Du schaffst dir deine eigenen Probleme

10. Juni 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Sich selbst Probleme schaffen - nachdenkliche Frau mit Finger vor dem Mund

Das Leben kann viele Wendungen nehmen. Nicht immer geschieht alles so, wie wir es uns wünschen, was grundsätzlich eine gute Sache ist. Trotzdem, Probleme tauchen oft unverhofft auf – oder etwa nicht? Was genau ist eigentlich ein Problem? Hast du wirklich so viele Probleme, wie du glaubst, oder machst du dir etwa selbst das Leben schwer, indem du deine Umwelt derart verzerrt wahrnimmst, als laufe etwas falsch? Sich selbst Probleme schaffen ist ein Phänomen, was wir häufig beobachten können, und es lässt sich durch jene verzerrte Wahrnehmung erklären.

In Wirklichkeit entscheidet deine Einstellung darüber, ob du ein Problem hast und wie groß dieses ist. Es ist die Art und Weise, wie du eine Situation bewertest, die sie zu einem Problem, die aus einer Herausforderung eine Bedrohung macht. Wenn du die Dinge so akzeptierst, wie sie sind, kannst du die Möglichkeiten des Lernens und Wachsens nutzen, die sie dir bieten. Akzeptanz ist eine Lösung für Widrigkeiten, ist die Voraussetzung, um sich anzupassen und neu anzufangen, wenn es keinen anderen Weg gibt oder wenn der Preis für eine Alternative zu hoch ist.

Betrachte deine Probleme als Chancen

Ob du es magst oder nicht, ob du es willst oder nicht, ob du dafür bereit bist oder nicht, die Widrigkeiten des Lebens werden deinen Pfad an irgendeinem Punkt kreuzen. Wenn diese Zeit kommt, wirst du viele Fragen haben. Aber die wichtigste von allen wird sein, was du als nächstes tun wirst, und wie du das, was du aus der Situation lernst, in deine Zukunft integrierst. Mit anderen Worten: Wirst du die Situation zu einem Problem werden lassen, oder wirst du sie als eine weitere Gelegenheit zum Lernen und Wachsen nutzen? Wirst du einer jener Menschen sein, die sich selbst Probleme schaffen, oder jemand, der an jeder Herausforderung wächst?

Blume sprießt aus einem Riss im Asphalt

Es ist normal, zunächst Schmerzen und Sorgen zu empfinden. Und es ist sicher eine gute Idee, sich Zeit zu nehmen, um den Schmerz seine Arbeit tun zu lassen. Wenn du dich gegen ihn wehrst, verlängerst du nur deine Qualen. Schmerz ist ein natürliches Gefühl und du musst ihm Raum ergeben. Sobald der emotionale Schmerz vorüber ist, ist aber die Zeit gekommen, sich der Situation zu stellen.

Ungeachtet dessen, wie sehr sie das Leben erschweren kann, kann Not auch eine Chance sein, sich selbst besser kennen- und schätzen zu lernen. Dies ändert zwar nichts an dem, was passiert ist, und bietet auch keine unmittelbare Lösung an, aber es hilft dir, dich selbst zu verbessern, was an sich schon sehr wertvoll ist.

„Widrigkeiten haben die Wirkung, Talente zu wecken, die unter günstigen Umständen weiter geschlummert hätten.“

Horaz

Akzeptanz und Anpassung an Veränderungen

Zu lernen, sich an neue Situationen anzupassen, egal wie schwierig diese sind, ist das Geheimnis für ein erfülltes und glückliches Leben. Es scheint zwar schwer zu sein, aber es ist möglich. Natürlich reicht es nicht aus, sich einfach anzupassen – man muss auch akzeptieren können, was geschehen ist. Akzeptanz ist der Beginn jeder Veränderung, ob in deiner Umgebung oder in dir selbst.

Anpassung heißt nicht, die Widrigkeiten zu überwinden, sie hilft nur, die Kontrolle über dich selbst wiederzuerlangen. Wie Bernabé Tierno sagte, man kann sich allem stellen, aber man kann nicht alles erobern. Nur durch Akzeptanz kannst du dich an jeden Augenblick deines Lebens anpassen und diesen voll auskosten.

„Jedermanns Leben, besonders dein eigenes, sollte von ständiger Akzeptanz, Anpassung und Erneuerung geprägt sein.“

Bernabé Tierno

Lerne, zu akzeptieren, was du nicht ändern kannst

Gott schenke mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann„, sagte Friedrich Schiller. Egal wie unangenehm die Veränderungen sind oder wie schwierig das Problem erscheint, zu lernen, mit ihnen umzugehen, sie zu akzeptieren, sich der Situation anzupassen, ist oft der einzige Weg, weiterzukommen. Jede Alternative würde in diesem Falle einen zu hohen Preis kosten.

Schlafende Frau mit Blumen

Während du lernst, diese Veränderungen zu akzeptieren und dich an sie anzupassen, musst du dich bereits jenen Veränderungen stellen, die sich in der Zwischenzeit ergeben, weil dies die dynamische Natur des Lebens ist. In diesen Fällen mag deine erste Reaktion Kampf oder Flucht sein, was angeborene Überlebensinstinkte sind, welche dein Handeln beeinflussen, wenn du dich bedroht fühlst. Aber wenn du dich geistig an eine Situation anpassen kannst, eröffnen sich plötzlich neue Wege. Menschen, die Veränderungen akzeptieren und sich an sie anpassen können, sind in der Lage, jene Wege zu gehen und gute Entscheidungen auf der Grundlage der veränderten Situation zu fällen.

Anstatt zu beklagen, was du nicht hast, genieße, was du hast

Wenn du dir von Widrigkeiten deine Lebenslust nehmen und dich von Verlustängsten überwältigen lässt, dann bekommst du eine Menge Probleme. Probleme, welche schwer auf dir lasten und dich zurückhalten.

Aber schwierige Situationen müssen nicht unbedingt enttäuschend enden. Sie müssen nicht das Ende deiner Hoffnungen und Träume sein. Mit Mut und Optimismus kannst du neue Chancen entdecken, die sich jedem Menschen immer wieder eröffnen. Deine Beschränkungen sind keine festen Grenzen. Es gibt noch viele Wege, die darauf warten, erkundet zu werden – und einige dieser Wege führen ganz sicher über deine bisherigen Grenzen hinweg.

Es könnte verführerisch sein, einfach liegen zu bleiben, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Das ist der bequemste Weg. Du darfst zwar über den Verlust, das Scheitern oder die Krankheit wehklagen, aber mache diesen dunklen Raum nicht zu deinem Zuhause. Denn du hast immer noch so viele Möglichkeiten, die dein Leben erfüllen können. Um diese Chancen zu nutzen, musst du die eingetretenen Veränderungen akzeptieren und sie als Startpunkt nehmen, um mit der Anpassung an die neue Situation zu beginnen.

„Wer einen Grund zum Leben hat, kann fast alles ertragen.“

Friedrich Nietzsche

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