Die psychomotorische Entwicklung - Interventionen

14 August, 2020
Das richtige Training der psychomotorischen Fähigkeiten ist wichtig für die Entwicklung der symbolischen Funktionen des Denkens und Verhaltens eines Kindes.

Die psychomotorische Entwicklung, ein Konzept, das in unserer Gesellschaft tief verwurzelt ist, ist oft verschwommen. Viele Menschen denken, dass es nur darum geht, sicherzustellen, dass sich Kinder richtig bewegen können. Allerdings ist dieses Thema weitaus komplexer.

Psychomotorische Fähigkeiten sind sozusagen das Fenster zur Welt für ein Kind in all seinen symbolischen Funktionen, sowohl auf der verhaltensbezogenen als auch auf der kognitiven Ebene.

Gute psychomotorische Fähigkeiten sind normalerweise der Auftakt zum richtigen Spracherwerb und für die richtige Verwendung der Kommunikation während der Interaktion mit anderen. Daher bezieht der Begriff Psychomotrizität die kognitiven, emotionalen, symbolischen und sensomotorischen Interaktionen eines Kindes während seiner kognitiven, motorischen und emotionalen Entwicklung mit ein.

Die Interventionen zur Verbesserung der psychomotorischen Fähigkeiten, auf die wir im Folgenden genauer eingehen werden, wirken sich auf bestimmte Aspekte der folgenden Elemente aus:

  • Motorisch: Gleichgewicht, Lateralität und Koordination
  • Kognitiv: Wahrnehmung, Repräsentation und Kreativität
  • Affektiv-relational: Erwerb von Grenzen, die Regulierung von Ungeduld, Emotionen und Sicherheit
Der Raum, die Materialien und die Rolle der Erwachsenen spielen eine Rolle bei der psychomotorischen Entwicklung

Wie man die psychomotorische Entwicklung stimuliert

In der frühkindlichen Bildung ist die psychomotorische Aktivität oder die körperliche Erfahrung in Bezug auf Erwachsene und Gleichaltrige, Objekte und Raum für eine ordnungsgemäße Entwicklung des Kindes von wesentlicher Bedeutung.

Alle Aktivitäten, die auf die Entwicklung psychomotorischer Fähigkeiten ausgerichtet sind, sollten daher attraktiv, abwechslungsreich, motivierend, unterhaltsam und spielerisch sein.

In unserem heutige Artikel befassen wir uns mit einigen grundlegenden Ideen für eine ordnungsgemäße psychomotorische Stimulation:

1. Raum, Materialien und die Rolle der Erwachsenen

Die Materialien müssen vielfältig und für das Alter eines Kindes geeignet sein. Dies liegt daran, dass sowohl der Erzieher als auch der in den Klassen genutzte Raum Teil der Aktivität des Kindes sein müssen. Die Aspekte, die am häufigsten zur Schaffung eines psychomotorischen Raums angegeben werden, sind die folgenden:

  • Raum. Das Kind muss sich in einer sicheren Umgebung befinden. Gleichzeitig muss der Raum jedoch anregend genug sein, um die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie interessieren.
  • Materialien. Je vielfältiger die Materialien in einem Klassenzimmer sind, desto besser ist die psychomotorische Entwicklung der Kinder.
  • Die Rolle, die Erwachsene in der psychomotorischen Entwicklung spielen. Ein Lehrer muss die Fähigkeit haben, zu sehen, zuzuhören und sowohl verbal als auch nonverbal zu kommunizieren. Darüber hinaus ist die Haltung der Erzieher und ihr Engagement von wesentlicher Bedeutung.

2. Gut strukturierte Unterrichtsstunden

Damit Kinder die psychomotorischen Sitzungen optimal nutzen können, muss eine gut gestaltete Struktur vorhanden sein. Daher sollten die Lehrer die Art der Aktivitäten, die sie während des Unterrichts durchführen möchten, detailliert planen.

Im Gegensatz dazu ist es aber auch eine gute Idee, die Kinder ihre Aktivitäten manchmal improvisieren zu lassen. Dieser Raum der Freiheit darf jedoch nicht von der Grundnorm abweichen; der Lehrer sollte weiterhin jederzeit die leitende Person sein.

3. Spielen und Spiele sind wichtig

Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken, gehören Spielen und Spiele zu einigen der nützlichsten Aktivitäten, die Kinder ausführen können. Denn das Spielen hilft ihnen mit unzähligen Dingen. Zum Beispiel, um den Raum um sie herum zu erkunden und zu lernen, Regeln zu befolgen. Aber auch um zu experimentieren, zu erstellen und mit Gleichaltrigen zu interagieren.

Es gibt verschiedene Arten von Spielen und jede spielt in psychomotorischen Sitzungen eine andere Rolle. Allerdings können sie alle dabei helfen, das eine oder andere Ziel zu erreichen. Daher sind Spiele grundlegend, um diese Fähigkeiten bei Kindern zu fördern.

Die psychomotorische Entwicklung im Alter von 0 bis 3

In den ersten Lebensjahren entwickelt ein Kind psychomotorische Fähigkeiten, sodass es unter anderem autonom wird und Beziehungen zu anderen aufbauen kann.

In diesem Abschnitt erfährst du, wie sich diese Fähigkeiten in den ersten drei Lebensjahren entwickeln. Auf diese Weise kannst du einfacher bewerten, ob die Entwicklung eines Kindes normal ist.

Psychomotorische Entwicklung: 0 bis 9 Monate

  • Ein Kind kann den Kopf heben.
  • Kinder können ihren Blick fixieren und den Bewegungen eines Objekts oder einer Person folgen.
  • Kinder lächeln und reagieren auf einen Reiz.
  • Darüber hinaus können sie ihre Mutter oder ihre Betreuer visuell erkennen.
  • Ein Kind reagiert positiv auf soziale Interaktionen, indem es eine Art Laut abgibt.
  • Ein Kind kann sich von der Bauchposition zur Seite und in eine umgedrehte Position drehen.
  • Außerdem können Kinder lächeln und ihre Beine bewegen, wenn sie jemanden erkennen.
  • Sie wissen genau, wer ihre Betreuer sind.
  • Ein Kind kann ohne Unterstützung sitzen.
  • Es kann mit Unterstützung stehen.
  • Außerdem lächeln Kinder ihr Bild im Spiegel an und versuchen, damit zu interagieren.
  • Sie werden wütend und weinen, wenn ihre Hauptbetreuer ihre Sicht verlassen.
  • Schließlich fühlen sie sich mit Fremden unwohl.

Psychomotorische Entwicklung: 9 bis 12 Monate

  • In diesem Stadium kann das Kind ohne Unterstützung sitzen und stehen.
  • Ebenso kann ein Kind nun kriechen.
  • Außerdem können Kinder versteckte Objekte suchen und finden.
  • Sie können Gegenstände in einen Container legen und dann auch wieder entfernen.
  • Kinder machen ihre ersten Schritte, während jemand sie festhält.
  • Darüber hinaus können Kinder einen liebevollen Austausch mit Menschen haben.
  • Ein Kind reagiert auf seinen Namen.

Warnsignale im Alter von 12 Monaten

  • Das Kind braucht weiterhin Unterstützung, um still zu stehen.
  • Es kann Objekte nicht mit beiden Händen festhalten.
  • Die Kinder lächeln vertrauten Menschen nicht zu.
  • Sie interessieren sich nicht für ihre Umgebung.
  • Ein Kind gibt keine Geräusche ab, um Aufmerksamkeit zu erregen.
  • Schließlich weint ein Kind nicht, um gegen die Abwesenheit seiner Pflegekraft oder der Menschen, denen es nahe steht, zu protestieren.

Die psychomotorische Entwicklung: 12 bis 24 Monate

  • In diesem Stadium kann ein Kind aufstehen und einige nicht unterstützte Schritte gehen.
  • Es kann einen Ball rollen, genauso wie ein Erwachsener.
  • Das Kind beginnt, einen Löffel zu benutzen und ihn festzuhalten.
  • Außerdem essen die Kinder nun ohne Probleme feste Nahrung.
  • Ein Kind kann frei mit Bauklötzen umgehen.
  • Außerdem erkennt ein Kind verschiedene Körperteile.
  • Die Kinder können unbekannte Personen erkennen, die zu ihrer täglichen Umgebung gehören.
  • Sie können Alltagsgegenstände wie Löffel, Handtuch und Spielzeug erkennen.
  • Ebenso können sie auf spielerische Weise die Bewegungen einer anderen Person nachahmen.
  • Sie akzeptieren die Abwesenheit der Eltern, obwohl sie protestieren können, wenn sie gehen.
  • Ein Kind kann Dinge, die es lustig findet, wiederholen, um auf sich aufmerksam zu machen.
  • Darüber hinaus können Kinder vertraute Objekte erforschen und ihre Neugier zeigen.
  • Sie können aus einer Tasse trinken, die sie mit beiden Händen festhalten.
  • Ein Kind kann sich bücken, um Gegenstände aufzuheben.
  • Es kann die gewohnte Umgebung erkennen, zum Beispiel bestimmt Bereiche zu Hause, in einem Park, in der Schule usw.
  • Außerdem kann es für kurze Zeit mit anderen Kindern spielen.
  • Ein Kind kann Dinge nun auch mit anderen Kindern teilen, wenn diese nach etwas fragen.
  • Sie können einige saisonale Elemente wie Kleidung, Schuhe usw. erkennen.

Warnsignale im Alter von zwei Jahren

  • Das Kind läuft nicht.
  • Das Kind kann nicht auf die Hauptteile seines Körpers zeigen.
  • Die Kinder gehen nicht auf andere Kinder zu und zeigen kein Interesse daran, mit ihnen zu spielen.
  • Außerdem erkennen Kinder verschiedene vertraute Bereiche wie Küche, Bad, Schlafzimmer usw. nicht.
  • Sie ahmen die Handlungen von Erwachsenen nicht nach.
  • Schließlich antworten sie nicht auf ihren Namen.
Die psychomotorische Entwicklung: Im Alter von 9 bis 12 Monaten kann ein Kind frei sitzen und stehen

Die psychomotorische Entwicklung im Alter von 24 bis 30 Monaten

  • In diesem Alter kann ein Kind mit beiden Füßen vom Boden abspringen.
  • Ein Kind kann einen Ball mit den Händen werfen und ihn treten.
  • Kinder können ihre Schuhe ausziehen und ihre Hosen ausziehen.
  • Kinder können in diesem Alter ebenfalls einen Löffel und eine Gabel verwenden und aus einer Tasse trinken, ohne etwas zu verschütten.
  • Sie können unter Aufsicht auf die Toilette gehen.
  • Kinder können sich leicht durch gewohnte Räume bewegen, zum Beispiel zu Hause und in der Schule.
  • Darüber hinaus können die Kinder einige Veränderungen in der Natur identifizieren, die den verschiedenen Jahreszeiten entsprechen.
  • Die Kinder können vertraute Personen auf Fotos erkennen sowie Menschen, Tiere und Pflanzen in Bildern unterscheiden.
  • Sie können mit anderen Kindern spielen
  • Schließlich können sie vertraute Menschen begrüßen, wenn sie darum gebeten werden.

Die psychomotorische Entwicklung: 24 bis 36 Monate

  • In dieser letzten Phase der psychomotorischen Entwicklung kann ein Kind manuelle Manipulationsaktivitäten ausführen, wie zum Beipiel das Zu- und Aufschrauben eines Deckels, das Auf- und Absetzen eines Deckels oder das Spießen mit der Gabel.
  • Es kann mit etwas Kontrolle rennen und springen.
  • Kinder können darum bitten, wann immer sie es brauchen, aufs Töpfchen zu gehen.
  • Außerdem zeigen Kinder in diesem Alter eine Vorlieben für einige ihrer Klassenkameraden.
  • Sie können ebenfalls eine Zuneigung für jüngere Kinder und Haustiere aufzeigen.
  • Schließlich kennen sie die sozialen Regeln und Gewohnheiten der Gruppen, denen sie angehören.

Warnsignale bei einem dreijährigen Kind

  • Es pinkelt in die Hose.
  • Das Kind ist nicht in der Lage, auf einfache Befehle zu reagieren.
  • Darüber hinaus können die Kinder keine Bilder identifizieren.
  • Die Kinder bleiben isoliert und zeigen keine Neugier an Dingen.
  • Ein weiterer Punkt ist der, dass ein Kind nicht in ganzen Sätzen spricht.
  • Ein Kind kann keine einfachen Striche nachahmen.

Beachte, dass all diese Warnsignale nichts anderes als Hinweise sind, die deine Aufmerksamkeit erregen sollten, damit du bei Bedarf einen Spezialisten zu Rate ziehen kannst. Dieser kann deinem Kind dann helfen, bestimmte Fähigkeiten zu verbessern.

Mach dir jedoch keine allzu großen Sorgen, wenn dein Kind bestimmte Meilensteine in seiner oder ihrer Entwicklung noch nicht erreicht hat. Zum einen entwickeln sich Kinder unterschiedlich und zum anderen können, durch ein rechtzeitiges Eingreifen, die meisten kognitiven Entwicklungsverzögerungen repariert werden.