Die Minutenregel: eine Methode, um gegen Trägheit anzukämpfen

10. November 2017 en Psychologie 0 Geteilt
Etwas gegen Trägheit tun, aktiv werden

Viele Menschen wollen gegen Trägheit vorgehen, etwas ändern: jeden Tag Sport treiben, jeden Abend lesen oder auf irgendeine Weise ihren Lebensstil verbessern. Die Minutenregel ist eine der Methoden, die uns dabei hilft, dass nicht alle Vorhaben wegen unserer Untätigkeit schon in den Anfängen sterben.

Im Westen haben wir die schreckliche Gewohnheit, schnell große Veränderungen erreichen zu wollen. Wir denken, alles sei eine Frage der Willenskraft, so kommt es, dass wir uns Aufgaben aufladen, die wir nicht erfüllen können.

„Nur eine Gewohnheit kann eine andere Gewohnheit dominieren.“

Og Mandino

Wir wollen uns über Nacht ändern, und wenn wir scheitern, fühlen wir uns schuldig und sind frustriert. Der Punkt ist, dass wir vielleicht genug Willenskraft besitzen, um eine Veränderung zu erzeugen, aber eventuell verwenden wir nicht die richtige Methode. Hier kommen hilfreiche Strategien ins Spiel, wie die Minutenregel: Sie ist kostenlos und einfach anzuwenden und wer sie schon einmal ausprobiert hat, kann ihre Effektivität bestätigen.

Was ist die Minutenregel?

Wie der Name schon andeutet, ist die Minutenregel eine Methode, die auf einer minimalen Zeiteinheit basiert. Sie stammt aus Japan und wird sowohl im Berufsleben als auch in persönlichen Situationen verwendet.

Panda auf einem Baum

In Asien sind sich die Menschen bewusst, dass Veränderung ein Prozess ist und dass große Erfolge das Resultat langer kontinuierlicher Bemühungen sind, in denen verschiedene Etappen durchlaufen werden müssen. Ihre größte Tugend ist es wohl, zu wissen, dass uns Eile fast nie ans Ziel bringt.

Die Minutenregel besagt, dass wir damit anfangen sollten, für eine Minute eine Veränderung in unser Leben einzuführen. Wenn es unser Ziel ist, regelmäßig Sport zu treiben, sollten wir zuerst mit einer Minute pro Tag beginnen. Genauso verhält es sich auch mit jeder anderen Gewohnheit, die wir einführen oder beseitigen möchten. Eines ist hierbei garantiert: An keinem Tag werden wir unser Ziel verfehlen.

Ist die Minutenregel effizient?

Diejenigen, die sie ausprobiert haben, sind alle der gleichen Meinung: Die Minutenregel erweist sich als extrem effektiv, um diese für uns so schwere Veränderungen zu erzeugen. Der größte Feind unseres Handelns ist die mentale, körperliche und emotionale Trägheit, die aufkommt, sobald wir etwas tun müssen, das mehr Anstrengungen mit sich bringt, als wir bereit sind, zu investieren.

Wir glauben, dass etwas sehr schwer zu erreichen ist, weil unser Gehirn etwas gegen Veränderungen hat. Wir haben bereits im Kopf, was wir anders machen müssen, und diese Aktionen täglich zu wiederholen ist ein praktischer Weg, um mit der Routine zu brechen, ohne zu viel darüber nachzudenken, was wir tun werden. Und genau deshalb ist die Minutenregel so effektiv. Sie ermöglicht uns, diese Grenze im Gehirn zu durchbrechen, um eine Veränderung zu erschaffen.

Und das spielt sich ab, ohne dass wir den Eindruck bekommen, uns enorm anstrengen zu müssen, um uns anzupassen. Eine Minute vergeht schnell, aber die Spur, die sie hinterlässt, bleibt. Auf diese Weise wird aus der Veränderung ganz unbewusst ein Lebensstil.

Die Zeit verfliegt

Von der Minute zum Lebensstil

Idealerweise sollten wir diese Methode für mindestens 60 Tage am Stück anwenden. Dieser Zeitraum ist ausreichend, um alles, was unserer Routine zuvor völlig fremd war, zu einer gewohnheitsmäßigen Aktivität werden zu lassen. Und wenn wir diese Aktivität irgendwann als „normal“ wahrnehmen, verschwindet auch die Gewohnheit unseres Gehirns, sich dagegen zu sträuben.

In der asiatischen Kultur weiß man, dass alles seine Zeit braucht und dass große Veränderungen nach und nach kommen. Die Minutenregel ist nur eine anfängliche Hilfe, damit sich Körper und Geist Neuem öffnen können. Aber ganz offensichtlich können wir eine Gewohnheit nicht in nur einer Minute ablegen. Dazu müssen wir die in die neue Aktivität investierte Zeit allmählich steigern: von einer auf fünf Minuten, von fünf auf zehn Minuten, und so weiter.

Ein Zeitraum von 60 Tagen kann dabei als Orientierung dienen, muss aber nicht immer nötig sein oder ausreichen. Manche Menschen können schneller etwas ändern und schneller von einem zum nächsten Etappenziel gelangen. Andere hingegen brauchen mehr Tage, um die neue Aktivität zu üben. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns ausreichend kennen, um zu entscheiden, welche Zeit wir benötigen.

Frau wird an einem Seil nach oben gezogen

Die Minutenregel ist ideal für Aufgaben, die uns nicht übermäßig motivieren oder bei uns eine große Trägheit auslösen Wir sollten eines nicht vergessen: Mit solch einer einfachen Methode können wir Großes verändern. Warum es also nicht versuchen und gegen Trägheit vorgehen?

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