Hast du eine einschüchternde Persönlichkeit?

· 18. November 2017

Es gibt einen Unterschied zwischen einem starken Charakter und einer einschüchternden Persönlichkeit. Manche Menschen müssen ihr ganzes Leben lang kämpfen und sich bemühen. Die von ihnen zu bewältigenden Herausforderungen formen ihren Charakter, können ihnen aber ihre Freundlichkeit nehmen. Das Schlimmste daran ist, dass die vielen Kämpfe, die sie austragen müssen, sie stets in eine Abwehrhaltung zwingen: Sie halten immer ihr Schutzschild hoch und fühlen sich, als befänden sie sich in feindlichen Gebiet.

“Freundlichkeit und Flexibilität sind Zeichen des Lebens, während Härte und Steife mit dem Tod in Zusammenhang gebracht werden.“

Walter Riso

Wir alle kennen Menschen, die nach außen hin hart wirken, aber in sich ein großes Herz besitzen. Oft sind sie sowohl beruflich als auch privat erfolgreich, doch um sie herum herrscht nicht selten eine Atmosphäre der Angst. Diejenigen mit einschüchternden Persönlichkeiten sind sich aber oft nicht bewusst, wie sie auf andere Menschen wirken. Sie wissen, dass sie gute Menschen sind, und verstehen nicht, warum andere ihnen nur zögerlich begegnen.

Um herauszufinden, ob auch du in diese Kategorie fällst, eine einschüchternde Persönlichkeit hast, frage dich, ob du eine oder mehrere der folgenden Charaktereigenschaften aufweist.

Du bist von Stille umgeben

Wenn die Menschen um dich herum still bleiben, nachdem du gesprochen hast, ist es an der Zeit, dich zu fragen, ob du eine einschüchternde Persönlichkeit hast. Wenn du eine solche Persönlichkeit hast, könnte dein Auftreten die Stimmung eines lebhaften und partizipativen Treffens dämpfen. Die Leute werden still, wenn du ankommst, oder fühlen sich verunsichert. Vielleicht fällt dir auf, dass die Menschen nicht mehr spontan handeln, wenn du in der Nähe bist.

Doppelaufnahme eines Mannes und eines kahlen Baumes

Du sprichst vielleicht so, dass andere dir zuhören, und nutzt dabei einen autoritären Ton. Der weckt wenig Interesse, sich weiter mit dir zu unterhalten. Es ist auch möglich, dass du verletzt, wenn du sprichst. Vielleicht fasst du dich zu kurz, bist zu direkt, gehst zu wenig auf deine Gegenüber ein. Es ist aber auch möglich, dass dich andere so sehr bewundern, dass sie davor Angst haben, dich zu enttäuschen.

Es funktioniert folgendermaßen: Du bringst keine Meinungen, sondern Schlussfolgerungen zum Ausdruck. So als hättest du tatsächlich immer das letzte Wort. Deine Worte lassen darauf schließen darauf, dass Erwiderungen nicht erlaubt sind und sowieso nicht berücksichtigt würden. Das provoziert das Ende der Unterhaltung.

Du fühlst, dass es sehr wichtig ist, aufrichtig zu sein

Menschen, die einschüchternde Persönlichkeiten haben, tendieren dazu, äußerst ehrlich zu sein. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund. Trotzdem neigen sie dazu, Aufrichtigkeit mit Unhöflichkeit oder Rücksichtslosigkeit zu verwechseln. Überaus nette Verhaltensweisen werden dagegen abgelehnt.

Mann mit Sonnenbrille und Blumen

Sie fühlen, das etwas umso authentischer ist, je roher und direkter es vermittelt wird. Sie nehmen an, dass es dasselbe sei, jemandem die Dinge taktvoll mitzuteilen, wie die Wahrheit zu verfälschen oder zu verschleiern. Den Unterschied zwischen Freundlichkeit und Schmeichelei erkennen sie nicht.

Manchmal wird eine Wahrheit aber auf eine solch brutale Weise gesagt, dass der Zuhörer den Inhalt gar nicht registriert. Dann ist das Ziel der Kommunikation verfehlt.

Du beschimpfst andere, sobald sie Zeichen der Schwäche zeigen

Wenn du eine einschüchternde Persönlichkeit hast, ist es für dich schwierig, die Schwächen und Zerbrechlichkeit anderer zu verstehen. Wenn dir jemand von einem Problem erzählt, ermutigst du ihn ernergisch dazu, es so schnell wie möglich zu lösen. Du hast das Gefühl, dass die andere Person einer Stimme der Autorität folgen würde, wenn diese ihr sagte, dass die Situation zu überstehen ist. Dass sie keine Schulter zum Ausweinen brauche.

Der Punkt ist, dass wir Menschen durch Zeiten gehen, in denen wir von anderen emotionalen Trost brauchen. Wir wollen dabei nicht, dass andere sich für uns schlecht fühlen, sondern dass sie uns zuhören und für uns da sind, ohne uns zu verurteilen. Jemanden, der uns sagt, was wir zu tun haben, wollen wir nicht. Oft fragen wir andere nicht, welchen Weg wir verfolgen sollen. Wir brauchen nur Trost, während wir uns neu organisieren.

Eine Frau, dessen Gesicht vielfarbig projiziert

Eine einschüchternde Persönlichkeit veranlasst andere, ihre Distanz zu wahren. Sich von außen so hart zu zeigen endet damit, sich von der Zuneigung und Wärme der Mitmenschen zu isolieren. Vielleicht bist du keine Mary Poppins oder Mutter Teresa. Das muss aber nicht heißen, dass du so hart zu anderen sein musst. Du hast eine Menge mit anderen zu teilen, deshalb solltest du überdenken, wie du eine für alle Parteien befriedigende Beziehung zu anderen aufbauen und mit ihnen kommunizieren kannst.