Die Magie der ersten Male

· 11. Oktober 2018

Was lieben wir so sehr an ersten Malen? Was macht sie so besonders, dass wir sie ersehnen? Diese Magie und diese Schmetterlinge im Bauch, wenn wir nicht wissen, was passieren wird, wenn etwas Neues passiert. Das ist die Magie der ersten Male.

Der erste Job, das erste Date, der erste Eindruck einer neuen Stadt, einen Film zum ersten Mal zu sehen. All diese Situationen bedeuten eine neue Erfahrung — und ein gewisses Maß an Ungewissheit. Da kommen viele verschiedene Emotionen auf, wie Angst und Zweifel. Aber auch positive Gefühle, wie Vorfreude, Motivation, Überraschung und so viele andere.

Wenn wir wissen, dass wir nun zum ersten Mal mit etwas konfrontiert werden, legen wir uns einen Plan zurecht und setzen uns Ziele. Wir stellen uns vor, wie es wohl sein wird, was passieren und was es uns bringen wird. Und all das setzt einen Motor in unserem Inneren in Bewegung, der uns antreibt und motiviert, anderen unsere beste Seite zu zeigen.

Erste Male sind wie geheimnisvolle Türen, vor denen man steht und nicht weiß, durch welche man gehen soll – bis man eine öffnet. Wenn wir die anfängliche Angst überwinden, die eine Schutzfunktion ist, werden wir Hindernisse bewältigen und neue Horizonte entdecken können. Erste Male sind voller Magie, da wir voranschreiten, auch wenn wir nicht wissen, was passieren wird.

Die Hoffnung der ersten Male

So ist es mit der Magie. Sobald wir wissen, wie der Job läuft, oder für längere Zeit mit einem Menschen an einem Ort verweilen, verlieren wir etwas von der Inspiration der ersten Male. Laut Rafael Santandreu können wir aber jeden Tag etwas Neues mit der gleichen Hoffnung entdecken, wenn wir unserer Umwelt so aufgeschlossen begegnen, wie bei ersten Malen. Das ist doch eine schöne Hypothese!

Am Abend springt ein Mann fröhlich in den Pool

Denke an Studenten, die ein Jahr im Ausland verbringen. Wenn das Semester beginnt, finden sie sich in einem Klassenraum wieder, der voll ist mit neuen Menschen. In einer Stadt, die es zu erkunden und zu entdecken gilt. Sie gehen mit der Erwartung in das Jahr, dass es schön und aufregend sein wird. Auf der anderen Seite wird ihnen mit den Monaten vieles vom einst Unbekannten vertraut und der Rückflug rückt mit jedem Tag näher.

Wir sehen nicht länger all die Erlebnisse, die wir an Orten haben können, die wir zu kennen glauben. In jeder Stadt gibt es jeden Tag Ecken, die wir noch nicht gesehen haben. Es gibt unzählige unentdeckter Menschen, Farben und Lichter, die wir noch nicht betrachtet haben. Aber wenn du die Magie der Anfänge heraufbeschwören und jeden Tag mit dieser Grundhaltung beginnen magst, dann wirst du die Kraft der ersten Male jeden Tag aufs Neue erleben.

Die Hoffnung und die Magie der ersten Male entsteht nicht aus der jeweiligen Situation. Vielmehr ist es die Einstellung und Sichtweise, die wir zu ihr haben. Wir selbst erzeugen die Magie. Warum also nicht jeden Tag aufstehen und etwas zum ersten Mal tun?

Welche positiven Aspekte können wir aus Erfahrungen mitnehmen?

Jeder Tag birgt die Magie in sich, nicht zu wissen, was passieren wird. Aber wenn wir unseren Blick auf das richten, was wir bereits kennen, wenn wir nur auf das Bekannte schauen, dann werden wir die Wunder des neuen Tages verpassen. Darum denke immer daran: Wir wissen vielleicht, wie der Tag anfängt, aber wir können nicht wissen, wie er enden wird.

Vor dem Aufstehen am Morgen erstmal strecken

Erste Male bringen Nervosität, Ängste und Zweifel mit sich. Wir können jedoch aus ihnen lernen und uns neue Werkzeuge zulegen, die helfen können, unsere Unsicherheiten zu verringern und unser Wachstum voranzubringen.

Lasst uns einen neuen Tag voller erster Male gestalten. Lasst uns das Positive aus jedem Moment mitnehmen. Wir haben die Kraft, die Magie zu kreieren und zu leben, als wäre es das erste Mal, mit der Leidenschaft, als wäre es das letzte Mal. Lasst uns die Schmetterlinge im Bauch und das Lächeln über die Ungewissheit der ersten Male nicht verlieren, auch wenn es das dritte, vierte oder zehnte Mal ist. Etwas ist sicher anders. Suche nach dem Neuen.