Die systemische Psychologie: Worum geht es bei diesem Ansatz?

Die systemische Psychologie betont die Eigenschaften des Ganzen, die sich aus dem Zusammenspiel verschiedener systemischer Elemente ergeben. Mit anderen Worten: Das wichtigste Untersuchungsobjekt für diesen Ansatz ist die Interaktion zwischen den Menschen.
Die systemische Psychologie: Worum geht es bei diesem Ansatz?
Laura Rodríguez

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Laura Rodríguez.

Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2023

Die systemische Psychologie betont das Auftreten von Beziehungen und Kommunikation in Gruppen. Des Weiteren analysiert sie die Beziehungen und die Komponenten, die daraus entstehen. Diese Lehrmeinung betrachtet Einzelpersonen auf eine Weise, in der die Personen untereinander in verschiedenen Kollektiven verbunden sind.

Diese Kollektive werden von den Experten als „Systeme“ bezeichnet. Somit bezieht sich jede Gruppe oder jedes kollektive Volk auf ein anderes System. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um eine Familie, ein Arbeitsumfeld, eine romantische Gruppe oder einen anderen Typ handelt.

Tatsächlich basiert diese Art der Psychologie auf Zusammenhängen. Die systemische Psychologie berücksichtigt die verschiedenen Bereiche, in denen sich Menschen bewegen. Sie betrachtet die Art und Weise, in der sich jeder Einzelne auf seine Umwelt bezieht, als einen entscheidenden Faktor für seine Entwicklung und sein persönliches Wachstum. Deshalb können Experten mithilfe der systemischen Psychologie Probleme in einer Reihe von Gruppen lösen. Sie kann unter anderem für folgende Systeme verwendet werden:

  • Paare
  • Arbeitsteams
  • Familien
  • Einzelpersonen 

In unserem heutigen Artikel werden wir genauer darauf eingehen, wie dieser Ansatz entstanden ist und worum es dabei tatsächlich geht.

Familienmitglieder auf unterschiedliche Weise auf dasselbe Ereignis reagieren

Die systemische Psychologie und ihr Ursprung

Die systemische Psychologie ist eine Lehre der Psychologie, die auf der allgemeinen systemischen Psychologie im Sinne von Bertalanffy basiert. Dieser Denker begann, diese Ideen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu entwickeln. Bertalanffy betonte die Bedeutung des Interaktionskonzepts in seiner Theorie.

Er behauptete, dass ein System eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Parteien oder Personen, die an der Beziehung teilnehmen, beinhaltet. Wir sollten an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass das Konzept des „Systems“ sich von der allgemeinen systemischen Theorie löst.

Ebenso liegen die Ursprünge der systemischen Therapie beim Anthropologen Gregory Bateson und seinem Team. Bateson arbeitete in Palo Alto, Kalifornien, mit anderen Forschern wie Jackson, Haley und Weakland zusammen. Sie konzentrierten sich bei ihrer Arbeit auf die Analyse des Kommunikationssystems schizophrener Familien.

Die Doppelbindungstheorie entstand aus Batesons Forschungen. Diese Theorie trug zu den Grundlagen der systemischen Psychologie bei. In diesem Zusammenhang können wir eine Doppelbindung als ein kommunikatives Dilemma betrachten. Dies liegt daran, dass zwei oder mehr Nachrichten eingehen, die sich widersprechen.

Es ist klar, dass das Phänomen der menschlichen Kommunikation eines der Hauptinteressen der systemischen Therapie ist. In diesem Sinne ist es wichtig zu erwähnen, dass wir Paul Watzlawick einen Teil der Grundlagen dieser Lehrmeinung verdanken. Denn er entwickelte eine Theorie der menschlichen Kommunikation, in der er sich mit Problemen befasste, die mit den praktischen Aspekten der Kommunikation verbunden waren. Watzlawicks Theorien berücksichtigten die Auswirkungen der Kommunikation auf das Verhalten.

Die systemische Psychologie und ihre Anfänge

Im Folgenden nennen wir die grundlegenden relevanten Aspekte der systemischen Psychologie:

Das System als Ganzes

In dieser Lehre der Psychologie betrachten Experten das System als Ganzes. Das liegt daran, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Die systemische Psychologie betont daher die Eigenschaften des Ganzen, die sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Systemelemente ergeben. Das Wichtigste sind also die Beziehungen, die sich aus den Wechselbeziehungen zwischen den Menschen ergeben.

Die verschiedenen Systeme (Familie, Freunde, Partner, Arbeitskollegen, …) beziehen sich in einem kontextabhängigen Rahmen aufeinander. In diesem Rahmen werden die Rollen und Verhaltensweisen der Menschen durch die taktischen Regeln des Systems bestimmt. Die Wechselbeziehungen zwischen den Mitgliedern spielt ebenfalls eine Rolle. Die systemische Psychologie analysiert und achtet besonders auf diese Rollen und Verhaltensweisen.

Multikausaler Ursprung

Systemische Psychologen sehen die Dinge aus einer kreisförmigen und multikausalen Perspektive. Daher kann das Feld keine linearen Markierungen erstellen, bei denen Ereignisse nur eine einzige Ursache haben. Im Gegenteil, es gibt verschiedene bestimmende kausale Faktoren.

Jede Aktion und Reaktion ändert sich kontinuierlich, je nach Art des Kontexts. Beispielsweise können Familienmitglieder auf unterschiedliche Weise auf dasselbe Ereignis reagieren. Dies kann die endgültige Situation verändern, die sich als eine Kombination aller verschiedenen Reaktionen herausstellt.

In diesem Sinne war Paul Watzlawick ein Pionier, der diese zirkuläre Kausalität von Ereignissen unterschied, um mögliche sich wiederholende Muster in Interaktionen zwischen Menschen zu erklären. Eine kreisförmige Sicht auf Probleme ist speziell dadurch gekennzeichnet, wie ein Einzelner Handlungen beeinflussen kann und wie die Handlungen anderer den Einzelnen beeinflussen.

Paul Watzlawick war ein österreichischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Philosoph und Autor

Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor

Wie oben bereits erwähnt, war Watzlawick einer der größten Befürworter der systemischen Psychologie. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Akteur auf diesem Gebiet, als er seine Kommunikationstheorie einführte. Experten halten dies für einen Schlüsselfaktor im therapeutischen Prozess. Für die systemische Therapie ist die Kommunikation ein wichtiges Thema, an dem es zu studieren und zu arbeiten gibt.

Jedes System besitzt bestimmte Regeln, die der Systemtherapeut kennenlernen muss. Denn nur auf diese Weise können sie dagegen arbeiten, wenn sie nicht angemessen sind. Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, bestimmt, ob ein Problem bestehen bleibt oder an Intensität verliert.

Zusammenfassend bietet die systemische Psychologie eine andere Perspektive auf Probleme und Schwierigkeiten. Innerhalb dieser Perspektive sind Beziehungen als Schwerpunkt der Therapie wichtiger als Einzelne. Verschiedene Studien haben verschiedenen Zweigen und Lehren innerhalb der systemischen Therapie Platz gemacht.


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  • Hoffman, Lynn ([1981] 1987). Fundamentos de la terapia familiar, Fondo de Cultura Económica, México.

  • Umbarger, Carter (1983). Terapia familiar estructural, trad. José Luis Etcheverry, Amorrortu, Argentina.

  • Watzlawick, Paul, J. Beavin, D. Jackson ([1967] 1997). Teoría de la comunicación humana, 11ª ed., Herder, España.


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