der Welt des Theaters
Sergio De Dios González

Geprüft und freigegeben von dem Psychologen Sergio De Dios González.

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 29. Oktober 2022

Die Welt des Theaters ist sowohl für die Darsteller als auch für das Publikum eine einzigartige Erfahrung. Jede Aufführung ist anders, die Wahrnehmung sehr persönlich und in der Gruppe meist intensiv. Die Einmaligkeit des Theaters ist nicht mit dem Kino vergleichbar: Wenn du dir dasselbe Werk mehrmals anschaust, wird es immer Unterschiede geben.

Das abendländische Theater nahm seinen Anfang in Griechenland und erreichte im 5. Jahrhundert vor Christus seine Blütezeit. Die Aufführungen entwickelten sich aus religiösen Zeremonien und wurden zu einem wichtigen gesellschaftlichen Bestandteil. Noch heute verwenden wir die traurige und die lächelnde Maske von Melpomene, der Muse der tragischen Dichtung, und Thalia, der Muse der komischen Dichtung, als Symbol des Theaters.

Die griechischen Tragödien repräsentieren die menschliche Existenz und sind noch immer faszinierend. Doch es gibt viele weitere Kuriositäten aus der Welt des Theaters. Wir analysieren anschließend einige davon.

„Lebe so, wie du es für richtig hältst. Und gehe, wohin dein Herz dich führt. Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum: Singe, lache, tanze und … liebe!“

Charles Chaplin

Kuriositäten aus der Welt des Theaters
Der Theatervorhang kommt erst seit dem 17. Jahrhundert zum Einsatz.

Kuriositäten aus der Welt des Theaters

Das erste griechische Theater, das aus Stein gebaut wurde, war dem Gott Dionysos gewidmet. Das Dionysos Theater liegt am Südhang der Athener Akropolis und umfasst eine Bühne, hölzerne Sitze für das Publikum sowie die Orchestra. Am Ende einer Vorführung applaudierten und jubelten die Griechen. In Rom hingegen schwenkten die Zuschauer zusätzlich den Zipfel ihrer Toga oder ein Band, das sie zu diesem Zweck erhielten. Die Blütezeit des griechischen Theaters endete mit der Gründung der hellenistischen Königreiche.

In vorchristlicher Zeit und im Frühmittelalter kam es zu Verboten. So empfahl beispielsweise der christliche Schriftsteller Tertullian, wegen seiner Unsittlichkeit nicht ins Theater zu gehen. Schließlich entwickelte sich jedoch im 10. und 11. Jahrhundert die Repräsentation der christlichen Ostergeschichte und später sehr beliebte Passions- und Weihnachtsspiele, die die Theaterkultur der Renaissance und des Barock nährten.

Die Theaterstücke durften anfangs nur in Gotteshäusern aufgeführt werden. Später wurden sie auf öffentlichen Plätzen inszeniert. Doch bis weit ins 18. Jahrhundert galt der Beruf des Schauspielers als anrüchig. Den Darstellern war es verboten, bestimmte öffentliche Ämter zu bekleiden und sie durften auch nicht auf heiligem Boden begraben werden. Lange Zeit war es Frauen verboten, Rollen zu interpretieren. Deshalb übernahmen junge Männer, die ihre Stimme veränderten, diese Aufgabe.

Mythen und Legenden

Viele Theater sind von Legenden und Mythen umgeben. Im Londoner West End, dem weltweit größten Theaterviertel, soll es beispielsweise spuken. In vielen Theatern auf der ganzen Welt wird montags nicht gespielt, damit sich die Geister ungestört unterhalten können. Nach den Aufführungen bleibt das Licht vielerorts noch eingeschaltet, um böse Geister fernzuhalten. Die Engländer nennen dies „ghost light“.

Apropos Legenden: Eines der berühmtesten Werke von Shakespeare, „Macbeth“, soll verflucht sein. Bei der Erstaufführung starb der Hauptdarsteller noch bevor er die Bühne betrat. Shakespeare selbst übernahm die Rolle. Im Jahr 1849 starben 20 Menschen während der Aufführung dieses Stücks. Deswegen fürchten sich viele Schauspieler und Regisseure davor.

Wenn wir über Mythen und Legenden der Welt des Theaters sprechen, müssen wir auch Ausdrücke wie „Hals- und Beinbruch“ erwähnen. Es handelt sich vermutlich um eine Verballhornung einer jüdischen Redewendung, die Glück bedeutet. Noch heute wünschen sich damit Theaterleute vor der Aufführung Erfolg. Auf keinen Fall solltest du Theaterleuten „viel Glück“ wünschen. Toi, Toi, Toi und dreimal über die linke Schulter spucken (oder so tun als ob) ist in der Welt des Theaters das Ritual, um bei der Vorstellung Glück zu wünschen. Auch die Redewendung „wird schon schiefgehen“ ist häufig zu hören.

Wusstest du, dass es Unglück bringen soll, wenn jemand durch den geschlossenen Hauptvorhang schaut, noch bevor das Stück beginnt?

Die Welt des Theaters
Das Musical „Les Miserables“ von Victor Hugo wird in London seit 1985 fast ohne Unterbrechungen gespielt.

Weitere Kuriositäten aus der Welt des Theaters

Der Vorhang und die Sessel sind im Theater meistens rot. Dies ist auf einen optischen Effekt zurückzuführen, der sich „Purkinje“ nennt. Es handelt sich um eine Farbverschiebung beim Übergang zur Dämmerung, die 1825 von Jan E. Purkinje beschrieben wurde. Das Rot wirkt durch diesen Effekt dunkler, was dem Publikum hilft, sich auf die Szene zu konzentrieren.

Abschließend noch kurz über die Dauer der Theaterstücke, die sehr variabel ist: Die kürzeste Aufführung ist nach kaum drei Minuten bereits zu Ende, doch es gibt auch Stücke, die tagelang dauern. Das indische Theaterstück „Ramlila“, das einen Epos aus dem 2. Jahrhundert repräsentiert, dauert einen ganzen Monat!

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  • Blanco, M. (1998). De la tragedia a la comedia trágica. In Teatro español del Siglo de Oro: teoría y práctica (pp. 38-60). Vervuert Verlagsgesellschaft.
  • De Petre, J. C. (2004). El teatro desconocido. Assaig de teatre: revista de l’Associació d’Investigació i Experimentació Teatral, 15-32.
  • Martínez, J. L. (2014). Estudio y edición crítica y anotada de” Melpómene”, musa tercera de El Parnaso Español de Quevedo (Doctoral dissertation, Universidade de Santiago de Compostela).