Krishnamurti: Gedanken über das Selbstvertändnis

Hast du jemals darüber nachgedacht, welchen Einfluss Selbsterkenntnis und Angst auf unsere tägliche Leistung haben? Erfahre, was Krishnamurti über dieses Thema lehrt.
Krishnamurti: Gedanken über das Selbstvertändnis

Letzte Aktualisierung: 19. September 2021

Krishnamurti war für seine große Weisheit bekannt und diente vielen Menschen auf der ganzen Welt als spiritueller Führer. Seine Hauptthemen laden uns zu einer psychologischen Revolution ein, die bei jedem einzelnen von uns beginnt. Sie helfen uns, unser Selbstverständnis zu vertiefen.

Krishnamurti regt uns dazu an, aus unserer Erfahrung, aus unserem inneren Selbst, die Realität zu hinterfragen, skeptisch zu sein und neue Wege zu finden.

Die Selbstfindung ist ein Prozess, der von der Geburt bis zum Tod andauert, und in diesem Prozess haben wir die Mittel, unserer eigenen, sich ständig verändernden Natur näher zu kommen.

Meist passen wir uns an die Täuschung an, in der wir leben. Wir wollen nicht wirklich wissen, wer wir sind. Wir sehnen uns nach Glück, Ausgeglichenheit, Sicherheit und Harmonie, aber all das ist Selbstbetrug, wenn wir nicht bereit sind, alle unsere Zustände zu akzeptieren. Wenn wir versuchen, Schmerz, Wut, Traurigkeit, Sehnsucht, Weinen und Angst zu vermeiden, wissen wir nicht, wer wir sind.

Wir verursachen unser eigenes Leid durch Bindung und der Angst, von anderen nicht geschätzt zu werden. Wir sind nicht bereit, unsere menschliche Natur zu erfahren.

“Wenn du nur an deinem persönlichen Wachstum interessiert bist, wirst du dich selbst nicht verstehen, das heißt, du wirst nicht verstehen, ‘was du bist’.”

Krishnamurti

Krishnamurti: Die Natur des Denkens

Krishnamurti: Die Natur des Denkens

Gedanken sind ein großartiges Werkzeug, um Energie zu erzeugen und uns zu mobilisieren, das zu tun, was wir uns wünschen. Wir haben diese Gesellschaft, in der wir leben, auf der Grundlage von Gedanken geschaffen. Aber was ist ein Gedanke? Krishnamurti hat sich besonders mit diesem Thema auseinandergesetzt: Das Denken basiert auf unserem Wissen, seine Struktur ist Wissen-Gedächtnis-Denken.

Durch Erfahrungen erlangen wir Wissen und dies ist der Anfang des Denkens. Denn die Erfahrung ist begrenzt, Wissen ist begrenzt, das Gedächtnis ist begrenzt und unsere Gedanken sind begrenzt. Alles, was wir erschaffen, hat also eine begrenzte Natur. Unsere Götter, unsere Überzeugungen, unsere Fortschritte und Entdeckungen; alles hat eine begrenzte Struktur, die immer erweitert und widerlegt werden kann.

Denken erzeugt auch Angst

Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Verlassenwerden, Angst davor, nicht zu anderen Menschen zu passen, Angst davor, nicht dorthin zu kommen, wo wir hinwollen, Angst vor Ablehnung, Angst davor, nicht akzeptiert zu werden, Angst davor, unseren Job zu verlieren; Angst vor der Zukunft…

All diese Ängste werden von uns selbst erschaffen, indem wir unsere eigene Entwicklung verhindern, indem wir unseren Geist darauf beschränken, darüber nachzudenken, wovor wir Angst haben. Wir bekommen Angst vor dem Leben, denken über die Zukunft nach, über die Vergangenheit und überlegen, wie wir uns schnell an die Umwelt anpassen können. Angst entsteht, wenn wir Sicherheit wollen. Wir zitieren Krishnamurti:

Wenn man Sicherheit in einer Beziehung sucht, wird sie zu einer Investition in Bequemlichkeit, zu einer Illusion. Beziehungen sind sehr unsicher, das ist ihre Größe, und wenn wir Sicherheit in Beziehungen suchen, behindern wir ihre Funktion, was Konsequenzen hat und Unglück bringt.

Wenn die Unsicherheit in Abhängigkeit umschlägt, was unweigerlich der Fall ist, verlassen wir die betreffende Beziehung und suchen nach einer neuen, die uns die Hoffnung auf dauerhafte Sicherheit gibt. Aber es gibt keine Sicherheit in einer Beziehung, und Abhängigkeit erzeugt nur Angst.

Ohne das Verständnis des Prozesses von Sicherheit und Angst wird die Beziehung zu einem bindenden Hindernis, einem Weg zur Unwissenheit, und folglich ist die ganze Existenz Kampf und Schmerz, es gibt keinen Ausweg außer dem richtigen Denken, das mit Selbsterkenntnis kommt.”

Krishnamurti: Die Natur des Denkens

Krishnamurti: Angst zerstört die Liebe

Krishnamurti vermittelt die Botschaft, dass es nicht möglich ist zu lieben, wenn Angst vorhanden ist. Die Liebe hat keinen Platz neben der Angst, genauso wie die Angst keinen Platz hat, wenn die Liebe wirklich existiert. Diese Energien sind Gegensätze.

Wenn wir den Ursprung der Angst verstehen, können wir auch die Natur der Liebe verstehen. Das ist etwas, das alle Menschen teilen: Wir fürchten den Tod und den Verlust, doch Bindung bedeutet, dass Liebe nicht existieren kann.

Die Angst vor dem Tod haben wir durch unsere Überzeugungen darüber geschaffen, was der Tod ist, aber wir wissen nicht, was er ist, wir haben nicht erfahren, was es bedeutet zu sterben. Wir sterben, während wir leben, ständig. Krishnamurti betont dies: Zu leben heißt zu sterben.

Diese tiefgründige Botschaft führt uns die Absurdität unserer Gedanken vor Augen, die die Ängste erzeugen, die uns wiederum daran hindern, frei zu leben.

Können wir leben, indem wir auf das verzichten, woran wir jeden Tag hängen? Mit dieser Frage weist uns Krishnamurti auf den Sinn des Lebens hin und lädt uns ein, uns von unseren Ängsten zu befreien, um die Liebe zu erfahren.

“Ich will selbst herausfinden, was es bedeutet, zu sterben, was es bedeutet, dass ich mich vollständig von allem befreien kann, was der Mensch erschaffen hat, einschließlich mir selbst.”

Krishnamurti

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