Schlagartige Einsichten – Ein Schlaganfall und seine Folgen

22. Oktober 2015 en Kuriositäten 66 Geteilt

Es sind die überraschenden Fakten, die großen Entdeckungen, die uns bewegen und die unser Leben in ein Vorher und ein Nachher teilen, die die Fähigkeit haben, uns wachsen zu lassen. In diesem Artikel werden wir euch eine Geschichte vorstellen, die alle Zutaten dafür enthält, dass du nach dem Hören das Gefühl haben wirst, einige dieser Momente selbst durchlebt zu haben.

So etwas in der Art habe ich gefühlt, als ich an der aufschlussreichen Konferenz der Neurologin und Doktorin Jill Bolte Taylor der Harvard-Universität (USA) teilnahm. Die Wahrheit ist, wie sehr ich auch versuchen werde, die Konferenz zusammenzufassen, am besten schaut ihr euch sie selber an.

Auf dieser Konferenz erzählt uns die Neurologin nicht nur von verschiedenen Dingen zum Gehirn und zum Unterschied zwischen der linken und der rechten Hirnhälfte, was sie mithilfe eines echten Gehirns auf der Bühne darstellt und damit das Publikum zum Lachen bringt, sondern auch von ihrer unglaublichen Erfahrung.

Jill entschied sich, Neuroanatomie zu studieren, weil ihr Bruder an Schizophrenie litt und sie mehr darüber erfahren und verstehen wollte, was in einem „normalen“ Gehirn anders abläuft als in einem Gehirn, das von einer psychischen Krankheit betroffen ist, wie einer Schizophrenie oder einer bipolaren Störung.

Wer hätte geglaubt, dass sie eines Morgen mit einem seltsamen Gefühl aufwachen würde, was sich später als Schlaganfall herausstellen würde, und von dem sie sich erst nach acht Jahren komplett erholen würde. Für sie war dies eine unbegreifliche Erfahrung, wie ihr sehen werdet…

Auf einfache und unterhaltsame Weise erklärt sie uns die eindeutigen Symptome, die mit einem Schlaganfall einhergehen. Sie erzählt uns in klaren Worten, was ihr geschehen ist, vom Aufwachen bis sie anfing, ihre Übungen zu machen, sich unter die Dusche stellte und Folgendes spürte: Störung des Bewusstseins und plötzliche Verwirrung, plötzlicher Kraftverlust in einem Arm oder Bein, Probleme beim Sprechen, nicht mehr verstehen zu können, was ihr gesagt wurde (Jill erzählt, wie sie einen Freund anrief und sie ihn nur „gua gua gua“ sagen hörte), Verlust des Sehvermögens, starke Kopfschmerzen, Verlust des Gleichgewichts und der Koordination, Schwierigkeiten beim Gehen und Kribbeln.

Jill berichtet uns, wie sich ihre linke Seite abschaltete, wie sie die Wahrnehmung der Wirklichkeit verlor, und wie ihre rechte Seite ein friedliches und glückliches Gefühl ausstrahlte…was sie selbst als Nirwana beschreibt. Für sie war das ein unglaubliches Gefühl und für sie war klar, dass sie der Welt von dieser aufschlussreichen, mysteriösen und tiefgreifenden Erfahrung erzählen musste…

Mit dem Schlaganfall verschwanden ihr Stress und ihre Sorgen, und ihr Geist wurde ruhig und hörte auf, sie zu stören; sie selbst wunderte sich und sagte sich: Das ist genial! Es ist so befreiend, 37 Jahre emotionalen Ballast loszuwerden! Aber ich habe keine Zeit, einen Schlaganfall zu erleiden!…

Nach dieser Erfahrung fordert Jill uns heraus, Herr unseres eigenen Lebens zu werden, damit wir selbst es sind, die uns das Leben erleichtern, ohne es uns übermäßig schwer zu machen. Dafür sollen wir unsere linke Hälfte abschalten; ja, wir selbst haben die Macht, uns abzuschalten!

Wir schwanken zwischen Lachen und Weinen, als Jill uns weiterhin mit ihren Erklärungen bewegt und uns zum Nachdenken über den wahren Sinn des Lebens anregt. Denk mal darüber nach, wie wir manchmal einen Beweis vor Augen benötigen, um festzustellen, was für ein Glück wir eigentlich haben…

Im Hinblick auf diesen Artikel und diese erkenntnisreiche Konferenz würde ich euch gerne dazu ermutigen (und dank der sozialen Netzwerke habe ich die Möglichkeit, euch zu erreichen): Wenn ihr oder jemand in eurem Umfeld einen Schlaganfall erlitten habt, schaut euch diese Konferenz an, redet mit euren engen Angehörigen über die Angst, die ihr empfunden habt oder immer noch empfindet, drückt euch ehrlich aus, weint, wenn es nötig ist und lehnt euch an die vertraute Schulter.

Und schließlich gibt es immer… immer jemanden, der euch helfen und verstehen wird.

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