Depression bei Frauen

21, Oktober 2015 en Psychologie 181 Geteilt

„Traurigkeit ist eine Krankheit, bei der jeder Patient versuchen muss, sich selbst zu heilen.“

Voltaire

Als Frau hat mich seit jeher das weibliche Universum interessiert und die Frage, warum wir Frauen andere Antworten geben als unsere Partner im Leben, die Männer.

Der Artikel Warum Frauen anders sind als Männer aus dem Buch Das weibliche Gehirn der Professorin für Neuropsychiatrie Louann Brizendine, war für mich die Inspiration, um diesen Beitrag zu schreiben. Ein interessantes Buch, welches im Jahr 2006 erstveröffentlicht wurde und eine gewisse Polemik enthält. Lasst uns sehen, was ihr von dem haltet, was es erzählt.

Dem Motiv folgend, welches mich dazu gebracht hat diesen Artikel zu schreiben, muss ich zugeben, dass mich in diesem Fall interessiert hat, liebe Leser, euch das Thema Depressionen bei Frauen von meinem bescheidenen Standpunkt aus näher zu bringen.

Es handelt sich hier um ein nicht zu unterschätzendes Thema im Bereich der Psychologie und Psychiatrie, für Frauen wie auch für Männer. Nicht umsonst hat  die Depression von vielen Spezialisten den Spitznamen „Erkältung der Psychiatrie“ erhalten.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass 1 von 10 Personen im Laufe ihres Lebens einmal an Depressionen gelitten hat oder leiden wird, und dass Frauen eine doppelt so hohes Erkrankungsrisiko tragen wie Männer. Das kann man auf Konditionen zurückführen, die den Frauen eigen sind, wie die weibliche Pubertät, die Schwangerschaft, die Stillzeit oder die Wechseljahre.

Die neuesten Forschungen geben uns eine Reihe von Hinweisen darauf, warum Frauen eher als Männer zu Depressionen neigen:

-Die Genetik. Eine Frau, in deren Familie es bereits Fälle von Depression gab, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit eine Depression zu entwickeln, obwohl das kein zwingender Faktor ist. In vielen Fällen führt eine Kombination aus genetischen und psychologischen Faktoren dazu, dass eine Frau an Depression erkrankt.

-Die Hormone. Die hormonellen Schwankungen im Körper der Frau sind ein Nährboden für Depressionen, da sie die Hirnchemie beeinflussen und somit auch unsere Emotionen. In welchen Momenten im Leben einer Frau spielen die Hormone eine fundamentale Rolle und machen uns am anfälligsten für Depressionen?

Die Pubertät. Fehlende Akzeptanz durch die Freunde, insbesondere durch gleichaltrige Jungen im Bezug auf das Äußere, sowie der Fakt, dass Mädchen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit das Ziel von sexuellem Missbrauch oder Misshandlungen werden als Jungen sind die Hauptgründe. Eine Studie hat gezeigt, dass bis zu 70% der Mädchen Depressionen entwickeln, aber nur 14% der Jungen.

Prämenstruelle dysphorische Störung. In der Woche vor der Menstruation leiden Frauen mit dieser Erkrankung besonders unter den Veränderungen in der Hirnchemie, welche dazu führen können, dass sich Depressionen manifestieren.

– Depressionen nach der Geburt. Die hormonellen Veränderungen, wenn wir einem neuen Leben gegenüberstehen und die Verantwortung, ein Kind zu erziehen, sind weitere Gründe für Depressionen bei Frauen. Jedoch erkranken häufiger Frauen, die bereits vorher an Depression gelitten haben. Nichtsdestotrotz dürfen wir den „baby blues“, der sehr häufig nach der Geburt auftritt, nicht mit einer Depression verwechseln.

– Die Perimenopause. Sie geht der Menopause voran und kann aufgrund der hormonellen Wechsel, unter denen der Organismus in dieser Phase leidet, eine Depression mit sich bringen.

-Die Hirnchemie. Ungleichgewichte der Neurotransmitter Dopamin, Serotonin oder Norepinephrin machen empfänglich für diese Krankheit.

-Als Antwort auf Stress. In unserem Leben gibt es Situationen, die besonders stressig und/oder traurig sind, wie der Verlust eines geliebten Menschen, der Verlust der Arbeit, physische und/oder psychische Misshandlung… Wir müssen bedenken, dass Frauen in der Regel stärke über derartige Probleme grübeln als Männer. Aus diesem Grund ist diese Art von Situationen auch ein guter Nährboden für eine Depression.

-Der soziokulturelle Druck. Die heutige Frau spürt den sozialen Druck eine Art „Superfrau“  sein zu müssen, eine Frau mit Erfolg im Beruf, die perfekte Ehefrau und Mutter, die auch noch gut aussieht. Dieser Druck führt in vielen Fällen zur Depression.

-Die Lebenserwartung. Die Lebenserwartung von Frauen ist höher als die der Männer, weshalb sie mehr Zeit haben wird, um die mentale Krankheit zu entwickeln.

-Ein Großteil der Frauen sucht Hilfe. Frauen haben weniger Schwierigkeiten damit, ihre Probleme auszudrücken und zu einem Spezialisten zu gehen. Aus diesem Grund kennt man mehr Fälle von Frauen mit Depressionen als solche von Männern.