Ein Leben ohne Verlangen – Wenn die Apathie dich gefangen hält

20 Mai, 2020
Ein Leben ohne Lust äußert sich durch Traurigkeit, Apathie und Zurückhaltung. Viele Menschen machen jedoch weiter, ohne sich der Apathie zu stellen, zu kommunizieren oder um Hilfe zu bitten. Aber warum verstecken sie, wie sie sich fühlen? Und was kannst du tun, wenn du derjenige bist, der sich selbst in dieser Situation befindet?
 

Ein Leben ohne Verlangen ist ein globales Spiegelbild der Apathie. Es ist die mangelnde Motivation zu erfahren, was in der Gegenwart passiert oder was in der Zukunft geschehen wird. Jeden Tag in diesem Zustand aufzustehen, ist für die Betroffenen oft eine Tortur. Es verhält  sich wie ein Hang, der aufgrund der Schwere, die den Geisteszustand einer apathischen Person bestimmt, zu steil für den Aufstieg ist.

Denke daran, dass es für depressive Menschen sehr schwierig ist, jeden Morgen aufzustehen. Dies liegt daran, dass sie Zeit für bestimmte Aufgaben aufwenden müssen, obwohl es ihnen an der Kraft mangelt, diese auszuführen.

In gewisser Weise müssen sie aufgrund des zusätzlichen Gewichts, das sie tragen, zusätzliche Anstrengungen unternehmen. Alles, um einfache alltägliche Ziele wie das Frühstück, das Anziehen und das Duschen zu meistern. Der Zustand der Apathie ist so trostlos, dass es für die Betroffenen zu schwierig wird, eine Initiative zu ergreifen.

 

Ein Leben ohne Verlangen wird in der der Stille geführt

Es gibt Zeiten, in denen die Apathie unbemerkt bleibt. Dies liegt daran, dass die betroffene Person ihre mangelnde Motivation überkompensiert. Aber sie ersetzen sie mit großer Mühe. Menschen, die einer Person nahe stehen, die in einer Spirale der Zurückhaltung lebt, erkennen möglicherweise nicht den Schmerz, in dem sich diese Person befindet. Nimm dir daher kurz Zeit und denke darüber nach, wie du erkennen kannst, dass eine Person apathisch ist, selbst wenn es ihr gut zu gehen scheint.

Dies ist ein sehr relevanter Punkt, da es Zeiten gibt, in denen wir dem emotionalen Zustand anderer möglicherweise keine Bedeutung beimessen. Besonders wenn diese Menschen nicht in Not zu sein scheinen und vor allem, wenn sie ihre Aufgaben bei der Arbeit, zu Hause und in der Gemeinschaft weiterhin erfüllen. Sie können sogar lächeln und Witze machen! Die Sache ist die, dass sie ohne Lust leben, aber es für sich behalten.

 
Wenn wir ein Leben ohne Verlangen führen, benötigen wir emotionale Unterstützung

Wenn wir mit Apathie konfrontiert werden, vermeiden wir das Thema gänzlich

Wenn dir jemand sagt, wie er sich fühlt, kannst du ihm einen herzlichen Rat geben. Du kannst versuchen, die Person zu trösten, indem du Dinge sagst, wie beispielsweise:

  • „Es ist in Ordnung.“
  • „Es wird wieder vergehen.“
  • „Jeder hat Probleme.“
  • „Sei fröhlich.“
  • „Schenke dem Ganzen nicht so viel Bedeutung.“

Du wirst diese Sätze, mit der Absicht zu helfen, aussprechen. Aber diese Art von Rat ist für eine Person, die ohne Verlangen lebt, bedeutungslos. Denn diese Worte sind für sie überhaupt nicht tröstlich, ganz im Gegenteil. Eine depressive Person kann sogar ihre Kommunikationskanäle mit dir brechen, wenn sie glaubt, dass du sie nicht verstehst. Tatsächlich wird sie sich noch mehr zurückziehen.

 

Was kannst du also tun, wenn dir jemand sagt, dass er ohne Lust durch das Leben geht? Nun, diese Person braucht möglicherweise deine Unterstützung und deine Fähigkeit aktiv zuzuhören. Sie muss das Gefühl haben, dass du versuchst, sie zu verstehen und dass sie sich auf dich verlassen kann. Es wird der Person helfen, auszudrücken, was es für sie bedeutet, ohne Verlangen zu leben, und zu erklären, wie schwer es für sie ist, weiterzumachen.

Jenseits der Apathie

Forschungen zufolge könnte es eine physiologische Komponente dafür geben, ohne Lust, in einem Zustand der Apathie zu leben. Wissenschaftler assoziieren diese mit spezifischen Gehirnkreisläufen. Es sind diesselben, die zu bestimmten Zeiten bestimmte Funktionsstörungen aufweisen. Die Forscher glauben daher, dass möglicherweise andere externe Faktoren für die Apathie eines Menschen verantwortlich sind.

Zum Beispiel könnte sich hinter der Apathie eine psychische Erkrankung, wie beispielsweise Depressionen oder Dysthymie, verstecken. Daher besteht einer der ersten Schritte zur Überwindung der Apathie darin, medizinische oder psychische Probleme auszuschließen.

 

In diesem Fall ist es wichtig, nach Unterstützung zu suchen. Sei es in der engsten Umgebung einer Person oder durch einen Fachmann. Dies liegt daran, dass der Schmerz manchmal unerträglich ist und eine Person nicht alleine damit umgehen kann. Wie du erkennen kannst, benötigen die Betroffenen externe Hilfe, anstatt auf Rückzug zu gehen.

 
  • Marin, R. S. (1991). Apatía: un síndrome neuropsiquiátrico. J Neuropsychiatry Clin Neurosci 3, 243- 254.
  • Toates, F. (1986). Sistemas motivacionales. Cambridge. Cambridge Univ. Press.