Eierstockzysten: Symptome, Ursachen und Behandlung

· 9. August 2018

Viele Frauen leben mit Eierstockzysten. Es handelt sich dabei um eine gynäkologische Erkrankung, die sehr häufig vorkommt und meistens harmlos ist. Eierstockzysten sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen, die sich in einem der Eierstöcke oder in beiden entwickeln können. Zumeist sind sie gutartig und verschwinden von selbst wieder. Manchmal kann aber eine medizinische Behandlung notwendig sein.

Viele unserer Leserinnen sind mit dem Thema wahrscheinlich schon vertraut. Vielleicht hattest du selbst schon einmal Eierstockzysten. Oder eine Freundin, Schwester, Mutter oder ein anderes Familienmitglied wurde damit diagnostiziert. Bevölkerungsstudien zeigen diesbezüglich, dass etwa ein Viertel aller Frauen irgendwann in ihrem Leben eine Eierstockzyste entwickelt. Das Risiko besteht von der ersten Menstruation an bis über die Menopause hinaus.

Viele Eierstockzysten bleiben ohne klare und offensichtliche Symptome. Bei ihrer Bildung spielt eine genetische Komponente eine Rolle, sowie eine vorübergehende Störung im Gleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron.

Im Licht dieser Tatsachen ist noch einmal zu betonen, wie wichtig regelmäßige Besuche beim Frauenarzt sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Erkrankung ganz oft ohne Symptome bleibt. Und wenn Beschwerden auftreten, werden sie oft nicht richtig erkannt, sondern fälschlich als PMS, Rückenschmerzen, Bauchkrämpfe, Stress etc. abgetan.

Sehen wir uns das genauer an.Grafische Darstellung von Gebärmutter, Eierstöcken und Zyklus

Was sind Eierstockzysten? Warum treten sie auf?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Eierstockzysten in der Regel um eine harmlose Erkrankung. Trotzdem bekommen Frauen oft Angst und machen sich Sorgen, wenn sie diese Diagnose erhalten – was völlig verständlich ist. Der erste Schritt nach erhaltener Diagnose ist, den Ärzten und der verschriebenen Behandlung zu vertrauen. Diese kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Blasen sind fast immer funktionelle Zysten.

Was bedeutet das? Im Grunde heißt das, dass die überwiegende Mehrzahl der Zysten sich dadurch von Tumoren unterscheidet, dass sie als Reaktion auf normale hormonelle Schwankungen wachsen. Zysten können von selbst wieder verschwinden, lassen sich sonst gut behandeln und gehen mit einer exzellenten Prognose einher.

Im nächsten Abschnitt befassen wir uns mit den verschiedenen Arten von Eierstockzysten.

Arten von Eierstockzysten

Follikuläre Zyste

Bei der follikulären Ovarialzyste handelt es sich um die häufigste Zystenart. Sie tritt meistens bei jungen Frauen auf und verschwindet in der Regel nach einigen Wochen wieder. Um zu verstehen, wie sich solche Zysten entwickeln, müssen wir uns zuerst in Erinnerung rufen, wie der Menstruationszyklus abläuft. Hormone regen das Wachstum eines Eibläschens – eines sogenannten Follikels – an, das ein Ei enthält. Innerhalb von wenigen Tage platzt das Follikel auf und setzt das Ei frei.

Während dieses Vorgangs, der auch Eisprung genannt wird, geht manchmal etwas schief und das Eibläschen platzt nicht auf. Wenn das Follikel aber das Ei nicht ausstoßen kann, dann staut sich die Flüssigkeit im Inneren auf und entwickelt sich zu einer Zyste.

Frau sitzt mit Bauchschmerzen auf dem Sofa.

Corpus-luteum-Zyste

Eine Corpus-luteum-Zyste kann sich entwickeln, wenn das Follikel sich nach dem Eisprung verschließt. Du erinnerst dich vielleicht, dass der Corpus luteum oder Gelbkörper eine drüsenartige Funktion erfüllt, die sowohl zyklisch, als auch vorübergehend auftritt. Der Corpus luteum entwickelt sich nach dem Eisprung im Eierstock. Manchmal kommt es aufgrund abnormaler Veränderungen im Eibläschen vor, dass sich die Öffnung für das Ei wieder verschließt. Langsam füllt sich das Follikel dann mit Flüssigkeit und entwickelt sich zu einer Corpus-luteum-Zyste.

Ist das der Fall, treten häufig Beschwerden im Unterleib auf, wie zum Beispiel Druck, stechende oder ziehende Schmerzen, oder allgemeine Unterbauchbeschwerden. Manche Patientinnen bekommen Blutungen außerhalb der Menstruation. Corpus-luteum-Zysten können im schlimmsten Fall zu einer Eierstockstieldrehung führen, was bedeutet, dass der Eierstock um sich selbst dreht, wobei ein Blutgefäß abgeschnürt werden kann.

Es gibt allerdings noch weitere Arten von Eierstockzysten, wie zum Beispiel ein Endometriom. Dieses tritt oft als Begleiterscheinung einer Endometriose auf. Es gibt auch die sogenannte Dermoidzyste, die eine embryonale Fehlentwicklung darstellt und aus verschiedenen Geweben wie Knochen, Haut, Haare, Fett usw. bestehen kann. Letztlich ist auch noch das Zystadenom zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um eine große Zyste, die eine Operation nötig macht.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom)

Es ist außerdem wichtig, das polyzystische Ovarialsyndrom zu erwähnen. Dabei handelt es sich um eine hormonelle Erkrankung, bei der sich mehrere Zysten gleichzeitig in den Eierstöcken entwickeln. Zirka 7 % aller Patientinnen sind davon betroffen und es äußert sich unter anderem in unregelmäßigen Regelblutungen, Fruchtbarkeitsstörungen und außergewöhnlich starker Körperbehaarung.

Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt. Es gibt allerdings Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität von PCO-Patientinnen verbessern können.

Welche Symptome rufen Eierstockzysten hervor?

Eierstockzysten können wie gesagt sofort nach Einsetzen der Menstruation auftreten, also auch schon bei sehr jungen Mädchen. Mehr noch, das Risiko besteht sehr lange: Frauen können Eierstockzysten bis in die Wechseljahre bekommen. Die Eierstöcke sind ständigen hormonellen Schwankungen ausgesetzt. Ja, selbst nach der Menopause wird noch eine medizinische Betreuung empfohlen, da hormonelle Veränderungen mit Krankheiten einhergehen können.

Deshalb sind regelmäßige Termine beim Frauenarzt in jedem Alter ganz wichtig. Besonders, wenn du unter einem oder mehreren der folgenden Symptome leidest:

  • Schmerzen und/oder Druck im Becken und Unterbauch
  • Übelkeit
  • Aufgeblähter Bauch, Blähungen, ständiges Völle- oder Druckgefühl
  • Ständiger Blasendrang
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blutungen außerhalb der Menstruation (kommt weniger häufig vor)
  • Symptome, die auf ein PCO hinweisen könnten

Wie bereits erwähnt, bleiben Ovarialzysten in der Regel aber ohne Symptome. Im Falle einer Eierstockstieldrehung oder eines anderen gynäkologischen Notfalls treten plötzliche und sehr starke Schmerzen auf, die eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich machen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Eierstockzysten?

Wenn Ärzte eine Zyste in einem Ultraschall erkennen, bedenken sie zunächst verschiedene Faktoren. Der erste betrifft die Größe der Zyste. Der zweite das Alter der Patientin. Generell genügt es bei Zysten, die weniger als 5 cm im Durchmesser messen, diese zu beobachten. Wenn die Zyste sich nicht im Laufe der Zeit zurückbildet und stattdessen größer wird, ist eine Operation notwendig.

Nur etwa 1 % aller Zysten ist bösartig, aber es ist essenziell, diese Prozent zu erkennen. Es ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass Frauen in und nach den Wechseljahren oft hartnäckigere Zysten entwickeln, aber auch ein erhöhtes Risiko auf maligne Veränderungen haben. Diese Zysten sollten deshalb vorsorglich entfernt werden.

Zu guter Letzt soll erwähnt werden, dass die Anti-Baby-Pille ein Weg ist, um Eierstockzysten zu vermeiden. Wenn in deiner Familie eine Neigung zu dieser gynäkologischen Erkrankung besteht, dann solltest du mit deinem Frauenarzt darüber sprechen. Denn Vorbeugung ist das Allerwichtigste! Wenn diese Erkrankung frühzeitig erkannt wird, ist eine effektive Behandlung möglich und die Prognose umso besser.