Emotionale Probleme: eine Gefahr, die auch Kinder betrifft

· 31. Juli 2018

Wir alle glauben, dass die Kindheit eine besonders glückliche Phase des Lebens sein sollte. Alle Kinder sollten sich wohlfühlen. Nichts sollte ihnen passieren. Richtig? Aber leider ist es eine Tatsache, dass emotionale Probleme sowohl Erwachsene als auch Kinder betreffen können.

Warum aber leiden einige Kinder und andere nicht? Wie bei älteren Menschen gibt es eine Reihe von individuellen und gesellschaftlichen Faktoren, die Kinder verletzlicher machen können. Sie können dazu führen, dass Kinder anfälliger für emotionale Probleme sind. Hier stellen wir euch einige dieser Faktoren vor, um in der Lage zu sein, unseren Kindern besser zu helfen!

„Ich denke, einer der glücklichsten Umstände, der in unserem Leben eintreten kann, ist eine glückliche Kindheit!“

Agatha Christie

Was macht Kinder anfälliger für emotionale Probleme?

Zunächst einmal, vergessen wir nicht, dass Emotionen eine wichtige Funktion erfüllen. Dies beinhaltet auch negative Emotionen. Es ist daher durchaus notwendig, dass wir manchmal wütend sind, denn so schützen wir uns vor etwas, dass wir als unfair gegenüber uns selbst empfinden. Und unsere Angst ist es, die uns vor Gefahr zu schützen vermag. Oder wir sind traurig, was jenen Trauerprozess begleitet, der durch das Erleiden wichtiger Verluste in unserem Leben eingeleitet wird.

Ein Problem kann entstehen, wenn diese negativen Emotionen sehr intensiv sind und über einen längeren Zeitraum anhalten. Anders gesagt, unsere negativen Emotionen können uns als auch andere verletzen, wenn wir nicht in der Lage sind, ihre Botschaften zu entziffern und auf konstruktive Weise mit ihnen umgehen. Wenn das für uns Erwachsene schwierig ist, dann ist es das für Kinder umso mehr. Deshalb brauchen Kinder unsere Hilfe und unsere Geduld, um zu lernen, ihre Emotionen zu bewältigen.

Ein Kind hat seine Arme um sich geschlungen.

Was erhöht das Risiko emotionaler Probleme bei Kindern?

Kinder mit bestimmten Merkmalen sind anfälliger für Probleme, die die Regulierung von Emotionen betreffen. Darüber hinaus gibt es externe Faktoren, sowohl im familiären als auch im sozialen und schulischen Umfeld, die ein erhöhtes Risiko bedingen.

Die Familie ist ein grundlegender Teil des Lebens der Kinder. Wenn es Familienkonflikte oder häusliche Gewalt gibt, wird das emotionale Leid des Kindes schnell unüberwindbar. Auch ein Mangel an Liebe und explizite Ablehnung können dieses Problem hervorrufen. In Bezug auf die Eltern können zum Beispiel fehlende Aufsicht, Meinungsverschiedenheiten oder Geldprobleme sowie psychische Störungen der Eltern großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern nehmen.

„Kinder müssen viel Toleranz gegenüber Erwachsenen haben.“

Antoine de Saint-Exupéry

Auf sozialer Ebene können ein geringes Einkommen und ein Mangel an Ressourcen eine Rolle spielen. Auf der Schulebene scheinen kleinere Schulen den Kindern dabei zu helfen, ihre Gefühle besser zu managen. Dahingegen stellen die negativen Erwartungen der Lehrer, das Fehlen von Förderungsmöglichkeiten an einer Schule, nicht-kooperatives Lernen oder die Isolation und Ablehnung durch Klassenkameraden ein größeres Risiko dar.

Anzeichen, die auf mögliche emotionale Probleme bei Kindern hindeuten können

Kinder, die jenen Risikofaktoren ausgesetzt sind, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, emotionale Probleme zu entwickeln. Aber Vorsicht, es ist auch möglich, dass ein Kind diesen Risiken ausgesetzt ist, aber keine emotionalen Probleme hat. Die Frage an diesem Punkt ist: Wie können wir die Kinder erkennen, die emotionale Probleme haben, und ihnen helfen?

Ein Kind blickt nachdenklich in die Kamera.

Kinder können um Hilfe bitten, wenn sie sich schlecht fühlen, aber das ist generell nicht üblich. Daher ist es die Aufgabe der Erwachsenen, die das betroffene Kind kennen, auf Anzeichen für mögliche emotionale Belastungen zu achten. Dies betrifft vor allen Dingen die Bezugspersonen des Kindes, wie zum Beispiel Eltern und Lehrer.

Stress kann sich in einer Reihe von körperlichen Symptomen äußern, wie Müdigkeit, Übelkeit und Muskelverspannungen. Kinder neigen unter diesen Umständen auch zu anderen auffälligen Verhaltensweisen, wie das Vermeidungsverhaltne, Nägelkauen, Weinen, Zittern, Schreien, Zerstörungswut oder anderweitiges Zeigen von Aggressionen.

„Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.“

Tom Robbins

Schließlich müssen wir auch auf die Gedanken achten, die Kinder haben. Diese können giftige oder selbstkritische Gedanken sein. Kinder können sich schuldig oder ängstlich fühlen. Kinder können auch morbide Vorstellungen entwickeln oder es kann für sie schwierig sein, sich auf ihr Umfeld zu konzentrieren. Darüber hinaus verhalten sich betroffene Kinder eher defensiv oder isolieren sich absichtlich.

All dies deutet darauf hin, dass es dem betroffenen Kind nicht gut geht. Sollten wir uns daher Sorgen machen, ist es eine gute Idee, sich Rat von Experten zu holen. 

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Andrik Langfield, Chinh Le Duc und JJ Thompson