Eva wurde nicht aus einer Rippe gefertigt und hat auch niemandem Äpfel angeboten

2. Oktober 2016 en Kuriositäten 1 Geteilt

Jedes Jahr zum 8. März begeht die Welt den Internationalen Frauentag. Dieser Tag wurde zum Gedenken an die mehr als 100 Frauen, die während eines Feuers in einer Fabrik in New York im Jahre 1908 getötet wurden, ins Leben gerufen.

Diese Frauen befanden sich in der Sirtwoot Cotton Fabrik, als das Feuer ausbrach, welches vom Besitzer eben jenen Unternehmens verursacht wurde. Die Brandstiftung war seine Antwort auf einen Streik der Arbeiterinnen, die gleiche Löhne forderten sowie eine Reduzierung des Arbeitstages auf 10 Stunden und Zeit, um ihre Kinder zu stillen.

Im Jahr 1910 fand in Dänemark die Zweite Internationale Sozialistische Frauenkonferenz statt, auf der die Einführung des Internationalen Frauenkampftages beschlossen wurde. Später wurde aus dieser „Feier“ des Tages der Frauentag, ein Moment, der uns hilft, uns an all das Gute zu erinnern, das Frauen charakterisiert, die doch das Leben in die Welt bringen. Dieser Tag sollte als Anerkennung, nicht als Kategorisierung von Frauen als Anhängerinnen von pinker Farbe, Make-up oder anderen Stereotypen und Sexismen dienen, aus denen Unternehmen oft ihren Nutzen ziehen.

Wieso ist die Emanzipation von Frauen so wichtig?

Die Emanzipation jeder einzelnen Frau ist dringend notwendig in unserer Gesellschaft. Frauen brauchen Ermächtigung und Stärke ohne Unterdrückung oder Unterordnung.

Selbst im 21. Jahrhundert kommt es noch vor, dass eine Frau nur aufgrund ihres Geschlechts misshandelt wird. Jeden Tag unterdrücken Frauen ihre Wünsche und Träume um dem Anspruch gerecht zu werden, eine Frau solle sich selbst für andere aufopfern. Von ihnen wird noch immer erwartet, brav aufzustehen und abzuwaschen. Es kann noch immer überraschend sein, eine weibliche Führungskraft zu sehen. Automarken missbrauchen noch immer den weiblichen Körper, um Käufer anzulocken.

Ob du es willst oder nicht, wir leben in einer Welt, in der Rechte und Pflichten nicht gleichmäßig verteilt sind. Unsere Erwartungen an die Geschlechter sind ungleich. Dies spiegelt sich auch in unserem Verhalten und unseren Gedanken wieder, und sobald wir uns darüber klar werden, haben wir damit Tag für Tag zu kämpfen.

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Was wünschen wir uns für Frauen an diesem Tag sowie an jedem anderen des Jahres?

Wir wollen, dass eine Frau dieselben Möglichkeiten hat wie ein Mann – nicht mehr und nicht weniger. Wir wollen, dass es keinen Bedarf mehr gibt für internationale, jährliche Tribute jeden 8. März. Wir wollen, dass Gleichgewicht und Gleichberechtigung natürlich sind.

Wir wollen weder für geringere Gehälter noch umsonst arbeiten. Wir wollen für potentielle Jobs nicht nach unserer Konfektionsgröße gefragt oder nach unserem Aussehen beurteilt werden. Wir wollen auch nicht dazu gezwungen werden, einen Uniform-Rock tragen zu müssen.

Wir wollen nicht, dass eine Frau als Märtyrerin großgezogen und gesellschaftlich verpflichtet wird, ihre Sehnsüchte „zum Wohle anderer“ zu opfern. Wir wollen nicht mit der Farbe pink identifiziert werden.

Wir wollen von den Medien nicht als Objekte behandelt werden. Wir wollen weder, dass Stillen missbilligt wird, noch dass wir seltsam angeschaut werden dafür, es nicht zu tun. Wir wollen selbst entscheiden. Wir wollen als ein Lebewesen auf dieser Erde betrachtet werden, ohne Angst haben zu müssen, dabei zerbrochen zu werden.

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Denn zerbrechlich ist kein Synonym für Weiblichkeit und Hausarbeit und Kindererziehung sind nicht nur für Frauen. Denn, wie der große Eduardo Galeano es ausdrückte:

„Wenn Eva die Genesis geschrieben hätte, wie hätte die erste Liebesnacht der Menschheit ausgesehen? Eva hätte klargestellt, dass sie nicht aus irgendeiner Rippe gefertigt wurde, keine Schlangen getroffen und auch niemandem Äpfel angeboten hat, und dass Gott ihr niemals gesagt habe, sie solle unter Schmerzen gebären und ihr Ehemann würde über sie gebieten. All diese Geschichten sind Lügen, die Adam der Presse erzählt hat.“

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Ein glückliches Leben für alle Frauen

Ein glückliches Leben uns Frauen! Wir sagen „glückliches Leben“, denn heute werden wir dir nicht dafür gratulieren, liebevoll, fleißig, eine gute Mutter oder die beste Tochter zu sein. Wir rufen dich lediglich dazu auf, stolz auf die Person zu sein, die du bist, und all die Themen der Ungerechtigkeit zu erkennen.

Denke ebenso daran, obwohl jeder 8. März ein Tag ist, der all den großartigen Frauen der Welt gewidmet ist, dürfen wir nicht vergessen, dass wir die Aussage mit derselben Intensität auch für den Rest des Jahres vermitteln müssen.

Also noch einmal: Ein glückliches Leben uns Frauen! Denn obwohl die Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg darauf bestand, dass die Frau nicht viel wert sei, kann eine Frau alles sein, ohne Begrenzungen und Unterschiede und wir werden uns dessen immer mehr bewusst.

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