Wenig bekannte psychische Erkrankungen

26. Oktober 2015 en Psychologie 170 Geteilt

So sehr wir auch denken, dass psychische Krankheiten etwas „Neues“ sind, dass sie durch jüngste Forschungen erkannt wurden oder vorher nicht existierten, so hat sich doch gezeigt, dass es schon in antiken Epochen verschiedene Personen gab, welche an psychologischen Ungleichgewichten litten. Erfahre in diesem Artikel mehr über wenig bekannte psychische Erkrankungen.

Dank der erhaltenen Literatur hat man erfahren können, welche die häufigsten psychischen Krankheiten im Mittelalter waren. Schon in jener Zeit sprach man von dem Begriff „verrückt“, von der „Depression“ und vom „posttraumatischen Stress“ (auch wenn man dafür andere Bezeichnungen verwendete).

Wenn es auch stimmt, dass die Anzahl der psychischen Erkankungen in den letzten Jahren zugenommen hat, so dürfen wir doch nicht verleugnen, dass es auch früher psychologische Störungen bei den Personen gegeben hat. Nur existierte weder eine einheitliche Nomenklatur noch ein Forschungszentrum, das ihren Ursachen auf den Grund ging. 

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge leiden heute 10% der Bevölkerung an irgendeiner psychischen Störung. Viele dieser Pathologien stehen in einem soziokulturellen Kontext, wie zum Beispiel Essstörungen oder Angstzustände.

Welche psychischen Erkrankungen gibt es, die kaum bekannt sind?

Das Wendy-Syndrom:  Wir haben bereits an anderer Stellen von diesem Syndrom gesprochen und es ist – genau wie im Märchen – mit Peter Pan verknüpft. In diesem Fall übernimmt die betroffene Person, Wendy, die volle Verantwortung für eine andere, unreife Person, die Peter Pan verkörpert. Zusätzlich hat Wendy das Bedürfnis, die andere Person zufriedenzustellen und ihr zu gefallen, aus Angst verlassen oder abgewiesen zu werden. Häufig tritt dies bei Frauen mit ihrem Partner oder ihren Kindern auf.

Eisoptrophobie: Das ist ein Syndrom, welches definiert wird als „krankhafte Angst sich selbst im Spiegel zu sehen“. Diese Angst ist unbegründet und anormal. Man weiß allerdings nicht genau, ob diese Phobie nur der Reflexion einer Oberfläche gilt, oder dem Bild, welches sich auf ihr widerspiegelt. Betroffene vermeiden es zum Beispiel,  in einen verspiegelten Fahrstuhl zu steigen oder sich für einen längeren Zeitraum im Badezimmer aufzuhalten. Risikofaktoren für diese Störung sind eine niedrige emotionale Intelligenz sowie ein geringes Selbstwertgefühl.

Capgras-Syndrom: Wen dieses Syndrom betrifft, der erkennt plötzlich einen geliebten, ihm nahe stehenden Menschen nicht mehr und glaubt, dass dieser von einem Double oder einem Betrüger ersetzt wurde. Das Problem besteht darin, dass die betroffene Person an einer Verbindungsstörung zwischen dem Gedächtnis für Gefühle und dem visuellen Erkennungssystem leidet. Um mehr über diese Krankheit zu erfahren, kannst du auch den englischen Film „The Broken“ (2008) ansehen.

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Syndrom des ausländischen Akzents: Wenn jemand aus irgendwelchen Gründen in ein fremdes Land reist und nach seiner Rückkehr den Akzent jenes Landes spricht, dann kann man das als normal ansehen. Gleiches gilt, wenn jemand Kontakt zu einem Ausländer hat. Dieses Syndrom jedoch tritt bei Menschen auf, die keinen Kontakt zum entsprechenden Dialekt hatten. Es wird mit schwerwiegenden Schädigungen des Gehirns in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel einem Schlaganfall.

Euphobie: Wusstest du, dass es eine Phobie davor gibt, gute Nachrichten zu erhalten? Das kann sich komisch für dich anhören, aber sie existiert. Personen mit Euphobie feiern schlechte Nachrichten und haben Probleme damit die guten zu „verdauen“. Diese Reaktion ist natürlich irrational. Das heißt aber nicht, dass der Patient böse ist, sondern dass er Angst davor hat, zu leiden, wenn etwas Gutes passiert.

Permarexie: Essstörungen werden immer häufiger diagnostiziert und die Medien berichten oft über Bulimie, Drunkorexie und Anorexie. Jedoch gibt es noch andere Störungen mit einem Bezug zum Essen, wie im Fall der Permarexie. Die betroffene Person folgt in ihrem Leben einer Diät nach der anderen. Wenn eine Diät nicht sofort Resultate zeigt, widmet sie sich direkt der nächsten. Wenn sie eine Variante langweilt, dann sucht sie eine neue Diät und versucht, sich schnell und streng anzupassen.
Weiterhin setzen sich Betroffene oft Ziele bezüglich einer Gewichtsreduktion, die sehr schwer zu erreichen sind und außerhalb des Wohlfühlbereichs liegen. Bei Nichterreichen ihrer Ziele suchen sie die Schuld bei sich selbst und beginnen zu glauben, sie hätten nicht ausreichend Willenskraft oder nicht genügend Intelligenz, um mit der Diät adäquat fortzufahren.
Das Ergebnis sind Frustration, Depression, ein vermindertes Selbstwertgefühl und fehlende Eigenliebe, aber natürlich auch physische Ungleichgewichte, weil bestimmte Nährstoffe fehlen.

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