Fallin’ Floyd: Ein Kurzfilm darüber, wie wir dem Unglück trotzen können

· 29. Oktober 2017

Am Boden zerstört zu sein fühlt sich an, als befänden wir uns in einem schwarzen Loch. Wir glauben dann, dass es nichts gäbe, das uns ins Licht zurückbringen könnte, und dass es uns unmöglich sei, jemals wieder nach vorn zu schauen. Du kennst dieses Gefühl sehr gut, das der Demotivation, das der Grund dafür ist, dass du an manchen Tagen nicht aufstehen willst, weil du nur dort ein wenig Wärme und Zuflucht vor der kalten Realität finden kannst.

In diesen Momenten der großen emotionalen Verletzlichkeit verbünden sich Angst und Frustration, und beide zusammen setzen dir Scheuklappen auf. Du bemitleidest dich wegen des Unglücks, das dich tagtäglich ereilt, und unter deine Gedanken mischen sich solche, dich einfach nur zurückzuziehen zu wollen.

„Die Traurigkeit ist ein so dunkler, kleiner Ort wie eine quadratische Schachtel aus Karton.“

J. V. Martínez Gil

Heute möchten wir dir einen Kurzfilm vorstellen, der für jegliches Publikum geschaffen wurde und in dem zu sehen ist, wie wir gegen jene Feinde ankämpfen können, die unser Selbstvertrauen schwächen. Er nennt sich Fallin’ Floyd  und bringt uns unter anderem bei, wie wir wieder nach vorn schauen können, wenn wir am Boden zerstört sind. Wir möchten dich dazu einladen, ihn dir anzusehen, bevor du unseren Artikel weiterliest.

Fallin’ Floyd: ein lustiger Kurzfilm, der eine Realität veranschaulicht, die viele von uns kennen

Im Jahr 2013 von der holländischen Produktionsfirma Il Lustern produziert, erzählt dieser animierte Kurzfilm eine einfache Geschichte, mit der du dich vielleicht identifizieren kannst, sei es weil es dir schon so ging wie dem Protagonisten oder weil du dich momentan so fühlst.

Unser Protagonist ist ein junger Trompetenspieler, der sein Instrument auf der Straße spielt und die Menschen, die an ihm vorbeilaufen, mit seiner Musik erfreut. Er scheint einen vollkommen glücklichen Alltag zu haben, bis etwas seinen Gemütszustand aus dem Gleichgewicht bringt: Seine Partnerin, in die er schwer verliebt ist, hat ihn für einen anderen verlassen.

Die Musik, die Farben und der Ausdruck des Musikers weichen solchen voller Traurigkeit und spiegeln die Melancholie seiner Gefühle wider. Auch ein kleines schwarzes Teufelchen taucht auf und macht ihn auf seinen Fall aufmerksam. Es vernebelt ihm die Sicht, behindert ihn in seinem Tun, verdunkelt seinen Alltag und begleitet ihn überall hin, wie eine Plage.

Aber als es scheint, als wäre er ganz unten angelangt…

Ein depressiver Mann schaut die Tänzerin vor sich nicht an

Bis zur Hälfte des Films kannst du den Protagonisten dabei beobachten, dass er sich grauenvoll fühlt und es einfach nicht schafft, wieder nach vorn zu schauen. Ihm fehlt sowohl die Lust als auch die Kraft. Doch so wie im wirklichen Leben auch, findet er schließlich etwas, das ihm hilft, sich wieder aufzurappeln. Er kann seinen Schmerz akzeptieren und überwinden.

Nachdem er an feindseligen Orten war und auf Menschen gestoßen ist, die sich genauso fühlten wie er, gelingt es ihm, zu verstehen, dass es ihn nirgendwo hinbringt, wenn er sich selbst aufgibt. Obwohl sein Teufelchen mittlerweile größer als er selbst ist, bietet er dem Unglück die Stirn und wird langsam wieder zu dem glücklichen Trompetenspieler, der er zu Beginn des Kurzfilms war.

„Schwierigkeiten zu überwinden macht einen Helden zum Helden.“

Louis Pasteur

Der Kurzfilm vermittelt uns ohne Worte eine sehr wichtige Nachricht: Jeglicher Bruch oder dramatische Moment zieht einen natürlichen Verarbeitungsprozess nach sich, während dessen wir Schmerz empfinden müssen und nach dem wir wieder träumen, Projekte angehen und neue Verbindungen knüpfen können. Wir können tatsächlich gestärkt aus diesen Situationen hervorgehen.

Die Macht des wortlosen Kurzfilms

Eigentlich haben wir es mit einem Animationsfilm zu tun, der voller Sensibilität zeigt, wie wir das manchmal grausame Leben angehen müssen: Egal, ob die Dinge gut oder schlecht laufen, haben wir immer etwas zu sagen, können immer die Entscheidung treffen, wieder stark zu sein, gegen den Strom zu schwimmen und das Unglück zu besiegen.

Im Film wird uns auch der Wert der kleinen Taten veranschaulicht – wie das Lächeln der Passanten, das den Musiker mit Frieden erfüllt, – die Wichtigkeit der Eigenliebe und der Courage, die wir alle in uns tragen und nur ausfindig machen müssen, wenn es uns schlecht geht. Fallin‘ Floyd ist ein Kurzfilm voller Nostalgie, Leere, Traurigkeit und letztendlich viel Mut, der zeigt, woraus wir gemacht sind.

„Die Sonne verdunkelt sich mittags und die Musik der Morgendämmerung verstummt, sobald es im Herzen Traurigkeit gibt.“

Edward Young

Fallin Floyd spielt Trompete

Wenn dir Fallin’ Floyd  gefallen hat, kannst du dir auch gern Little Quentin  ansehen. Es wurde ebenso von den Produzenten Paco Vink und Albert’t Hooft geschaffen und ist gleichfalls voller Kontraste, Licht und Schatten.