Geld und Glück gehen nicht immer zusammen

· 13. September 2018

Imma Puig hat einen Abschluss in Klinischer Psychologie und ist Lehrerin in der Personalabteilung der IESE Business School (Spanien). Ihr wahrer Ruhm basiert jedoch darauf, dass sie sich seit 15 Jahren um das Selbstbewusstsein der Spieler des FC Barcelona kümmert. Ob die Theorie „Geld macht nicht glücklich“ richtig ist oder nicht, dürften besonders diese Top-Fußballer wissen.

Aus ihrer Erfahrung mit den Stars hat Imma Puig etwas ziemlich Interessantes zu berichten. Trotz ihrer deftigen Gehälter durchlaufen die Fußballer dieselben emotionalen Höhen und Tiefen wie wir alle. Geld und Glück gehen eben nicht immer zusammen.

In ihrer Zeit mit Spielern wie Iniesta, Messi und Suarez war sie von Menschen umgeben, die in einem Jahr das Geld verdienen, was der Rest von uns Sterblichen im Leben nicht zusammenbekommen wird. Und sie hat erkannt, dass unser Bankkonto überhaupt nicht dabei hilft, wie wir mit unseren Emotionen umgehen.

Eifersucht, Neid, Wut und Traurigkeit betreffen sowohl die Reichen als auch die Armen. Wenn wir das bestätigen wollen, müssen wir sehen, was in einem Menschen und seinen Beziehungen passiert, uns ihn dazu kennenlernen. Und dieser Job ist so anstrengend, wie einen Berg zu besteigen. Es gibt zwei Wege dafür: einen leichten, aber langen, und einen kürzeren, schwierigeren.

„Ich wünschte, jeder könnte reich und berühmt werden und alles haben, wovon er träumte, nur damit er erkennen kann, dass dies nicht die Lösung ist.“

Jim Carrey

Eine Frau verzweifelt am Computer.

Geld und Glück gehen nicht immer zusammen

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es vielleicht sogar zu viele Menschen gibt, die immer „fantastisch“ sind. Wir lieben es, ein künstliches Bild von uns zu projizieren, das jeder emotionalen Logik widerspricht. Denn in der Realität ist es praktisch unmöglich, dass wir gleichzeitig und beständig in Sachen Gesundheit, Schönheit, Liebe und Finanzen erfolgreich sind. Besonders tragisch ist das „falsche Glück“, also ein nur scheinbares, oberflächlich und vielleicht sogar sich selbst eingeredetes Glück. Insbesondere die Verbindung zwischen Geld und Glück ist oft ein Mythos.

Viele Menschen gehen zur Therapie, weil sie immer noch traurig sind, obwohl scheinbar alles gut läuft. Sie fühlen eine Leere in ihrem Leben und sie wissen einfach nicht warum, woher diese kommt. Viele dieser Menschen sind sich nicht bewusst, dass Traurigkeit ein Teil unseres Lebens ist. Die Traurigkeit hat Jahrhunderte der Evolution überlebt, weil sie eine wichtige Aufgabe erfüllt.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die nach allen Maßstäben kein perfektes Leben führen. Sie haben nicht viel auf ihrem Bankkonto, wenn sie denn ein solches überhaupt besitzen. Aber sie fühlen diese Leere nicht, von der die anderen sprechen. Woran liegt das?

Es gibt niemanden auf der Erde, egal wie viel Geld er hat, der immer glücklich und völlig frei von Problemen wäre. Es ist oft sogar umgekehrt: Je mehr Geld du hast, desto mehr Probleme bringt das mit sich.

In diesem Sinne besteht vielleicht der wahre Erfolg darin, das zu erreichen, was du dir wirklich wünschst. Und das wahre Glück besteht darin, nach dem zu streben, was du erreichen willst. Auch hier ist die Verbindung zwischen Geld und Glück nicht wirklich zu erkennen.

Das Glück findet man irgendwo zwischen zu wenig und zu viel, irgendwo zwischen Mangel und Überfluss. Gefühle verstehen nichts von Bankkonten.

Der Schlüssel zum Glück

Gefühle sind nicht mit unserem Konto verbunden

Verstehe uns nicht falsch, ein bisschen Geld auf der Bank zu haben, kann bestimmt helfen, sich sicherer zu fühlen. Aber die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen die Liebe dem Geld vorziehen würden, solange alle ihre grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind. Geld und Glück? Es ist in den meisten Fällen viel mehr eine Frage von Geld oder Glück.

Es gibt Leute, in deren Leben scheinbar immer die Sonne scheint. Wir bewundern diese erfolgreichen Menschen. Aber sie durchleben die gleichen schwierigen Situationen, wie diejenigen, die im Leben nicht so gut gestellt sind. Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein solches Beispiel. Erfolgreiche Menschen können auch traurig, einsam, entmutigt und sogar deprimiert sein.

Wir können unsere Gefühle nicht mit unserem Bankguthaben in Verbindung bringen. Genauso wenig, wie wir Geld und Glück zusammenbringen können. Es genügt, jene Menschen zu beobachten, die große Vermögen angehäuft haben. Dann können wir sehen, dass Geld niemanden vor psychischen Störungen oder Beziehungsproblemen schützt. Es ist sogar so, dass die Anzahl der Prominenten, die leiden, sehr hoch ist. Wir sind tatsächlich schnell dabei, die Verbindung von Ruhm und Geld mit dem Glück infrage zu stellen, wenn wir uns ansehen, wie viele Stars an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden.

In dieser Hinsicht bedeutet ein hoher Kontostand, von dem viele von uns träumen, nicht, dass wir mit ihm ein emotionales Gleichgewicht erreichen würden. In vielen Fällen geschieht sogar das genaue Gegenteil: wir erlangen emotionale Instabilität. Wie wir deutlich sehen können, hängen unsere Gefühle also nicht mit unseren Bankguthaben zusammen.

Die Vorstellung, dass Geld, Ruhm und Macht glücklich machen, ist weit von der Wahrheit entfernt.

Eine lächelnde Frau weiß: Geld macht nicht glücklich.